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Kleine Küchen ganz groß

Im WOK-Museum Kleine Küchen ganz groß

Eigentlich kommen die Besucher des Museums WOK ja, um durch die Schauräume zu bummeln, in denen Kücheneinrichtungen aus unterschiedlichen Epochen und Ländern aufgebaut sind. Das Museum präsentiert in der List erstmals seine Miniaturen in einem eigenen Raum.

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Carl-Werner Möller Hof zum Berge vom World of Kitchen Küchenmuseum möchte mit seinem größten Puppenhaus der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde. Dahinter verbirgt sich die Sammlung der Puppenstuben des WOK-Museums.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Doch für die liebevoll und bis ins Detail authentisch arrangierten Alltagsszenerien aus der Welt des Kochens und Essens gibt es Vorbilder. Sie sind allerdings bedeutend kleiner: Insgesamt 14 Puppenstubenküchen hat Museumsgründer Carl-Werner Möller Hof zum Berge vor gut sieben Jahren gebaut. Sie waren sozusagen Prototypen, die Keimzellen für das 2010 eröffnete WOK. Denn jede der Mini-Küchen sollte über kurz oder lang einmal in Originalgröße im Museum stehen. „Etwa zwei Drittel davon haben wir schon geschafft“, sagt Möller Hof zum Berge.

Der neueste Schauraum des WOK widmet diesen Miniaturküchen erstmals einen eigenen Bereich. Nicht nur ihnen: Auch zahlreiche andere Küchen in Puppenstubengröße, die Spender dem Museum geschenkt haben, sind dort zu sehen. „Wir können jetzt endlich unsere gesamte Sammlung mit rund 60 Miniaturen angemessen präsentieren“, sagt Möller Hof zum Berge. Bisher war für diese nur eine Ecke in dem Raum für Sonderausstellungen frei. Nun ist mehr als doppelt so viel Platz. „Das ist die größte Umbaumaßnahme seit der Eröffnung unseres Museums“, betont der Chef. Und wie immer haben die Vereinsmitglieder tatkräftig bei dem Projekt geholfen.

Um zu den Puppenhausküchen zu gelangen, müssen die Besucher zunächst durch ein großes „Puppenhaus“ gehen: Das WOK-Team hat in wochenlanger, ehrenamtlicher Arbeit einen vier Meter hohen und sechs Meter breiten Vorbau gezimmert, der mit seiner gemalten Mauerwerk-Optik an ein Haus erinnern soll. Wer davor steht, blickt auf den Eingang und fünf Zimmer, in denen teils exotisch gekleidete Schaufensterpuppen inmitten unterschiedlicher Szenerien posieren. Auch ein Tee-Samowar und Kaffeesäcke sind zu sehen. „Das soll Impressionen aus Brasilien, Indien und Äthiopien darstellen“, erklärt Möller Hof zum Berge. In den darunter liegenden Zimmern sind vom WOK gesammelte Teddys, Puppen und Seidenblumen wie in einer kleinen Ladenzeile drapiert. Den Bezug zum Thema Küche haben die Macher hier ein wenig vernachlässigt.

Umso mehr gibt es ihn in dem dahinterliegenden Raum. Dicht an dicht sind dort die Miniaturküchen hinter Glas aufgereiht - in Ikea-Regalen namens „Expedit“. Einen großen Teil dieser Kollektion hat Margret Seemann aus Duisburg zusammengetragen. Die mittlerweile 86-Jährige hat dem WOK nach und nach immer mehr ihrer Miniaturküchen überlassen. Darunter auch ein Modell, das um 1900 seinen Einsatz in Kinderzimmern hatte. Sammlerin Seemann hat längst nicht nur auf fertige Utensilien zurückgegriffen. „Sie hat die Küchen nach ihren Vorstellungen gestaltet“, sagt Möller Hof zum Berge. So gibt es ein Exemplar, das Goethes Küche in seinem Haus in Weimar nachempfunden ist, in einem anderen Arrangement greift Wilhelm Buschs Witwe Bolte zum Kochlöffel. In manchen Fällen hat Margret Seemann sogar winziges Keramikgeschirr selbst gebrannt, lasiert und bemalt. Auch kleine Waschküchen sind zu bestaunen, einige Esszimmer oder eine Kombination aus Küche und Bäckerei.

Die Miniaturensammlung des WOK wird weiter wachsen. Und natürlich auch die Sammlung von Küchen und Zubehör in Originalgröße, die den größten Teil der 1400 Quadratmeter Ausstellungsfläche belegen.„Wir bekommen immer wieder Spenden, von überall her“, sagt Möller Hof zum Berge. Das freut ihn und seine Mitstreiter. Allerdings ist der Platz begrenzt - und in den Magazinen lagern noch gut 1000 Bananenkisten voller ungehobener Schätze. Doch so ist das nun mal bei einem Museum.

Geöffnet ist das WOK-Museum in der Spichernstraße 22 dienstags bis sonnabends von 11 bis 19 Uhr. Der Besuch inklusive zweistündiger Führung kostet 12,90 Euro pro Person, der Preis für eine Stunde beträgt 8,90 Euro.

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