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Hannover Aus den Stadtteilen List Die List strahlt weniger als andere Stadtteile
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00:17 28.11.2015
So stark sind die Funkwellen in der List. Quelle: Screenshot/feldkarte.de
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Hannover

Wo Funkmasten stehen, da strahlt es. Eine Karte, die Professor Matthias Hampe von der Braunschweiger Ostfalia Universität erstellt hat, macht die Belastung durch Mobilfunkmasten in den einzelnen Straßen sichtbar. Sie zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen den Standorten der Mobilfunkantennen und hohen Strahlenwerten.

Die Vorzüge der drahtlosen Kommunikation genießen die meisten Menschen. Aber wie würden sie reagieren, wenn ein Sendemast in ihrer Nachbarschaft aufgestellt wird? Möglicherweise sogar auf dem Haus, in dem sie wohnen? Wie gehen die Bürger in Hannover mit den Auswirkungen des fortschreitenden Ausbaus der Mobilfunknetze um? Der Stadt-Anzeiger hat sich in Hannovers Osten umgehört und ist dabei auf eine ehemalige Bürgerinitiative gestoßen, die möglicherweise dazu beigetragen hat, dass die List auf der neuen Karte weniger „strahlt“ als andere Wohngebiete.

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Neun Jahre ist es her, dass ein Kran in die Gabelsbergerstraße rollte und im Auftrag der Telekom einen Funkmasten auf das historische Postgebäude setzte. Die Eigentümer aus einem gegenüberliegenden Haus konnten es nicht fassen. Erst kurz zuvor hatten sie ihr eigenes denkmalgeschütztes Gebäude in dem wunderschönen Straßenzug saniert. Dabei mussten sie sich strengstens an die Auflagen der Behörde halten. Und nun thronte von einem Tag auf den anderen ein unschöner Sendemast auf einem der letzten alten Postamtsgebäude.

Andere Bewohner wiederum begannen, sich auch um ihre eigene Verfassung Sorgen zu machen. Schließlich ist nach wie vor unklar, welche langfristigen Auswirkungen eine ständige Strahlenbelastung auf die Gesundheit von Menschen hat. Von Kopfschmerz über Unfruchtbarkeit bis zum Krebs reichen die vorstellbaren Risiken. Kurz darauf gründete sich die Bürgerinitiative Antennenstopp. „Mehr als 100 Teilnehmer kamen zu dem ersten Treffen im Lister Turm. Unser ganzes Haus war dabei“, erinnert sich Thomas Sachteleben, einer der Mitgründer. Das gemeinsame Ziel war schnell definiert: Die Antenne muss weg.

„Fast jede Antenne wird gegen den Willen der Nachbarn errichtet“, erklärt das damalige Mitglied Fritz Jost. Die Initiative klagte. Zunächst gegen die Stadt, die ihrer Ansicht nach unrechtmäßig die Erlaubnis zur Aufstellung erteilt hatte. Die Initiative verlor den Rechtsstreit. Eine Ausnahmegenehmigung erlaubt der Telekom, das denkmalgeschützte Postgebäude mit Antennen zu bestücken. Etwa 3000 Euro hat die Anwohner der verlorene Prozess gekostet - ein Aufwand, der sich aus ihrer Sicht dennoch gerechnet hat. Als sich der Mobilfunkbetreiber Jahre später anschickte, die Anlage zu erweitern, war die Bürgerinitiative Antennenstopp sofort wieder zur Stelle. Dieses Mal konnte sie verhindern, dass der Mast „zu einem Weihnachtsbaum“ ausgebaut wurde, erzählt Jost. Außerdem erwirkte die Gruppe, dass die Antenne neu ausgerichtet werden musste, sodass sie in einem weniger belastenden Winkel abstrahlt.

Wenn die ehemaligen Antennestopp-Mitstreiter sich die jüngst veröffentlichte Karte des Braunschweiger Professors ansehen, freuen sich zu sehen, dass im Umfeld ihrer Straße die Belastung im blauen Bereich liegt. In der List strahlt es deutlich weniger als etwa an einigen Stellen entlang der Vahrenwalder Straße. Vielleicht auch, weil die Anwohner sich mit dem Gerät auf Nachbars Dach nicht einfach abgefunden haben.

Die interaktive Karte finden Sie auf www.feldkarte.de

Von Mario Moers

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