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Stadt will Bolzplatz tieferlegen

List Stadt will Bolzplatz tieferlegen

Ein Café soll kommen, das Klettergerüst bleibt: Der Moltkeplatz wird gründlich umgebaut. Aber nicht zu gründlich. Das wurde bei der Bürgerversammlung zur Umgestaltung des Platzes deutlich.

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Soll bleiben: Die Kletteranlage ist bei Platzbesuchern beliebt.Fotos: Schwarzenberger (2)

List. Ein Frühsommerabend auf dem Moltkeplatz: Der Bolzplatz ist von mehreren Gruppen belagert, die dem Ball nachjagen, Mütter überwachen Kleinkinder, die mit Gummistiefeln in übrig gebliebenen Regenpfützen spielen, auf Sitzbänken ruhen Senioren, am Kiosk treffen sich Bekannte. Die zentrale Kletteranlage unter der riesigen Platane wird dann auch von Vätern und ihrem Nachwuchs gestürmt. Und von Jungs ohne Höhenangst, die, nach ihren Wünschen befragt, ganz schnell ihr Herz ausschütten. „Das Klettergerüst muss bleiben!“ Jedes Kind weiß, dass der Platz bald völlig umgebaut wird. Für Kletterer gibt es allerdings eine gute Nachricht.

„Das Gerüst wird bleiben“, sagte Stadtentwickler Thomas Göbel-Groß vorige Woche bei der letzten Bürgerversammlung zur Umgestaltung des Moltkeplatzes in der Ricarda-Huch-Schule. Mehr als 40 Teilnehmer waren dabei, als Göbel-Groß und Stefan Knuffmann vom städtischen Fachbereich Umwelt und Stadtgrün die neuesten Pläne vorstellten. Die kamen gut an; lediglich in Details wie der Parkplatzfrage, der Umgestaltung einer Bushaltestelle oder der Ausrichtung von Sitzgelegenheiten gab es Diskussionsbedarf. Die von den Planern eingeschlagene Richtung scheint aber aus Sicht der meisten Anwohner zu stimmen. Die Versammlung in der Schule wies der Verwaltung den Weg. Nun müssen noch etliche Fragen, darunter die Oberflächengestaltung der verschiedenen Platzbereiche und die Art der Neubepflanzung, in den nächsten Monaten geklärt werden. Im Herbst kommt der fertige Plan in die Ratsgremien, Ende 2017, spätestens aber Anfang 2018 geht es dann los. Mehr als 500 000 Euro sollen aus dem Stadtplatzprogramm fließen.

Jugend: Das Klettergerüst wird also bleiben, wo es ist. „Es wurde ja zwischenzeitlich schon restauriert“, sagte Göbel-Groß. Der Bolzplatz wird tiefergelegt und von einer niedrigen Betonmauer eingefasst, die die meisten Bälle abfängt. Der Zaun ringsum wird erneuert und nach innen als Ballfang für Höhenschüsse abgeknickt. Weil der Platz etwas versenkt wird, wirken die Zäune nicht übermächtig hoch. Ein zweiter Ballspielplatz wird für Tischtennis und Basketball gestaltet; eine Bouleanlage ist geplant. Auch andere Spielgeräte werden neu aufgebaut und so verteilt, dass es keine toten, unbespielbaren Ecken auf dem Moltkeplatz mehr gibt.

Mehrgenerationenplatz: Herzstück ist der Kiosk mit seiner sanierungsbedürftigen WC-Anlage. Mit dem Pächter, der Firma Ströer/DSM, sowie dem Kioskbetreiber verhandelt die Stadt noch über einen Umbau. Es geht um neue Toiletten, vor allem aber um die Öffnung des Kiosks zum Platz hin und eine Erweiterung als Café. Dafür müsste auch ein Wirt gefunden werden. Auf dem Platz werden neue Sitzbänke, aber auch Tische installiert, die sowohl für Picknicks als auch für Tischspiele genutzt werden können. Die jede Sicht versperrenden Mauern rund um den Kiosk verschwinden.

Bäume und Pflanzen: Mehr Licht und mehr Einsicht auf den Platz soll her. Man habe die großen Bäume auf ihre Vitalität hin bewertet, sagte Knuffmann. Platanen, Rosskastanien, Linden, Baumhasel und Stieleichen - die großen Bäume sollen bleiben. Einige kleinere Bäume und etliche wild wachsende Sträucher werden entfernt. Aber neue Pflanzen, Bäume, Ziersträucher sind geplant. „Wir schaffen mehr Ordnung“, sagte Knuffmann. Der Platzrahmen wird neu gestaltet; durch Grün, aber auch mit Betoneinfassungen, die zugleich als Sitzbänke genutzt werden können.

Verkehr: Die Wege rund um den Platz werden erneuert, ohne die beiden Wochenmärkte zu beeinträchtigen. An den Ecken sollen die Gehwege verbreitert werden. Das kostet bis zu fünf Stellplätze. Ansonsten soll das Parken aber wie bisher - auf der Straße - erlaubt bleiben. Die Bushaltestelle der Linie 200 an der Kreuzung Ferdinand-Wallbrecht-Straße bleibt nun doch an Ort und Stelle. Sie wird aber barrierefrei ausgebaut. Die Radwege auf den Gehwegen verschwinden, Radfahrer sollen künftig auf die Straße ausweichen. Dann kommen sie sich auch nicht mehr, wie bislang, mit wartenden Busfahrgästen in die Quere. Weiteres Argument der Platzplaner: Am Moltkeplatz gelte Tempo 30, und damit sei Radfahren auf der Straße gestattet. Allerdings gilt die Tempo-30-Regel an der Voßstraße erst ab der Einmündung zum Moltkeplatz. Auf dem ersten Abschnitt müssten sich Radfahrer daher die Straße mit Bussen und Autos teilen, die Tempo 50 fahren dürfen. Von Marcel Schwarzenberger

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