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List Ehepaar spendet Stiftungs-Grundstock für Matthäuskirche
Hannover Aus den Stadtteilen List Ehepaar spendet Stiftungs-Grundstock für Matthäuskirche
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00:15 30.01.2016
Von Susanna Bauch
Der Kirche verbunden: 100 000 Euro haben Inge und Peter Exner der Matthäuskirche gestiftet, in deren Nähe sie seit 30 Jahren leben. Foto: von Ditfurth Quelle: Philipp von Ditfurth
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List

In diesem Jahr wird die Matthäuskirche in der List 110 Jahre alt. 1906 ist die Kirche geweiht worden, seitdem hat sie eine wechselvolle Geschichte erlebt - nicht allein die Architektur aus drei unterschiedlichen Jahrzehnten erzählt davon. Viele Menschen verbinden eigene Geschichten mit der Geschichte der Matthäuskirche: Sie haben in den Ruinen gespielt, sind in der Notkirche konfirmiert worden, haben dort geheiratet oder erinnern sich an Jugendarbeit, Kinderbibeltage, Konzerte und den Konfirmandenunterricht.

Damit das auch in Zukunft und in Zeiten knapper Kirchenkassen mit dem Angebot an der Wöhlerstraße so bleiben kann, hat die Kirchengemeinde im Sommer 2015 eine Stiftung gegründet, die die Gemeindearbeit langfristig und nachhaltig unterstützen soll. „Die Gründung dieser Stiftung ist nur möglich gewesen, weil ein Ehepaar der Gemeinde ein mehr als großzügiges Geschenk gemacht hat“, betont Pastorin Henrike Müller. Inge und Peter Exner aus der List haben einen Teil ihres Privatvermögens in die „Lister-Kirchen-Stiftung“ überführt und testamentarisch verfügt, dass das gesamte Vermögen später der Stiftung zugutekommt. Die Spende von 100 000 Euro bildet nun den Grundstock für die Stiftung.

„Aus den Zinserträgen wird die kirchliche Arbeit, insbesondere im Kinder- und Jugendbereich sowie in der Kirchenmusik, unterstützt“, betont Pastorin Müller. Die Landeskirche hat zudem noch einen Euro pro 3 Euro Stiftungsspende dazugegeben, sodass mit ein paar zusätzlichen Einzelspenden rund 135 000 Euro zusammengekommen sind.

„Wir sind der evangelischen Kirche als Institution recht verbunden“, erklärt Inge Exner ihr Engagement. Es sei zwar nicht so, dass sie regelmäßig Gottesdienste besuchten, aber sie seien schon als Teenager in der kirchlichen Jugendarbeit aktiv gewesen. Inge und Peter Exner leben seit 30 Jahren unweit der Kirche in der List. Beide Ehepartner sind 59 Jahre alt, Inge Exner ist Anästhesistin, ihr Mann arbeitet bei der Nord/LB im Bestandsmanagement für den Flugzeugbau. „Wir sind nicht unbedingt reich, müssen uns materiell aber keine Sorgen machen“, sagt Inge Exner. Beide lieben das Reisen und gutes Essen, „für diese Ansprüche reicht es allemal“. Kinder haben die Exners nicht, „allerdings durchaus Verwandtschaft, aber die braucht unser Geld nicht, die kommt klar“, betont die Stifterin. Man sei mit niemandem über Kreuz, aber da alle ihr Auskommen hätten, wollten sie ihr Geld für etwas Gemeinnütziges verwenden. „Im vergangenen Jahr haben wir unsere Angelegenheiten geregelt, und ein befreundeter Pastor hat uns auf die Idee mit der Stiftung gebracht“, sagt Inge Exner. So könnten sie in den kommenden Jahren schon verfolgen, was alles Nützliches mit ihrem Gründungskapital auf die Beine gestellt werden kann.

Pastorin Müller hat da jede Menge Ideen. „Wir könnten den Mittagstisch fördern, die Kita sowie die Kinderferientage.“ Alles, was an der Kirche bereits gut laufe, habe damit eine gesicherte Perspektive. Auch bei Konzerten, Solisten in der Kirchenmusik oder anderen Projekten sei man stets auf Spenden angewiesen. „Diese Stiftung ist ein großes Geschenk und eine verlässliche Quelle für besondere Aktionen“, sagt die Pastorin. Noch stecke sie in den Kinderschuhen, ein großes Stiftungsfest im Sommer soll dann aber das Projekt vorstellen und ins Gespräch bringen. „Wichtig ist, dass das kirchliche Leben vor Ort abwechslungsreich bleibt“, so Müller.

Inge und Peter Exner werden das Stiftungs-Projekt eng verfolgen, dem sie später auch ihr komplettes Vermögen vermachen werden. Da wird noch eine Menge zusammenkommen. „Was damit geschieht, können wir jetzt zum Teil miterleben, das ist das besonders Schöne daran“, finden die Exners.

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