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List Viel Herz im World of Kitchen
Hannover Aus den Stadtteilen List Viel Herz im World of Kitchen
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00:15 19.10.2016
Von Juliane Kaune
Vorsichtig hält Elke Ecklebe das kunstvoll bemalte Prachtstück aus Holz in die Höhe. Der Briefkasten in Herzform ist seit mehr als einem Vierteljahrhundert in ihrem Besitz. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Hannover

Sie nimmt ihr Herz in beide Hände. Vorsichtig hält Elke Ecklebe das kunstvoll bemalte Prachtstück aus Holz in die Höhe. Der Briefkasten in Herzform ist seit mehr als einem Vierteljahrhundert in ihrem Besitz. „Ich weiß noch genau, wie mein Mann und ich ihn auf dem Flohmarkt in Hannover gekauft haben“, sagt sie und lächelt. Ihr ist anzumerken, wie präsent die Erinnerungen an diesen Moment sind. Und wie ungewohnt es für die 76-Jährige ist, diese nun auf eine ganz spezielle Weise mit vielen anderen Menschen zu teilen.

Elke Ecklebe hat dem Küchenmuseum WOK für zunächst ein Jahr einen Teil ihrer privaten Sammlung von Kunstgegenständen, Schmuck, Porzellan und anderen dekorativen Dingen überlassen, die sie in mehr als 50 Jahren mit ihrem Ehemann Rolf zusammengetragen hat. Das Besondere: Jedes der Objekte hat auf die eine oder andere Weise die Form eines Herzens. So dokumentieren die Exponate auch immer ein Stück weit die lange Liebesgeschichte der beiden.

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Kunstgegenstände, Schmuck, Porzellan – Elke und Rolf Ecklebe haben ein halbes Jahrhundert Dinge in Herzform gesammelt – nun sind sie im Küchenmuseum WOK zu sehen.

"Mein Herz...ich liebe dich!"

„Mein Herz ... ich liebe Dich!“, heißt folgerichtig die Sonderschau mit 237 Herzensdingen, die nun im WOK zu sehen sind. Eigentlich, das muss auch Chef Carl-Werner Möller bei der Eröffnung zugeben, haben diese nicht allzu viel mit der Thematik des Museums zu tun, das ja die Kulturgeschichte von Küche und Kulinarischem zeigt. Doch Elke Ecklebe suchte nach einer Einrichtung, die sich offen für ihre außergewöhnliche Sammlung zeigte. Nach dem Tod ihres im vergangenen Jahr verstorbenen Mannes, der Herzmediziner war, habe sie zumindest einen Teil der gemeinsamen Schätze für eine Probezeit in andere Hände geben wollen. „Wir haben keine Kinder, und ich möchte nicht, dass all diese Dinge einfach in irgendwelchen Auktionshäusern landen“, sagt sie. Ein Herz-Museum gebe es in ganz Deutschland nicht, die Magazine staatlicher Museen seien voll - und so sei sie eben auf das Küchenmuseum aufmerksam geworden.

Es hat sich wohl herumgesprochen, dass private Nachlässe oder Spenden, die - in der Regel - einen Bezug zur Welt der Kochkünste haben, dort gut aufgehoben sind. Doch auch bei den Exponaten der Ecklebes wurde der Museumschef schnell schwach. „So etwas Wunderbares hatte ich überhaupt noch nicht gesehen“, schwärmt Möller. Damit die Küchenthematik nicht zu kurz kommt, wird die Herz-Schau von wechselnden Tortenkreationen regionaler Konditoren flankiert, die das Publikum in einem Wettbewerb küren darf.

Beharrlichkeit zahlt sich aus

Bei genauerer Betrachtung aber lassen sich auch unter den Exponaten immer wieder kleine oder größere Hingucker aus der Küchenwelt finden. Da gibt es etwa die silberne Muskatreibe in Herzform, die aus dem 18. Jahrhundert stammt und zu den wertvollsten Stücken der Sammlung zählt. Oder die ebenfalls an Herzen erinnernden Tischkartenhaltern, Toastständer und Teedöschen, die Ende des 19. Jahrhunderts in London zu jeder gut gedeckten Tafel gehörten. Herzförmige Pudding- und Backformen, Teller, Kannen und Schälchen sind ebenfalls zu sehen.

Ein Teil der Exponate, die Elke und Rolf Ecklebe auf ihren vielen Reisen vor allem aus England und Frankreich mitgebracht haben, entstammt dem sakralen Bereich. Votivgaben, mit denen die Gläubigen ein Opfer darbrachten, gehören ebenso dazu wie Weihwassergefäße oder Reliquien. Besonders markantes Beispiel: ein mehr als ein Meter großer, massiver Messingleuchter mit 21 brennenden Kerzen. Dieses „flammende Herz“, das einst in einer britischen Kirche gestanden hat, entdeckten die Ecklebes vor mehr als 30 Jahren als Dekoration in einem Restaurant am Weißekreuzplatz. „Über ein Jahr lang wollte der Besitzer es nicht abgeben“, berichtet Elke Ecklebe. „Aber mein Mann und ich hatten in diesen Dingen immer eine gewissen Beharrlichkeit“, fügt sie mit einem Schmunzeln hinzu.

Keksdose, Plastiktelefon und Feuerzeug

Die Vielfalt der Sammlung zeigt sich in Ausstellungsstücken wie der Keksdose mit Coca-Cola-Aufdruck aus den Vierzigerjahren, einem rosafarbenen Plastiktelefon aus den Sechzigern, einem Bügeleisenuntersetzer, einem Feuerzeug, einem Taschenrechner, einem hölzernen Geduldsspiel oder einer afrikanischen Maske von der Expo 2000. Sie alle haben eines gemeinsam - die Form eines Herzen.

Auf besondere Weise ist natürlich auch die Liebe dokumentiert. Ein Seidenkissen mit Silberherz schenkte der letzte hannoversche König Georg V. seiner Gemahlin Marie zur Hochzeit. Die Ecklebes haben das Kleinod bei einer Auktion auf der Marienburg ersteigert - nun ist es in einer der Vitrinen hinter Glas zu sehen. Auch die kleine Herzschatulle mit der hängenden goldenen Uhr ist ein Hochzeitsgeschenk. Das von Rolf Ecklebe an seine Frau.

Einstündige Sonderführungen durch die Herzschau im WOK, Spichernstraße 22, gibt es donnerstags ab 17.30 Uhr, freitags ab 11.30 Uhr und sonntags nach Vereinbarung unter Telefon 54 30 08 58; der Preis pro Person beträgt 4,90 Euro. Auch im Anschluss an die regulären zweistündigen WOK-Führungen (12,90 Euro) können die Herzen besichtigt werden. Geöffnet ist das Museum dienstags bis sonnabends von 9 bis 18 Uhr.

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