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Sanierungsstau und Personalmangel

Vahrenwald/List Sanierungsstau und Personalmangel

Die Kinder- und Jugendarbeit in Hannover soll neu organisiert und besser koordinieert werden. Auch die Interesse der Kinder und Jugendlichen sollen stärker einfließen. Dazu liegt auch ein Stadtbezirkskonzept Vahrenwald-List vor, das der Bezirksrat einstimmig beschlossen hat.

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Der Erlebnisspielplatz Wakitu in der Eilenriede ist ein Klassiker bei den Freizeitangeboten – und nach wie vor beliebt.

Quelle: Uwe Dillenberg

Vahrenwald/List. Die vorgelegte Konzeption ist das Ergebnis der Beiträge aus der Praxis der Kinder- und Jugendarbeit aller Mitarbeiter, die im Bereich Vahrenwald-List in freier und städtischer Trägerschaft tätig sind und aus städtischer Zuwendung gefördert werden. Die Verwaltung hatte zudem zwei Jahre lang rund 1000 Kinder und Jugendliche im Stadtbezirk befragt. Auch Freizeitverhalten und Lieblingsorte flossen in das neue Handlungskonzept ein.

Für alle 13 Stadtbezirke hat die Stadt Angebote für junge Menschen aufgelistet. Dabei liegt der Fokus sowohl auf den eigenen Einrichtungen als auch auf den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen des jeweiligen Stadtbezirks. Angebote sollen künftig passgenauer entworfen sowie Kinder und Jugendliche im Stadtbezirk stärker einbezogen werden.

Eine zentrale Bewertung der Ergebnisse der sogenannten Sozialraumanalyse lässt erkennen, dass die Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit in Vahrenwald-List bei der Hälfte der Befragten bekannt sind. Diese Kinder und Jugendlichen nehmen die Angebote der Einrichtungen in unterschiedlicher Form wahr. Von den neun Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit haben acht den Schwerpunkt der offenen Arbeit. Das Angebot JugendMusikTheater des Musikzentrums ist dagegen ein abgeschlossenes Gruppenangebot, das sich an Lückekinder richtet und innerhalb eines halben Jahres ein Stück zur Bühnenreife bringen will. In Vahrenwald liegen drei, in der List vier Einrichtungen. Das Jugendzentrum Lister Turm und der Erlebnishof Wakitu gehören zum Bezirk Mitte, werden aber wegen der Lage viel von Kindern aus List und Oststadt genutzt.

Dringender Handlungsbedarf besteht aus Sicht der Koordinierungsrunde - wenig überraschend - bei der personellen Ausstattung von Ein-Personen-Einrichtungen. Der Bedarf im Quartier nach offener Jugendarbeit ist zum Beispiel wesentlich höher als im Treff GoHin der Schreberjugend vorhanden. In vielen Treffs gibt es zudem einen Sanierungsstau.

Folgende Einrichtungen gibt es im Stadtbezirk:

Evangelischer Jugendtreff Karl-Otto: Der Jugendtreff befindet sich in Trägerschaft des evangelischen Stadtjugenddienstes. Zur Zielgruppe gehören Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 13 Jahren. Die Einrichtung ist mit einer Mitarbeiterin mit einem halben Stellenanteil besetzt. Unterstützung gibt es mit 20 Wochenstunden durch eine sogenannte AGH-Kraft sowie durch ehrenamtlich Tätige. Angeboten werden eine Offene Tür, Sport- und Spielaktivitäten, pädagogisches Kochen sowie Kreativarbeiten. An den Öffnungstagen gibt es von 13 bis 14 Uhr Hausaufgabenhilfe.

Evangelischer Jugendtreff Vahrenwald: Die Trägerschaft für den Jugendtreff hat ebenfalls der evangelische Stadtjugenddienst inne. Dort arbeiten eine Diakonin und ein Sozialpädagoge auf 1,5 Stellen. Zusätzlich gibt es eine AGH-Maßnahme mit 30 Wochenstunden (pädagogische Assistenz). Verlässlich und kontinuierlich arbeiten Ehrenamtliche in der Einrichtung. Das Angebot richtet sich an Jugendliche, rund 30 nutzen es täglich. Neben der Offenen Tür finden Gruppenangebote wie Fitness und Boxen statt. Auch eine Nähwerkstatt gibt es. Täglich wird um 17.30 Uhr ein kostenfreies Essen mit den Besuchern zubereitet und verzehrt.

JugendMusikTheater: Nach den guten Erfahrungen mit langfristigen jugendkulturellen Projekten - etwa dem Sound-Truck - hat das Musikzentrum ein Jugendkulturprojekt für Hannover konzipiert. Auf der Probenbühne wurde eine Musiktheater-Werkstatt für Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 14 Jahren eingerichtet. Einmal wöchentlich steht sie Teilnehmern, die ihre Ideen und Interessen mitbringen, zur Verfügung. Ziel ist, eine regelmäßig präsentierte, öffentliche Show zu entwickeln. Basis sind Werkstattgruppen zu Musik, Theater, Tanz sowie Ton- und Lichttechnik, die von fachlich qualifizierten Referenten angeleitet werden.

Spielpark List: Der Spielpark wird in städtischer Trägerschaft betrieben. Vier Mitarbeiter sind in der Einrichtung beschäftigt - zwei Personen mit voller Stelle, zwei mit einer halben Stelle. Vertretung wird derzeit durch Kollegen des Spielparks geleistet. Die Nutzer sind Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 14 Jahren. Im Durchschnitt wird der Spielpark täglich von 50 Kindern und Jugendlichen besucht. Selbständigkeit und soziale Kompetenzen sollen gefördert werden. Hierzu werden Angebote im sportlichen, handwerklichen, kreativen, musischen und kulturellen Bereich gemacht. Aufgrund der integrierten Hortgruppe ist die Elternarbeit ebenso ein wichtiger Ansatz wie die Kooperation und der Kontakt zu umliegenden Schulen.

