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List Nachbarn renovieren ihren Treffpunkt
Hannover Aus den Stadtteilen List Nachbarn renovieren ihren Treffpunkt
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02:15 02.10.2016
Bunte Angelegenheit: Das Team vom Nachbarschaftstreff streicht mithilfe von Profis die Wände. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Hannover

Die Gärten, Häuser und Garagen in der Gottfried-Keller-Straße wirken gepflegt und freundlich. Die parkenden Autos zeugen nicht unbedingt von einem sozialen Brennpunkt. Und doch ist die Kleiderkammer im Keller des Nachbarschaftstreff List-Nordost einmal im Monat sehr gut besucht. Dann suchen bedürftige Menschen - nicht nur aus dem Quartier Gorch-Fock-Straße und Hinrichsring - nach passender Kleidung und sind dankbar für die ehrenamtliche Unterstützung durch den Nachbarschaftstreff. „Man merkt, dass sich die Menschen oft schämen. Wir wollen da einfach unkompliziert helfen“, erklärt Rita Michaelis und sortiert liebevoll die eingegangenen Kleiderspenden.

Rita Michaelis hilft wie etliche weitere Aktive gern im Nachbarschaftstreff. Seit 2007 treffen sich dort engagierte Nachbarn und Unterstützer und gestalten ihr Freizeitprogramm einfach selbst. Der Träger, die Schreberjugend Hannover, stellt die Organisationsstruktur und hilft bei der Vermittlung von pädagogischen Angeboten. Das Wochenprogramm fällt entsprechend üppig aus. Internationale Kochabende, Schachrunden, Spielnachmittage und Bauchtanzangebote locken Besucher sämtlicher Generationen und Schichten in den Treff. Es gibt Gedächtnistraining für Senioren, Hausaufgabenhilfe, PC-Kurse und ein Klönfrühstück. Leiterin Hülya Gevrek koordiniert die Angebote mit Unterstützung durch Peggy Keller, SPD-Ratsfrau und Vorsitzende des Förderkreises. Ingo Ramberg arbeitet dem Treff als Geschäftsstellenleiter der Schreberjugend zu. Das Team und die vielen Gruppenleiter sind eingespielt - nur die Einrichtung selbst brauchte Unterstützung und einen neuen Anstrich. Finanzielle Mittel sind knapp, also bewarb sich das Team schon im Juli um einen „Sommereinsatz“.

Das ist die Aktion "Sommereinsatz"

Mit der Aktionsreihe „Sommereinsatz“ kümmern sich die HAZ und die STIFTUNG Sparda-Bank Hannover um abgeplatzte Vereinsheimwände, zugewucherte Freibäder oder andere Schmuddelecken. Insgesamt mehrere 10?000 Euro werden bis Ende September für kleine handwerkliche Eingriffe bei gemeinnützigen Vereinen in Stadt und Umland eingesetzt. Die Finanzierung übernimmt die STIFTUNG Sparda-Bank Hannover, die HAZ kümmert sich um die Koordination der Handwerker und Vereine. Die nächsten Einsätze führen die Redaktion zum Waldkindergarten Barsinghausen, zum Kinderkrankenhaus auf der Bult und zum Kleingartenverein Harenberger Holz. Die Vereinsmitglieder helfen mit und bereiten den „Sommereinsatz“ vor. Bilder und Videos von den einzelnen Aktionen gibt es im Internet unter haz.li/sommereinsatz. Auch bei Facebook und Twitter kann die Aktion unter #HAZSommereinsatz verfolgt und kommentiert werden. Bewerbungen sind allerdings nicht mehr möglich.

"Eine gute Unterstützung"

„Wir feiern im nächsten Jahr schon zehnjähriges Bestehen“, sagt Keller. „Dazu wollen wir den Treff natürlich herrichten.“ Die HAZ-Redaktion und die STIFTUNG Sparda-Bank bekamen einen entsprechenden Antrag und sorgten für die Finanzierung der Handwerker und des Einsatzes, der insgesamt 2500 Euro kostete. Kendy Schneider aus Langenhagen brachte am Wochenende nun 40 Liter Farbe in den Treff und strich zwei Tage die Wände in leuchtend roten und gelben Farben. „Als ich gehört habe, dass es um einen sozialen Zweck geht, hat unser Team aufgehört, genau auf unsere Stunden zu schauen“, sagt Schneider. „Eine gute Unterstützung“, findet Leiterin Gevrek. Die Helfer und Betreiber des Treffs griffen auch selbst zu Pinsel und Farbeimer. Die Ausstattung musste für die zweitägigen Malerarbeiten verstaut werden. Am Sonnabend stärkte man sich beim gemeinsamen Frühstück.

Die Mischung macht's

„Es ist die bunte Mischung, die das Angebot hier ausmacht“, sagt Keller. Vor 15 Jahren gab es im Stadtteil keine vergleichbare Einrichtung. Der Treff selbst war ein Milchgeschäft und stand plötzlich leer. Also kämpften Politik und Nachbarn für eine gemeinsame Nutzung der 120 Quadratmeter. „Vorher gab es hier wirklich nichts“, erinnert sich Cornelia Busch, die den Antrag zum „Sommereinsatz“ eingereicht hatte. Heute nutzten jede Woche mindestens 150 Menschen die Räumlichkeiten und die Angebote. Sie feiern auch Kindergeburtstage, Weihnachtsfeiern und Frauenfeste im Nachbarschaftstreff.

Gerade weil die Betreiber wissen, wie wichtig ein Anlaufpunkt für Nachbarn in einem Stadtteil ist, engagieren sich einige auch für den Erhalt des Jugendtreffs GoHin am Hinrichsring 12. Im Dezember sollte die Einrichtung ihr 15-jähriges Bestehen feiern - nun wurden die Räumlichkeiten gekündigt. Viele Projekte stehen vor dem Aus. „Wir werden uns für den Erhalt des Jugendtreffs starkmachen“, kündigt Ingo Ramberg an. Den Ort, um entsprechende Protestaktionen zu planen, kennen die Nachbarn natürlich.

Von Jan Sedelies

Ungewisse Zukunft für den Jugendtreff "GoHin" in der List: Der Einrichtung am Hinrichsring droht das Aus. „Die Räume wurden vom Vermieter ohne Begründung zum 31. Dezember gekündigt“, sagt Ingo Ramberg von der Schreberjugend Hannover, die die Einrichtung betreibt. Nun sucht der Verein nach geeigneten Ausweichräumen.

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