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List Pläne für Wedekindplatz: Mehr Bäume, mehr Parkplätze
Hannover Aus den Stadtteilen List Pläne für Wedekindplatz: Mehr Bäume, mehr Parkplätze
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00:15 14.11.2016
Der Wedekindplatz soll mehr Charakter bekommen.
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Hannover

Weil Platz und Straße schwere Mängel aufweisen, sollen sie bis 2019 saniert werden. „Noch befinden sich die Planungen für die Neugestaltung in der Entwurfsphase“, betonte Kai Kaminski, verantwortlicher Planer aus dem Fachbereich Tiefbau. Bei den rund 80 geladenen Eigentümern, Gewerbetreibenden und Mitgliedern der zuständigen Bezirksräte stießen die Vorplanungen auf anerkennendes Lob und skeptische Nachfragen gleichermaßen. So sieht das Vorhaben im Detail aus:

  • Wedekindstraße: „Grundhafte Probleme“ der Straßendecke und auf den Gehwegen erfordern nach Einschätzung der Stadt die Erneuerung der Wedekindstraße. Betroffen ist die Strecke von der Kreuzung Lister Meile bis zur Ecke Boedekerstraße. „Die Lebensdauer der Straße ist abgelaufen. Das Schadensbild ermöglicht nicht länger die Schäden kosmetisch zu kaschieren“, erklärte Karsten Baensch aus dem Fachbereich Tiefbau den Hintergrund der bevorstehenden Arbeiten. Der vorgestellte Entwurf sieht einen Straßenquerschnitt vor, der die Straße in acht Bereiche gliedert. Neben zwei jeweils 2,50 Meter breiten asphaltierten Fahrstreifen ist in beide Richtungen ein 1,80 Meter breiter roter Fahrradschutzstreifen vorgesehen. Zwischen Gehweg und Fahrbahn sollen sich Bäume und Parkplätze abwechseln.

    Anders als bisher dürfte künftig auf beiden Seiten der Straße geparkt werden. „Die Parkbilanz verbessert sich damit erfreulicherweise von derzeit 34 auf 42 Stellplätze“, so Baensch. Eine weitere wesentliche Veränderung betrifft die Passage des Wedekindplatzes. Die Abbiegespuren und die Aufweitung der Straße sollen verschwinden. Dadurch hofft man, die beiden Teile des Platzes optisch und verkehrstechnisch wieder stärker zu verbinden. Derzeit teilt die Straße den Platz so deutlich, dass der Aufenthaltscharakter des Platzes darunter stark leidet. Noch nicht geklärt ist derweil, wie viele Ampelanlagen den Verkehr rund um den Platz regeln werden. Eine vorgestellte Lösung mit jeweils einer Ampel vor und hinter dem Platz sorgte im Publikum für Unmut. Dem Vorschlag einer Anliegerin, mit der Erneuerung die gesamte Strecke zur Tempo-30 Zone zu erklären, erteilten die Experten der Stadt eine klare Absage. „Als Hauptverkehrsstraße bleibt in der Wedekindstraße ganz klar Tempo 50“, konstatierte Baensch. Die Kosten für die Erneuerung tragen gemäß der Straßenausbaubeitragssatzung zu rund 40 Prozent die Eigentümer der anliegenden Gebäude. 

  • Wedekindplatz: „Der Wedekindplatz hat die Qualität und den Charakter eines kleinen Pariser Stadtplatzes“, findet Landschaftsarchitekt Martin Diekmann. Sein Büro „lad+“ ist verantwortlich für die Neugestaltung des zweigeteilten Platzes. Diesen Charakter wieder hervorzuheben sieht er als vorrangiges gestalterisches Ziel. Erreicht werden soll es durch die deutliche Trennung von Aufenthalts- und Verkehrsbereichen. „Das wilde Herumfahren auf dem Platz muss unterbunden werden“, so Diekmann. Künftig soll deshalb die Platzmitte auf beiden Seiten der Wedekindstraße auto- und radfrei bleiben. Man habe sogar überlegt, den Platz gänzlich vom Verkehr zu befreien. „Wir haben viele Stimmen von Bürgern vernommen, die das wünschen“, berichtete Diekmann.

