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Kleingärtner protestieren gegen ihren Verband

Versammlung des Bezirksverbands Kleingärtner protestieren gegen ihren Verband

"Man kann einen Kleingärtner nicht umpflanzen": Rund 60 Kleingärtner haben am Sonnabend in der List gegen ihre eigenen Interessenvertreter demonstriert. Der Protest vor der Jahresversammlung des Bezirksverbands richtete sich gegen das sogenannte Kleingartenkonzept, auf das sich Stadtverwaltung und Verband kürzlich geeinigt hatten.

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"Man kann einen Kleingärtner nicht umpflanzen": Kleingärtner demonstrieren gegen ihren eigenen Interessenverband.

Quelle: Eberstein

List. "Wir fühlen uns vom Verband nicht richtig informiert und schlecht vertreten", sagt Kirsa Morwinski, Sprecherin der Protest-Initiative. Der Protest richtet sich gegen das sogenannte Kleingartenkonzept, auf das sich Stadtverwaltung und Bezirksverband kürzlich geeinigt haben. Es sieht vor, dass rund 800 Parzellen weichen müssen, um Platz für Wohnungsbau zu schaffen.

Die Kolonie Rosengrund in Kirchrode soll als erste geräumt werden. Allein rund 200 Gärten sind in den Kolonien am Vinnhorster Weg betroffen. Insgesamt soll sich aber die Anzahl der Parzellen nicht verringern, das bedeutet: Große Gärten werden geteilt, für gekündigte Parzellen schafft die Stadt Ersatzflächen. Für diejenigen, die ihren Garten aufgeben müssen, zahlt die Stadt eine Entschädigung. Insgesamt mehr als 43 Millionen Euro investiert die Stadt in das Kleingartenkonzept. Durch Grundstücksverkäufe wird sie aber auch Einnahmen erzielen.

Der Protest fand vor der turnusmäßigen Jahresversammlung des Bezirksverbands der Kleingärtner in dessen Räumlichkeiten in der Gottfried-Keller-Straße statt. Zur Versammlung der rund 130 Vereinsvorstände war auch Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) geladen. 

"Man kann einen Kleingärtner nicht umpflanzen", sagt Eberhard Jockel, einer der Demonstranten. Seit Jahren pflege er seinen Garten am Vinnhorster Weg, jetzt solle er ihn aufgeben. "Den Verlust kann man nicht mit Geld aufwiegen ", sagt er.

Hans-Werner Penk verteilt Flugblätter an die Vorstandsmitglieder der Kleingartenvereine, die die Versammlung betreten. "Der Bezirksverband vertritt nicht die Interessen der Kleingärtner, sondern der Stadt und der Bauwirtschaft ", sagt der Kleingärtner.

Der Präsident des Bezirksverbands, Karl-Heinz Rädecker, will das so nicht stehenlassen. "Wir regeln das alles. Die Kleingärtner sollten dankbar sein, sonst hätten wir schon 10.000 Gärten weniger ", sagt er. Alles werde mit den betroffenen Pächtern besprochen, aber man habe zuvor die politischen Beschlüsse über das Konzept abwarten müssen.

Zur Versammlung der rund 130 Vereinsvorstände war auch Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) geladen. Er verteidigt das Konzept und hebt die gute Zusammenarbeit mit der Verbandsspitze hervor. Dennoch könne er verstehen, wenn Kleingärtner an ihren Parzellen hängen und nun enttäuscht sind. "Diese Enttäuschung will ich nicht kleinreden", sagt der OB. Am Schluss der Versammlung bekommt Schostok die Ehrenmitgliedschaft im Bezirksverband der Kleingärtner verliehen.

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