Jugendtreff Downtown: Der Jugendtreff wird von der hannoverschen Sportjugend getragen. Betrieben wird die Einrichtung von einem hauptamtlichen Mitarbeiter mit 25 Wochenstunden. An vier Tagen in der Woche ist in der Nachmittags- und frühen Abendzeit für insgesamt 16,5 Stunden geöffnet. Der Treff wird täglich von bis zu 17 Jugendlichen besucht. Im Rahmen der Offenen Tür werden Beratung bei privaten und schulischen Problemen, ein Jugendfilmtreff, Hilfe bei Ausbildungs- und Praktikumsbewerbungen sowie monatliche Ausflüge angeboten.

Jugendzentrum Lister Turm: Das Jugendzentrum befindet sich in Trägerschaft der SJD - Die Falken. Die Zielgruppe sind Jugendliche und junge Erwachsene ab zwölf Jahren mit dem Schwerpunkt auf den 14- bis 18-Jährigen. Personell ist das Jugendzentrum mit einer Kulturpädagogin mit 20 Wochenstunden und einem Erzieher mit 30 Wochenarbeitsstunden besetzt. Zusätzlich unterstützen projektbezogen Ehrenamtliche und Honorarkräfte. Zu den Regelangeboten zählen geschlechtsbezogene Aktivitäten, Internetcafé, eine Kochgruppe, Fahrten, politische Bildung und Kreatives. Donnerstags findet ein inklusives Percussion-Projekt in Kooperation mit dem Freizeitheim Lister Turm und der Musikschule statt. Einen inhaltlichen Schwerpunkt legt das Jugendzentrum auf den erlebnispädagogischen Bereich. Der Seilgarten Hannover ist personell an das Zentrum angedockt und aus ihm hervorgegangen.

Erlebnishof Wakitu: Der Wakitu liegt am Rand des Stadtwalds Eilenriede und ist eine freizeitpädagogische Einrichtung des Fachbereichs Jugend und Familie. In der Einrichtung arbeiten zwei Erzieher mit jeweils 38,5 Wochenstunden. Der Erlebnishof versteht sich als außerschulische Bildungseinrichtung, die Freiräume für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 14 Jahren vorhält. Den Schwerpunkt bildet das Themenfeld Natur- und Abenteuerpädagogik, das sich in vielfältigen Angeboten wiederfindet.

Jugendtreff GoHin: Der Jugendtreff wird von der Schreberjugend getragen. Es gibt einen hauptamtlichen Mitarbeiter und eine Honorarkraft. Die Zielgruppe besteht aus Jugendlichen im Alter von zwölf bis 18 Jahren. Problematisch ist, dass beim bestehenden Stundenkontingent keine Zeiten für Vor- oder Nachbereitung zur Verfügung stehen. Das Einzugsgebiet stellt hauptsächlich das Quartier Gorch-Fock-Straße/Hinrichsring dar. Bei der Offenen Tür werden Beratung, Kochen, Sport- und Spielturniere, Zugang zu PCs sowie eine Tee- und Chillecke angeboten. Saisonabhängig besuchen zehn bis 40 Jugendliche pro Tag die Einrichtung.

Die Wellenbrecher: In Trägerschaft des Kreisjugendwerks der Arbeiterwohlfahrt wird die Lückekindereinrichtung Die Wellenbrecher betrieben. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 14 Jahren, überwiegend aus dem Quartier Gorch-Fock-Straße/Hinrichsring. Erweiterte Angebote für die Zielgruppe mit Sonderförderung sind der pädagogische Mittagstisch, die Hausaufgabenhilfe für Kinder von sechs bis 14 Jahren und Projekte wie Sprachförderung, Ernährungskurse sowie Ganztagsbetreuung in den Ferien. Das Angebot Mini-Wellis spricht Kinder von sechs bis acht Jahren an und ist eine begrenzte Untergruppe der Wellenbrecher.

Seilgarten Hannover: Der 2003 aus der Jugendarbeit vor Ort entstandene Seilgarten Hannover befindet sich auf dem Gelände des Wakitu und nutzt als Büro Räume des Jugendzentrums Lister Turm. Das erlebnispädagogische Angebot wird als Kooperationsverbund der kommunalen Jugendarbeit, einiger Jugendverbände sowie verschiedener Schulen und Jugendhilfeträger organisiert. In den Monaten April bis Oktober werden täglich Trainingsprogramme zur Förderung von Sozialkompetenz und Schlüsselqualifikationen sowie Maßnahmen zur Stärkung des Gruppenzusammenhalts gemacht. An den Wochenenden und in den Ferien finden vorwiegend Freizeitaktivitäten und Angebote zur Bewegungsförderung statt. Die knapp 700 Veranstaltungen werden jährlich von 11 000 Teilnehmern genutzt.

Die Straßensozialarbeit unterstützt die Kinder- und Jugendarbeit im Stadtbezirk mit aufsuchender und mobiler Arbeit. Straßensozialarbeit wendet sich Personen im öffentlichen Raum zu, die von anderen sozialen Diensten nicht erreicht werden.

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List in Zahlen
  • Stadtbezirk : Vahrenwald-List, 2. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 67.620
  • Einwohner je Stadtteil: Vahrenwald (24.036) und List (43.584)
  • Bevölkerungsdichte : 8.216 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30161, 30163, 30165, 30177, 30655
  • Markantes aus der Geschichte: 2004 feierte die List ihr 700-jähriges Bestehen. Das älteste noch vorhandene Fachwerkhaus ist eine frühere Einsiedlerkate in der Waldstraße.
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