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Anwohner wehren sich gegen Grundsanierungen

Bezirksrat unter Druck Anwohner wehren sich gegen Grundsanierungen

Der Druck auf Stadt und Bezirksrat wächst: Die Interessengemeinschaft von Bürgern der Gabelsberger-, Harnisch- und Stromeyerstraße wehrt sich weiterhin gegen die Grundsanierung der drei Anwohnerstraßen. Im Streit mit der Verwaltung sehen die Bürger jetzt die Lokalpolitiker unter Zugzwang.

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Geschlossen gegen die Stadt: Zahlreiche Anwohner aus Gabelsberger-, Harnisch- und Stromeyerstraße wehren sich gegen Grunderneuerungen.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. „Wir haben den Stadtbezirksrat dazu aufgefordert, bei seiner nächsten Sitzung am 19. September den Beschluss zur Grundsanierung aus 2015 rückgängig zu machen“, sagt Dietmar Scholich von der Interessengemeinschaft.

Der lange Streit hatte mit einer Postwurfsendung des Fachbereichs Tiefbau im März 2015 begonnen. Die Behörde hatte in dem Schreiben den Anwohnern der Gabelsberger-, Harnisch- und Stromeyerstraße mitgeteilt, dass ihre Straßen grundsaniert werden müssen. Einzelheiten würden die Bürger in der nächsten Sitzung des Stadtbezirksrats Vahrenwald-List erfahren. Hier erläuterte das Tiefbauamt, dass eine Grunderneuerung der drei Kopfsteinpflasterstraßen notwendig sei. Der Bezirksrat stimmte daraufhin der Aufnahme der vier Straßen in das städtische Sonderprogramm für Straßenerneuerung zu.

Anwohner protestieren gegen Ergebnis

Einige Anwohner wollten sich mit diesem Ergebnis jedoch nicht abfinden. Sie überreichten Bezirksbürgermeisterin Irma Walkling-Stehmann im Sommer 2015 eine Unterschriftenliste, mit der sie die Streichung der Straßen aus dem Sonderprogramm der Stadt forderten. Gleichzeitig verlangten die Bürger auch Einsicht in die Schadensbücher. Neun Monate habe es gedauert, bis der Fachbereich Tiefbau endlich die 16 Aktenordner herausgegeben habe. Ernst zu nehmende Schäden für die vier Straßen seien darin jedoch gar nicht verzeichnet gewesen. Die Stadt entgegnet: „Die Schadensbücher geben keine Auskunft darüber, ob eine Straße grundsaniert werden muss.“ Ob eine umfassende Grundsanierung nötig sei, werde stattdessen in einem gesonderten Verfahren begutachtet.

Laut Stadtverwaltung wurde in allen drei Straßen der Untergrund untersucht. „Die Bohrkerne bestätigten starke Mängel bei der Frostsicherheit und der Tragfähigkeit“, schreibt die Stadt. Die Anlieger erwidern: „Die Bohrungen wurden erst unmittelbar vor den Bauarbeiten durchgeführt.“ Die Straßen seien zu diesem Zeitpunkt schon längst in das Sonderprogramm aufgenommen worden.

"Keineswegs gegen Instandsetzungen von Straßen"

„Wir sind keineswegs gegen Instandsetzungen von Straßen, wenn das erforderlich sein sollte“, fasst Scholich die Position der Anlieger zusammen. Die Sanierungsmaßnahmen müssten aber sachlich begründet sein. Laut Stadtverwaltung sei das immer der Fall: „Alle bisher sanierten Straßen sind aufgrund fachlich anerkannter Analysen ausgewählt worden“, heißt es in der Stellungnahme aus dem Rathaus.

Zwischen Anliegern und Stadtverwaltung ist das Tischtuch in dieser Angelegenheit offenbar zerschnitten. Gegenüber den städtischen Experten hegen die Bürger mittlerweile ein großes Misstrauen. Ihre Forderung lautet: „Jede Straße muss vor einer Grundsanierung von einer unabhängigen Stelle mithilfe von transparenten Bohrkernanalysen begutachtet werden.“

Von Christian Link

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