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Linden "Zehn Schritte zum Glück" für das Ihme-Zentrum
Hannover Aus den Stadtteilen Linden "Zehn Schritte zum Glück" für das Ihme-Zentrum
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22:38 03.11.2016
Ungewisse Zukunft: Das Ihme-Zentrum ist ein Problemfall.  Quelle: Tobias Kleinschmidt/Archiv
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Hannover-Linden

Hans Mönninghoff war schon in seiner Zeit als Umwelt- und Wirtschaftsdezernent als Freund klarer Worte bekannt. Diese Eigenschaft hat er sich auch als Kassierer des Vereins Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum bewahrt, wie beim jüngsten Wirtschaftsforum des Vereins Lebendiges Linden deutlich wurde. Dort stellte Mönninghoff vor Geschäftsleuten und Kommunalpolitikern das Programm „Zehn Schritte zum Glück“ für das Ihme-Zentrum vor - und geriet dabei prompt mit der SPD aneinander.

Nach der Meinung der Zukunftswerkstatt kann die Revitalisierung der Betonburg nur durch die Ausweisung eines Sanierungsgebiets gelingen. „In der heutigen Rechtskonstruktion ist es völlig undenkbar, dort etwas Vernünftiges zu machen“, kommentierte Mönninghoff die verworrenen Besitzverhältnisse des Gemeinschaftseigentums im Sockelgeschoss. Die Aufnahme in ein Sanierungsprogramm könne jedoch Abhilfe schaffen. „Mit diesem Instrument kann man eine kleine Minderheit zwingen, sich an so einem Projekt zu beteiligen“, erläuterte der frühere grüne Wirtschaftsdezernent.

Laut Mönninghoff unterstützten fast alle Parteien - von CDU bis Linke - das Konzept. Nur die Sozialdemokraten nicht. „Warum ihr SPD-Vertreter immer so vorsichtig seid, ist mir unverständlich“, sagte der 66-Jährige in die Runde und fügte hinzu: „Ihr müsst uns für ziemliche Idioten halten.“

Das wollte Edelgard Bulmahn, ihres Zeichens SPD-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Vereins Lebendiges Linden, so nicht stehen lassen und verteidigte die zögerliche Haltung ihrer Partei. „Die Skepsis gegenüber dem Ihme-Zentrum war schon 1973 sehr hoch“, sagte sie. Bulmahn fürchtet vor allem eines: „Es darf nicht passieren, dass der Eigentümer uns in Haftung nimmt.“ Außerdem findet sie es problematisch, dass bislang nur zehn Eigentümer aus dem Ihme-Zentrum bei der Zukunftswerkstatt mitmachen. Die übrigen 40 Mitglieder wohnen andernorts. Vereinsmitglied Karin Menges erklärte: „Wir sind noch nicht bewusst an die Bewohner rangegangen, wir wollen uns erst als Verein gründen.“

Eike Geffers, SPD-Fraktionschef im Bezirksrat Linden-Limmer, äußerte generelle Skepsis gegenüber den Revitalisierungsplänen der Zukunftswerkstatt. „Bisher hat mir noch keiner schlüssig gezeigt, wie das mit dem Sanierungsgebiet gehen soll“, kritisierte er.

Mönninghoff entschuldigte sich für die provokanten Worte. „Da ist mir etwas durchgegangen, was ich in der Verwaltung 20 Jahre versucht habe abzulegen: meine Spontaneität“, sagte er und fügte hinzu: „Wer mich kennt, weiß, dass es besser ist, dass ich den Kassierer mache und nicht die Öffentlichkeitsarbeit.“ Inhaltlich wies er aber die Kritik zurück. Ein Sanierungsgebiet sei auch für die zweite Kernforderung der Zukunftswerkstatt unerlässlich: „Für eine gelingende Revitalisierung und Integration des Quartiers in seine Umgebung müssen die Wegeverbindungen im Ihme-Zentrum und die Vorflächen zur Ihme öffentlich werden und in die Zuständigkeit der Stadt übergehen.“ Für die Umgestaltung dieser 15.000 Quadratmeter großen Flächen - zu denen vor allem die Durchgänge von der Blumenauer Straße zu den beiden Ihme-Brücken zählen - rechnet er mit Kosten von 10 bis 20 Millionen Euro. Die Finanzierung soll durch Fördermittel der Stadtsanierung gesichert werden.

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