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List Neue Radspur birgt neue Gefahren
Hannover Aus den Stadtteilen List Neue Radspur birgt neue Gefahren
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02:15 17.09.2017
Von Susanna Bauch
Abenteuerlich: Autos ragen in die Radspur, Busse fahren darüber. Quelle: Susanna Bauch
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Hannover

In der Theorie ist die Radspur eine gute Sache, in der Praxis wird es gefährlich eng: Seit rund zwei Wochen können Radfahrer und Fußgänger die Ferdinand-Wallbrecht-Straße in Höhe der Edenstraße sicher überqueren, nachdem dort eine breite Mittelinsel angelegt wurde. Stadtauswärts zwischen Lister Platz und Göbelstraße gibt es zudem eine neue, rot markierte Radspur. Für den vermeintlichen Komfort der Radfahrer wurde die Fahrbahn stark verengt, zudem verläuft sie wegen der Mittelinsel nicht mehr gerade.

Für die Umgestaltung der Wedekindstraße plant die Stadt, Fahrbahnen zu verengen und seitliche Radspuren anzulegen. Auch hier ist die Befürchtung groß, dass Radfahrer vor allem durch Busse und Schwertransporte in Bedrängnis geraten. Gemeinsam fordern der Fahrradclub ADFC, der Verkehrsclub Deutschland sowie die Initiativen PlatzDa, HannovAir und Velo City Night eine Neuplanung für den Umbau der Wedekindstraße. „Die Planungen der Verwaltung berücksichtigen das Sicherheitsempfinden der Menschen nicht“, sagt ADFC-Vorstand Eberhard Röhrig-van-der-Meer. „Radfahrer werden in denselben Verkehrsraum wie Lastwagen und Busse gedrängt, gleichzeitig gibt es noch mehr Parkplätze. Das akzeptieren wir nicht.“ Die Bedenken wurden jetzt auch im Bauausschuss vorgetragen, der demnächst über den Umbau entscheiden wird. Der ADFC und seine Mitstreiter schlagen vor, dass die Stadt auf einer Seite der Straße auf Bäume und dazwischen geplante Parkplätze verzichtet und stattdessen mehr Platz für sichere und von der Fahrbahn getrennte Radwege am Straßenrand schafft. Stadtbaurat Uwe Bodemann erklärte, die Pläne würden überarbeitet. Er machte aber auch deutlich, dass die Stadt sich an den Richtlinien orientiere. Er sei sicher, „dass das funktioniert“.

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Für Rad-, aber auch für Busfahrer ist diese Lösung in der Praxis aber problematisch: Autos, die ganz legal in Parkbuchten abgestellt sind, ragen mit dem Heck in die neue Radspur. Oder sie überfahren den Streifen regelmäßig. Auch Busse von vier Linien, die hier im Minutentakt verkehren, und Lastwagen haben gar keine andere Wahl. Zuweilen müssen große Fahrzeuge sogar noch einen kleinen Teil der Mittelinsel in Anspruch nehmen - das Teilstück vor der Göbelstraße ist zum Nadelöhr geworden.

Fahrradbügel statt Stellplätze

„Es handelt sich hier um einen rot markierten Schutzstreifen für Radfahrer, der von breiten Fahrzeugen überfahren werden kann“, betont Stadtsprecherin Michaela Steigerwald. Alle anderen Fahrzeuge könnten daran vorbeifahren. Nach Wahrnehmung der Verwaltung funktioniere diese Lösung nach einer anfänglichen Eingewöhnungsphase gegenwärtig gut. Die Stadt hat inzwischen damit begonnen, den Kreuzungsbereich Göbelstraße zu verbessern, indem sie einzelne Stellplätze zugunsten von Fahrradbügeln weggenommen hat.

Das wird die Situation zumindest entschärfen. Denn vor allem stadtauswärts wird es eng. „Die Stelle ist extrem schmal geworden“, sagt die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Monica Plate (Grüne). Die Situation müsse beobachtet und Störfaktoren gegebenenfalls abgeschafft werden. Die Grünen im Bezirksrat Vahrenwald-List haben nun einen Dringlichkeitsantrag gestellt, wonach Poller künftig verhindern sollen, dass die Furt für Fußgänger an den Seiten der Ferdinand-Wallbrecht-Straße in Höhe des Überwegs nicht mehr zugeparkt wird.

„Für unsere Fahrer ist das schon eine Herausforderung, sich da durchzuschlängeln“, sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek. Die Fahrer seien gehalten, den Bereich mit größter Vorsicht zu passieren. „Allerdings können wir uns dadurch schon ein paar Minuten Verspätung einfahren“, betont er. Da die Busfahrer aber allesamt Profis seien, meisterten sie die schwierige Situation. „Auf dem Engelbosteler Damm und an der Christuskirche stehen ständig Fahrzeuge in zweiter Reihe, die umkurvt werden müssen“, sagt der Üstra-Sprecher. Die Fahrer hätten daher viel Routine.

Für Radfahrer wird es wieder eng

Eine Querungshilfe auf der Ferdinand-Wallbrecht-Straße war lange überfällig. Die Anbindung von der Edenstraße in die nördliche List war bislang vor allem in Stoßzeiten ein schwieriges Unterfangen. Nun haben Radfahrer und Fußgänger eine breite Mittelinsel und somit mehr Sicherheit auf dem Überweg in die Göbelstraße. Radfahrer auf der Ferdinand-Wallbrecht-Straße, die Richtung Moltkeplatz unterwegs sind, haben jetzt zwar eine leuchtend rote Radspur erhalten – diese muss allerdings zwangsläufig von Bussen, Lastwagen und größeren Autos überfahren werden. Die Radler sind daher an dieser Stelle besonders auf die Rücksichtnahme der Autofahrer angewiesen. Hinzu kommt, dass der Bereich kurz vor der Göbelstraße nicht geradlinig verläuft und auch noch völlig legal geparkte Autos Teile der Radspur beanspruchen. Schon jetzt weichen Radfahrer auf den Gehweg aus. Dieser Bereich wird glücklicherweise jetzt entschärft – die Stadt hat bemerkenswert schnell auf Klagen der Verkehrsteilnehmer reagiert. Künftig wird es in der List zwar drei Parkplätze weniger geben, dafür wird Platz gemacht für Fahrradbügel und eine sichere Fahrt.

Ein Kommentar von Susanna Bauch

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