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Bei der Neugestaltung des Moltkeplatzes reden auch Kinder mit

List Bei der Neugestaltung des Moltkeplatzes reden auch Kinder mit

Der Moltkeplatz soll umgebaut werden - und die Kinder im Stadtteil dürfen dabei ein bedeutendes Wort mitreden. Schließlich befindet sich auf der Fläche einer der größten Spielplätze der List, nachmittags dient der Moltkeplatz als Haupttreffpunkt für Familien und Schulkinder.

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Der Moltkeplatz soll neu gestaltet werden – und die jungen Nutzer können mitreden. Christoph Lahrer vom Planungsbüro KoRis fragt die Wünsche der Jungen und Mädchen vor Ort ab.

Quelle: Katrin Kutter

List. Bei einer „Kinder-Fragestunde“ des mit der Moderation des Beteiligungsprozesses für den Umbau beauftragten Büros KoRiS - Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung gab es nun Gelegenheit, direkt vor Ort eigene Ideen einzubringen.

Schon eine halbe Stunde vor Beginn werfen ganze Trauben von Kindern neugierige Blicke in Richtung der aufgebauten Tische und Stelltafeln. Mitbestimmen darf man nun mal nicht alle Tage - und wenn es um den Lieblingsspielplatz geht, will keiner etwas verpassen. Stefan Knuffmann vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün erlöst die Kinder schließlich von ihrer Neugier und erklärt, warum die Stadt sich für eine Neugestaltung des Moltkeplatzes engagiert. Der Platz sei in seiner jetzigen Form „ein bissl alt, abgenutzt und dreckig“, das könne man besser machen. Ehe es losgeht, wuseln alle Kinder durcheinander, um ihre Vornamen und ihr Alter auf bunte Papierkreise zu notieren - für die Umfragestatistik.

Abgefragt wird von Knuffmann zunächst, welche Eingänge zum Platz und welche Wege von den Kindern überhaupt benutzt werden. Auch ihre liebsten Aufenthaltsorte und die Favoriten unter den vorhandenen Spielgeräten können sie nennen, schnell mehren sich da die grünen Smiley-Aufkleber auf dem Plan an der Pinnwand. Vorab war von einigen Jungen und Mädchen zu hören gewesen, dass sie Angst um ihren Spielplatz hätten. Doch Knuffmann beschwichtigt sogleich: Es komme „nichts Schönes weg“, und es werde in Zukunft auf keinen Fall schlechter als jetzt sein auf dem Spielplatz.

Aber Knuffmann und sein Kollege Christoph Lahrer wollen auch genau wissen, was den jungen Platzbesuchern derzeit nicht gefällt. Rudi, 13, muss nicht lange überlegen. „Wir spielen hier immer Fußball, aber der Boden ist doof. Rutscht man aus, ist gleich das ganze Knie aufgeschlagen.“ Die umstehenden Jungen nicken. Es fehle auch ein Klettergerüst für größere Kinder, und der Sandkasten sei ein bisschen zu langweilig, wird bemängelt. Gibt es zu wenig Spielzeug? Sind mehr Sitzplätze nötig? Immer wieder schnellen Kinderfinger in die Höhe.

Um die Pinnwand daher nicht auch noch mit traurigen Smileys zu überhäufen, sind abschließend neue Ideen und möglichst viel Kreativität gefragt. Anna-Sophie Wurr vom Büro KoRiS hatte sich vor der Veranstaltung auf dem Moltkeplatz eine „rege Teilnahme und mutige Kinderideen“ gewünscht, nun kommt die 33-Jährige an ihrem Tisch mit dem Aufschreiben der vielen Vorschläge kaum hinterher. Und die Kinder bleiben bei ihren Wünschen überraschend realistisch.

Auch die achtjährige Mathilda hat ein konkretes Anliegen mitgebracht: „Ich wünsche mir so ein Ding, das man auf den Fußballplatz stellen kann. Wenn man spielt, vergisst man so leicht, wie es steht“, sagt sie. „Eine Anzeigetafel“, übersetzt Wurr für ihre Karteikarte. Philina (7) kommt jeden Tag auf den Spielplatz und wünscht sich „eine Schaukel, in die fünf Kinder reinkönnen, und die so rund ist, weil man da so schön spielen kann“. Ihre Mutter hilft ein bisschen und erklärt, dass eine Tellerschaukel sich tatsächlich gut machen würde. Eine 37-Jährige mit zwei Kindern denkt auch an die Eltern: „Ein kleines Café oder wenigstens ein Bäcker, das wäre schön. Und der Sandkasten bräuchte eine bessere Umrandung und vielleicht mehr Spielgeräte.“ Sie erinnert sich noch an die Zeiten, in denen man auf dem kleinen Berg mitten auf dem Moltkeplatz im Winter rodeln konnte. Es dauert noch eine Zeit, bis alle Kinder zu Wort gekommen sind: „Wasserspielplatz“, „größere Rutschen“, „ein Drehding“ lauten einige weitere Forderungen.

Die Mitarbeiter der Stadt sind mit dem Nachmittag zufrieden. Knuffmann erklärt, dass die Auswertung zusammen mit den Ergebnissen der Bürgerbefragung und dem ersten Planungskonzept Ende Mai in einer Veranstaltung präsentiert werde. „Wir betrachten die Fläche bis zum Bordstein, den ganzen Platz inklusive der angrenzenden Bürgersteige“, sagt er. Kinder seien nur ein Teil der Nutzer. „Natürlich sollte so ein Platz am Ende auch für Erwachsene eine Bereicherung und Ruhezone sein.“ Doch zunächst ist Geduld gefragt: „So eine Planung zieht sich leider. Wenn alles durch die Ratsgremien geht, bauen wir frühestens im Frühsommer 2017 um.“

Genug Zeit also für Mathilda, beim Fußballspielen noch ein bisschen das Gedächtnis zu trainieren.

Von Kathrin Kutter

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