    Noch ist nichts endgültig entschieden. Die vorgestellten Entwürfe enthalten allerdings einen Kompromiss. Sie kanalisieren den Verkehr kreisförmig um die Platzmitte in die Seitenstraßen. Auch um die künftige Gestaltung hat man sich bereits Gedanken gemacht. Weil der heutige Baumbestand aus Robinien deutliche Zeichen von Altersschwäche zeigt, soll er durch eine höhere Anzahl kleinerer Gehölze ersetzt werden. „Wir könnten uns Magnolien vorstellen“, schlägt Diekmann vor. Das malerische Grün gibt es bisher auf keinem anderen Platz in Hannover. Um den historischen Charakter des ehemaligen Prunkplatzes zu bewahren, setzt man bei der Gestaltung der Platzmitte auf Natursteinpflaster. Angedacht war auch ein Brunnen. Aus Kostengründen ließe sich der allerdings nicht realisieren. Vorstellbar ist stattdessen ein Schmuckbeet. Die Litfaßsäule im Südteil des Platzes soll verschwinden. Ein neuer Stellplatz wird noch gesucht.

  • Kritik: Wie bei einer Sanierung an so zentraler Stelle zu erwarten, gab es auch Kritik an den vorläufigen Plänen. Skeptisch betrachteten gleich mehrere der Anwesenden den Radschutzstreifen, der als zu eng angesehen wurde. Einige Gewerbetreibende machen sich außerdem Sorgen, ob die Planungen ausreichend Platz für den Anlieferverkehr vorsehen. Auch die beidseitige Parkregelung, bei der sich Stellplätze mit Bäumen abwechseln, wurde infrage gestellt. „Da muss ich ja immer Angst haben, vor einen Baum zu fahren“, kritisierte ein Besucher. Die Anregungen aus der Informationsveranstaltung sollen nun in eine finale Planung einfließen. Diese wird voraussichtlich im Frühjahr 2017 in den Bezirksräten vorgestellt. Die Bauarbeiten könnten dann bereits im kommenden Jahr beginnen.

Von Mario Moers

Der Wedekindplatz hat es verdient

Man darf sich auf etwas gefasst machen am Wedekindplatz. Die Baustelle wird viel Unmut hervorrufen. Es wird während der Umbauphase an Parkplätzen fehlen, es wird dreckig, staubig und chaotisch. Aber: Der Wedekindplatz hat eine Aufwertung verdient.
Er gehört vielleicht zu den schönsten Kleinplätzen Hannovers. Fast verwunschen liegt er abseits der belebten Lister Meile und, ja: Er leidet unter dem lauten, vielen Verkehr. Es ist trotzdem schön, dass die Planer so realistisch sind, seine Ränder nicht komplett von Autos befreien zu wollen, auch wenn man davon träumen mag. Der Platz, „Klein Paris“ genannt, hat auch historisch eine Funktion als Verkehrsverteiler; entfiele sie, wäre kaum noch ein Durchkommen in den Seitenstraßen.
Seit Jahren ist die notwendige Umgestaltung Thema in den umliegenden Wohnquartieren, immer wieder hat sich der Bezirksrat mit Vorschlägen befasst. Mal waren die Geschäftsleute in Sorge, dass Parkplätze wegfallen, mal war nicht genug Geld da. Was die Stadt nun vorgestellt hat, klingt nach einem behutsamen Konzept, das dem Platz einen Teil seiner Würde zurückgibt. Was er wirklich verdient hat.

Ein Kommentar von Conrad von Meding

Zum 15. Mal haben Lister Künstler beim Atelierrundgang ihre Räume geöffnet, um Einblicke in ihr Schaffen zu geben. In einer Gemeinschaftsausstellung im großen Atelier von Frîa Hagen konnten sich die Kunstinteressierten einen Überblick verschaffen. Schon dort wird die Vielfalt der Stile und Materialien sichtbar.

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Andreas Schinkel 05.11.2016
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