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Bewohner kritisieren St. Nikolai Stift

Schwere Vorwürfe Bewohner kritisieren St. Nikolai Stift

Seit der Privatisierung des St. Nikolai Stift haben sich die Zustände dort offenbar erheblich verschlechtert. Die Bewohner bemängeln Hygiene und Veranstaltungsangebot.

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Herta Kugenbruch ist sauer - sie wohnt im St. Nikolai Stift - offenbar haben sich die Zustände dort seit einer Privatisierung erheblich verschlechtert.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Einen Monat nach dem Verkauf des St.-Nikolai-Wohnstifts an der Drostestraße erheben Bewohner schwere Vorwürfe gegen den neuen Betreiber. Die Senioren stören sich vor allem an mangelnder Hygiene und fehlender Bereitschaft des Eigentümers, soziale Veranstaltungen zu organisieren.

„Das kann man hier nur einen Saustall nennen“, sagt Herta Kugenbuch. Sie lebt seit vier Jahren im St.-Nikolai-Stift. Die Altenwohnanlage hat den Zweck, bedürftigen Senioren preiswerte Wohnungen zu bieten. Seit einigen Monaten fühlt sich die 77-Jährige nicht mehr wohl in ihrem Zuhause. Grund seien mangelnde Reinigungen der gemeinschaftlichen Bereiche und die geringe allgemeine Betreuung der Hausbewohner. Im Juni hat das St.-Nikolai-Stift sein Wohnstift an der Drostestraße an die GBR Drostestraße verkauft. „Die hygienische Situation hatte schon vor dem Verkauf gelitten, doch seither ist es noch schlimmer geworden“, erzählt Kugenbuch.

Zustand ist nicht "mehr auszuhalten"

So sollen laut Aussage einiger Bewohner seit Wochen weder der Aufzug noch die Fenster in den gemeinschaftlichen Bereichen geputzt worden sein. „Ich habe letztens die Rollen meines Rollstuhls desinfizieren lassen, weil der Aufzug so verdreckt war“, berichtet eine 75-jährige Bewohnerin. Ein anderer Bewohner sagt, er hätte in den letzten Wochen sogar selbst zum Besen gegriffen, weil der Zustand nicht „mehr auszuhalten“ gewesen sei. „Da frage ich mich doch, für was wir jeden Monat 70 Euro Betreuungsentgelt zahlen“, ärgert sich der 59-Jährige. Zudem soll es im Wohnstift einige Bewohnern zufolge seit Monaten keine Hausmeister mehr geben.

Letzte Hausreinigung Ende Juli

Der neue Eigentümer hingegen behauptet, die letzte Hausreinigung sei am 26. Juli durchgeführt worden. Das bestätigt Kugenbuch, jedoch sei es „das erste Mal seit Wochen“ gewesen. Auf Frage nach der vorletzten Reinigung gab der Eigentümer keine Auskunft. Bezüglich eines neuen Hausmeisters sei die GBR Drostestraße, hinter der ein hannoverscher Investor stehen soll, derzeit auf der Suche.

Neben der Problematik der Hygiene kritisieren die Bewohner auch die allgemeine Betreuung, die noch immer in den Händen des St.-Nikolai-Stifts liegt. „Es wurden so gut wie alle gesellschaftlichen Veranstaltungen abgeschafft“, sagt Kugenbuch. „Früher haben wir uns einmal die Woche in einem Café im Erdgeschoss getroffen, das wurde schon vor einiger Zeit geschlossen. Auch Aktivitäten wie Handarbeit oder Gottesdienste finden nicht mehr statt.“

"Wir wollen, dass sich etwas ändert"

Der Geschäftsführer des St.-Nikolai-Stifts, Marco Schmidt, behauptet hingegen, der sogenannte „Kaffee-Nachmittag“ habe zum letzten Mal am 6. Juli stattgefunden. Zudem werde derzeit mit dem neuen Eigentümer diskutiert, wie weitere Aktivitäten angeboten werden können. „Die aktuelle Sommerpause wird genutzt, um zu prüfen, welche Räumlichkeiten konkret hierfür infrage kommen“, so Schmidt. Auch ein Sommerfest ist organisiert worden. Das wollen Kugenbuch und ein paar weitere Bewohner allerdings nicht besuchen. „Wir wollen erst einmal, dass sich etwas ändert.“

Von Mandy Rutkowski

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