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List Poller-Pläne lassen Emotionen hochkochen
Hannover Aus den Stadtteilen List Poller-Pläne lassen Emotionen hochkochen
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02:15 19.12.2015
Von Susanna Bauch
Gehweg als Ersatzfahrbahn: Das soll sich in der Jakobistraße ändern. Quelle: Insa Catherine Hagemann
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Geplant ist, die Gehwege zwischen Voß- und Isernhagener Straße im Januar mit Pfosten abgesperrt werden, um illegales Parken zu verhindern. Das Debatte wird durchaus emotional geführt.

Ein Anlieger der Jakobistraße hat sämtliche betroffenen Haushalte angeschrieben und um Unterschriften und Stellungsnahmen zum Thema zusammenzutragen. „Wir wollen vor allem gehört und mit einbezogen werden, 25 Jahre lang ging hier alles gut“, sagte der Initiator bei der Einwohnerfragestunde im Bezirksrat. Eine Nachbarin erklärte, man könne doch einen Kompromiss suchen und das Parken auf den breiten Gehwegen nur zwischen 20 und 7 Uhr tolerieren. „Ich muss regelmäßig ein paar Straßen weiter parken und dann im Dunkeln allein nach Hause gehen“, klagte die Frau. Ihr Mitstreiter betonte zudem, dass man gern mit der Verwaltung zusammenarbeiten würde. „Wenn die Jakobistraße für Schrägparkplätze ausgebaut würde, wäre das auch eine Alternative.“

Die Bezirksratspolitiker indes waren sich weitgehend einig, dass die Rechtslage in der Angelegenheit klar ist. „Hier handelt es sich um illegalen Parkraum. Wenn die Verwaltung der Ansicht ist, dass hier eine Gefährdung für Fußgänger und vor allem Schulkinder vorliegt, muss sie handeln“, sagte Thomas Bechinie (SPD). Man sei sich sicher einig, dass auch schon ein einziger Vorfall einer zu viel wäre. Eberhard Mecklenburg von den Grünen betonte, dass der Bezirksrat keinen entsprechenden Beschluss zur Abpollerung gefasst, die Verwaltung daher von sich aus gehandelt habe. „Man kann aber auch nicht erwarten, dass jeder Anlieger bei Zehnfamilienhäusern einen Parkplatz vor der Tür bekommt“, betonte er.

Dennoch sind sich die Politiker einig, dass in der List starker Parkdruck herrscht. Mindestens 60 illegale Stellflächen fallen weg, wenn die Verwaltung Arbeiter mit Pollern anrücken lässt. Alternativen indes schafft sie nicht. „Es gibt durchaus noch Kapazitäten in den umliegenden Parkhäusern“, sagte Bechinie. Da müsse dann eventuell etwas zugunsten der Anlieger an der Preispolitik verändert werden. Die CDU-Fraktion tut sich dagegen schwerer mit der pauschalen Verbannung der Autos von den Gehwegen der Jakobistraße. „Es muss überlegt werden, ob das hier wirklich sinnvoll ist“, sagte der Vorsitzende Lars Pohl. Er selbst nutze die Gehwege regelmäßig als Fußgänger, von Autos hat er sich noch nicht gefährdet oder gestört gefühlt.

Nicht alle Anlieger der Jakobistraße betrachten allerdings das Parken vor der Haustür als Maßstab für urbanes Wohnen. Viele fühlen sich vom Rangieren der Autos direkt unter ihren Fenstern oder vor der Haustür empfindlich gestört und begrüßen die Poller-Pläne der Stadt. In einem allerdings dürften sich die meisten einig sein: Wenn so viele Parkplätze in der List verschwinden - und seien es auch illegale -, muss die Stadt zumindest für einen Teil von ihnen für Ersatz sorgen.

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