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List Die Geschäfte laufen schleppend
Hannover Aus den Stadtteilen List Die Geschäfte laufen schleppend
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16:13 20.01.2016
Von Susanna Bauch
Der Laden ist geschlossen, die Fenster mit roter Folie zugeklebt: Schuh-Orlow gibt es nicht mehr. Fotos: Schaarschmidt (7) Quelle: Tim Schaarschmidt
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List/Oststadt

Die wenigen noch verfügbaren Objekte auf dem Wohnungsmarkt gehen größtenteils unter der Hand weg. Ganz anders sieht es da offensichtlich bei den Gewerbeflächen aus. Sogar an der beliebten Lister Meile stehen etliche Läden seit Monaten leer - ein neues Phänomen in der guten Lage.

Das Schuhgeschäft im nördlichen Teil der Meile ist bereits vor Monaten ausgezogen, die Schaufenster sind mit roter Folie verklebt. Knapp 100 Quadratmeter stehen hier zur Verfügung, der Preis ist nur auf „ernst gemeinte Anfrage“ zu erfahren. An der Ecke zur Drostestraße hat das Modegeschäft Go Bäng vor Wochen geschlossen. Das Ladenlokal bietet eine Fläche von 150 Quadratmetern für eine Monatskaltmiete von 2500 Euro. Interessenten sind bislang nicht in Sicht.

Auch die ehemalige Modemeile jenseits der Celler Straße steht bereits seit einem Jahr leer. „Größen um die 100 Quadratmeter sind für Filialisten zu klein, für inhabergeführte Geschäfte oft zu groß und damit zu teuer“, sagt ein Immobilienmakler aus der Oststadt. An der Lister Meile sei es daher besonders riskant, mit einem kleinen Laden den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen. „Die Mieten sind hoch, der Bedarf ist gering“, sagt der Experte. Unlängst habe hier sogar die Filiale eines Mobilfunk-anbieters die Segel gestrichen.

Eine Ansicht, die auch die Bezirksbürgermeisterin von Vahrenwald-List, Irma Walkling-Stehmann, teilt. „Ich denke, die Menschen hier sind gut versorgt, wir brauchen einfach nichts mehr.“ Schöne, kleine Geschäfte würden das Bild im Stadtteil zwar sehr bereichern, ein Auskommen sei damit aber oft nur schwer zu erzielen. Das gilt offenbar auch für das Accessoire-Geschäft Habselig sowie den benachbarten Blumenladen an der Ferdinand-Wallbrecht-Straße. Beide Geschäfte geben nach kurzer Zeit wieder auf und suchen nun Nachmieter. Auch das Kinderschuhgeschäft Steps am Lister Platz sowie die Boutique Crystal Bay am Wedekindplatz haben derzeit Räumungsverkauf. Und in den Räumen einer dänischen Boutique in der Voßstraße haben mittlerweile Architekten ein Büro eröffnet.

Zumindest an dieser Stelle hat es keinen Leerstand gegeben. Ein Stück weiter Richtung Kriegerstraße stehen ein ehemaliger Penny-Markt und eine kleine Fleischerei seit Jahren leer, jüngst ist auch die Bäckerei-Filiale gegenüber dichtgemacht worden. Die zuständige Immobilienfirma sucht für die zwei lange verwaisten Ladenlokale mittlerweile auch Nachmieter, die dort ein Büro oder eine Praxis einrichten wollen. „Es würde auch ein Bistro akzeptiert, Gastronomie oder eine Bar eher weniger“, sagt die zuständige Immobilienmaklerin. Ein Nachmieter müsse mit seinem Konzept passen, „die Läden liegen mitten in einem Wohnviertel, da kann nicht alles hin“.

Anwohner würden sich durchaus über ein weiteres Lokal freuen. Im Restaurant Milou am Moltkeplatz ist es dunkel, das spanische Castillo an der Jakobistraße hat seit Ende Oktober geschlossen. Hier soll es keine Gastronomie als Nachfolger geben, der Eigentümer möchte die rund 165 Quadratmeter große Fläche lieber an einen Laden oder eine Bürogemeinschaft vermieten.

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