Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
List Investor plant 250 Wohnungen und 24 Reihenhäuser
Hannover Aus den Stadtteilen List Investor plant 250 Wohnungen und 24 Reihenhäuser
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Von Gabi Stief
Auf dem Gelände der ehemaligen VHV sollen Wohnungen gebaut werden. Das bestehende Gebäude muss weichen. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
Anzeige
Hannover

Um Platz für die neue Wohnsiedlung zu schaffen, muss das ehemalige Firmengebäude der VHV-Versi- cherung weichen, das Co 4zig bereits erworben hat. Einer der Hauptmieter in dem weitgehend leer stehenden Bürokomplex ist bisher noch die Geschäftsführung des Klinikums der Region Hannover. Im Herbst 2017 soll mit dem Bau begonnen werden, 2020 ist als Einzugstermin vorgemerkt.

Der Bezirksrat Vahrenwald-List hat in seiner jüngsten Sitzung einen Bebauungsplan für den Bereich gebilligt und eine städtebauliche Vereinbarung mit Co 4zig geschlossen, um die baurechtlichen Voraussetzungen für das Projekt zu schaffen. Einziger Streitpunkt war in der Debatte das Thema Parkplätze. Das Bauamt beabsichtigt, dem Investor entgegenzukommen und die generelle Vorgabe für die geplante Tiefgarage von einem Stellplatz auf 0,8 pro Wohneinheit zu senken. Stadtplaner Karl Schuchert verwies auf eine Vereinbarung mit der Wohnungswirtschaft über einen entsprechenden „Nachlass“, um bei den Baukosten zu sparen. Bedingung sei allerdings im Einzelfall eine gute Nahverkehrsanbindung und das Angebot von Carsharing-Plätzen. Beide Voraussetzungen würden an der Constantinstraße erfüllt.

Die Grünen begrüßten die Pläne. CDU und SPD merkten dagegen an, dass sie den Parkplatz-Nachlass kritisch sähen. In der Abwägung votierte man jedoch am Ende für günstigen Wohnraum und damit für den Vorschlag der Verwaltung. Die beiden AfD-Vertreter stimmten schließlich als einzige gegen den Bebauungsplan und den Vertrag mit Co 4zig. Die Stadt sollte auf einer größeren Tiefgarage bestehen, meinte AfD-Vertreter Jörn König.

Zwei weitere Vorgaben werden erfüllt: Für etwa 45 Wohnungen will Co 4zig städtische Förderung beantragen. Dies entspräche der Mindestquote von 20 Prozent Sozialwohnungen, die SPD und Grüne verbindlich für Neubauvorhaben vorgeschrieben haben. Außerdem hat das Unternehmen in der Nordostecke des Firmengeländes mit dem Bau einer Kita begonnen, die Plätze für zwei Krippen-, zwei Kindergarten- und eine altersübergreifende Gruppe anbieten wird. Etwa 220 000 Euro investiert Co 4zig in die Erweiterung der Spielplätze an der Hebbelstraße und an der Spannhagenstraße. Auch Ersatzpflanzungen werden zugesichert - 120 Bäume müssen auf dem Gelände gefällt werden. Zwischen den Wohnhöfen soll ein grüner Anger entstehen, die Flachdächer sollen begrünt werden.

Parkplatzverzicht ist eine gute Sache

Die Diskussion um die Parkplätze im neuen Wohngebiet an der Constantinstraße dürfte kein Einzelfall in Hannover bleiben. Die Wohnungswirtschaft verweist darauf, dass sie preiswerter bauen kann, wenn sie weniger Stellmöglichkeiten für Autos einplanen darf. Das tut sie mit Recht, denn alles, was hilft, die Kosten für Wohnraum zu drücken, sollte auch ermöglicht werden. Man darf wetten, dass die Wohnungen in der List auch mit weniger Parkplätzen ihre Käufer und Mieter finden werden. Es gibt immer mehr Menschen, die gerade in dicht besiedelten und gut an den Nahverkehr angeschlossenen städtischen Gebieten auf das eigene Auto verzichten und sich bei Bedarf anderweitig behelfen. Das Carsharing-Unternehmen Stadtmobil etwa, das stetig wachsende Nachfrage registriert, hat jüngst mitgeteilt, dass die meisten Neukunden sich nicht etwa aus ökologischen Gründen für diese Variante entscheiden. Sie haben gemerkt, dass es in der Stadt durchaus seine Vorzüge hat, wenn kein eigenes Auto auf dem Hof oder in der Garage steht – und sei es nur derjenige, dass man nicht seine Zeit mit der nervenaufreibenden Suche nach einem Stellplatz verbringen muss.

Ein Kommentar von Bernd Haase

Anzeige