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List R.F. Myller malt seit 30 Jahren in Hannover
Hannover Aus den Stadtteilen List R.F. Myller malt seit 30 Jahren in Hannover
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00:15 19.07.2016
Von Susanna Bauch
„Die Bilder sind im Kopf“: Künstler R. F. Myller hat sein Atelier in der Goebenstraße. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

So einen richtigen Künstlernamen wollte R. F. Myller eigentlich gar nicht haben. Aber irgendwann vor zwanzig Jahren, der Hannoveraner war da bereits künstlerisch erfolgreich aktiv, stellte er fest, dass es da noch jemanden gab, der so hieß wie er und auch Künstler war. „Da habe ich dann den Namen ein bisschen verändert“, sagt der 51-Jährige. Und heißt seitdem R. F. Myller.

Hannover und der Stadtbezirk Vahrenwald-List sind stets das Zentrum von Leben und Schaffen des Künstlers gewesen. Myller ist in Vahrenwald aufgewachsen, hat an der Herschelschule Abitur gemacht und an der Uni zunächst Lehramt studiert. „Freie Kunst war eigentlich schon vorher mein Ziel, aber in der ersten Runde bin ich an der Fachhochschule in Herrenhausen abgelehnt worden.“ Der zweite Anlauf gelang, Myller macht jetzt seit 30 Jahren Kunst.

"Flucht und Vertreibung" sind große Themen

„Zunächst habe ich mich lange auf Druckgrafik, Holzschnitte und Radierungen konzentriert“, sagt der 51-Jährige. Mittlerweile aber widmet er sich seit zwei Jahrzehnten der Malerei, zunächst in der Helmkestraße, dann im Sahlkamp bei seiner Schwester unterm Dach und dann in einer Ateliergemeinschaft in Bornum. Seit sieben Jahren arbeitet er in der Goebenstraße in der List, sein Atelier teilt er sich mit Kollege Guido Kratz. Myller malt am liebsten in Öl, „Acryl trocknet zu schnell, da geht der Prozess beim Malen verloren“. Er malt Menschen, mal nach der Vorlage aus Zeitungsfotos, mal nimmt er seine eigenen Urlaubsfotografien als Motive. „Ein großes Thema für mich ist auch Flucht und Vertreibung“, sagt Myller. Momentan ein sehr aktuelles Thema, doch der Künstler beschäftigt sich schon seit Langem damit. „Meine Mutter ist nach dem Krieg geflohen, daher habe ich die Thematik immer wieder aufgearbeitet.“ So hängen viele politische Bilder in seinem Atelier von gesteinigten Kindern, gestrandeten Flüchtlingen in Lampedusa oder Sterbenden in Kriegsgebieten.

"Man braucht einen langen Atem"

Bilder, die nicht immer leicht in Ausstellungen zu integrieren sind. „Das Thema ist mitunter künstlerisch schwierig“, sagt Myller. Genau, wie es immer schwerer werde, von der Kunst zu leben und eine kleine Familie zu ernähren. Myller macht das mit einem Nebenjob, im Büro, trotz 30 Jahren als etablierter Künstler. „Man braucht einen langen Atem“, betont er. In der MHH stellt er aus, einmal hat er das Titelbild eines englischen Sachbuches zu Flucht und Vertreibung liefern dürfen.

Myller ist fleißig, im vergangenen Jahr hat er 35 Gemälde vollendet, und das bei einer künstlerischen Arbeitszeit von 10 bis 15 Wochenstunden. Insgesamt war er an Hunderten Ausstellungen beteiligt, derzeit wird eine weitere vorbereitet.

"Bloß nicht festlegen"

R. F. Myller mag Experimente. „Bloß nicht festlegen, egal ob es Technik, Material oder Motiv angeht. Ich weiß nie, was ich als Nächstes mache“, betont der Hannoveraner, der seine Stadt zwar liebt, aber dennoch künstlerisch reichlich über den Tellerrand geschaut hat - in San Francisco, Italien oder Osteuropa etwa. Auftragsarbeiten mag Myller weniger gern. „Wenn etwas zu meiner Arbeit passt, würde ich das schon mal machen, Landschaften etwa.“ Aber eigentlich möchte er nur nach seinen Vorlagen arbeiten; seien sie im Kopf oder auf Fotos. Nur für Frau und Tochter macht er mal eine Ausnahme. „Ich muss mir wirklich nicht meine Bilder über das Sofa hängen“, betont Myller. Aber seine Frau hatte sich Orchideen in Pink gewünscht - und sie wird sie bekommen. Wo immer die Blumen in der Myllerschen Wohnung dann auch blühen.

Wer Lust auf einen Atelierbesuch hat, kann über kontakt@rfmyller einen Termin in der Goebentraße vereinbaren.

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