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List Lehrermangel macht Stundenplanung zur "Mammutaufgabe"
Hannover Aus den Stadtteilen List Lehrermangel macht Stundenplanung zur "Mammutaufgabe"
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00:15 21.08.2017
Von Susanna Bauch
Abgeordnete Lehrer und Erkrankungen machen der Schulleitung bei der Stundenplanung zu schaffen. Quelle: Jan-Philipp Eberstein (Archiv)
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Hannover

Die Grundschule am Welfenplatz hat die erste große Hürde mit Erfolg genommen: In einem provisorisch hergerichteten Schulgebäude am Welfenplatz sind im Sommer 2014 die ersten Mädchen und Jungen eingeschult worden. Sie kommen jetzt in die vierte Klasse, die Schule ist mit drei Klassen in vier Jahrgängen gewissermaßen voll. Außerdem sind die Bauarbeiten für das neue Schulgebäude gestartet. Wo einst die Albrecht-Dürer-Schule stand, haben jetzt Bagger das Erdreich aufgerissen. „Ende 2018 soll alles fertig sein“, hofft Schulleiterin Sabine Wendrich.

Dreizügig und gut ausgelastet

Die ersten drei Schuljahre an der noch jungen Einrichtung – nach der Grundschule am Welfenplatz sind noch die GS Kronsberg und GS an der Nackenberger Straße an den Start gegangen – sind reibungslos verlaufen. „Es macht sehr viel Spaß, die Schule wird gut angenommen“, betont die didaktische Leiterin, Astrid Vokkert. Es sei zwar schade, dass die Schüler im und am Neubau künftig weniger „Auslauf“ hätten, „aber eine neue Schule ist schon schön“. Die Grundschule ist dreizügig und gut ausgelastet, was nicht zuletzt am Ganztagsangebot liegt. „Der TKH ist nach wie vor unser Wunschpartner, das läuft super“, betont Wendrich. Die Kinder können um 7 Uhr zum Welfenplatz kommen und bei Bedarf bis 17 Uhr bleiben.

Der Unterricht beginnt erst zwischen 8.45 und 9 Uhr. „Die Schüler haben ab 8 Uhr die Möglichkeit, ihre Schulaufgaben auch in der Schule zu erledigen – mit Betreuung“, erklärt Vokkert. Das Angebot habe sich bewährt. „Kein Kind soll nach der Schule noch über seinen Heften sitzen.“ Kopfrechnen und Lesen üben könnten die Kinder zwar daheim, „aber alles andere passiert hier“, sagt Vokkert.

Stundenplan nach organisatorischen Kriterien

In die Freude über den gelungenen Start mit einem engagierten Team und tollen Schülern und den geplanten Neubau mischen sich derzeit allerdings Probleme mit der Unterrichtsversorgung. Die neue Konrektorin Diane Sommer hat den Stundenplan schon mehrfach wieder verworfen. „Wir haben Ausfälle durch Erkrankungen und bekommen mindestens fünf Lehrer aus Gymnasien oder anderen Grundschulen“, betont Sommer. Das sei logistisch eine Mammutaufgabe, da diese Pädagogen ja auch noch an ihren Ursprungsschulen unterrichten und pendeln müssten. „Die Abordnung hört sich zwar zahlenmäßig für die Unterrichtsversorgung gut an, aber Theorie und Praxis klaffen da weit auseinander“, sagt Schulleiterin Wendrich. Was solle eine Grundschule mit einem Geschichts- und Französischlehrer? Und keine erste Klasse könne drei Stunden Mathematik an einem Tag erhalten. Nach pädagogischen Kriterien könne da kein Stundenplan erstellt werden, eher nach organisatorischen. „Das Kultusministerium lässt uns im Regen stehen, die Unterrichtsqualität leidet unter diesen Bedingungen“, so Wendrich.

Die Einschulung der Abc-Schützen am Wochenende ist aber erst mal reibungslos über die Bühne gegangen – allerdings in der benachbarten Werner-von-Siemens-Schule. „Bei uns fehlt dafür ja noch der Platz“, so Wendrich.

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