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Zwei Kilometer zum Hort sind zulässig

List Zwei Kilometer zum Hort sind zulässig

Eltern wollen ihre Kinder an einer anderen Grundschule als vorgesehen einschulen, da dort die Nachmittagsbetreuung gewährleistet ist. Aber der Schulleiter beruft sich auf die Vorgaben der Landesschulbehörde und lehnt ab.

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Die Comeniusschule ist eine der Grundschulen in der List. Foto: Franson

Quelle: Samantha Franson

List. Die Schulbezirksgrenzen sorgen weiter für Unruhe in der Lister Elternschaft. Denn auch, wenn ein Hortplatz an einer anderen Schule zur Verfügung steht, ist ein Wechsel an diese nicht so einfach - es gelten schließlich die Einzugsgebiete. Drei Schüler aus dem Einzugsbereich der Grundschule Mengendamm sollen nach dem Wunsch der Eltern im Sommer auf die Comeniusschule gehen, da sie dort einen Hortplatz haben. „Die Kinder müssten dann einfach nur über den Schulhof in die Hortgruppe gehen, außerdem wohnen die Großeltern gleich um die Ecke“, sagt eine der berufstätigen Mütter.

Zuständig für die künftigen Erstklässler ist formal die Grundschule Mengendamm, doch hier gibt es keinen Hortplatz für die drei, die Warteliste ist lang. Überdies fällt der Teil des De-Haën-Platzes, an dem die Familien wohnen, im kommenden Jahr nach Änderung der Schulbezirksgrenzen ohnehin in den Bereich der Comeniusschule. „Die Schulleitung an der Mengendammschule hat den Schulwechsel allerdings abgelehnt“, sagen die betroffenen Mütter.

Schulleiter Andreas Kathmann erklärt seine Gründe. „Wenn eine Betreuungsmöglichkeit weniger als zwei Kilometer entfernt gelegen ist, ist das nach Vorgaben der Landesschulbehörde zulässig und zumutbar.“ Der Hort der Comeniusschule ist nur rund 1,2 Kilometer von der Mengendammschule entfernt, „ein Schulwechsel daher nicht zwingend notwendig“, so Kathmann. Es gebe allerdings Ausnahmeregelungen für Einzelfälle mit „unzumutbarer Härte“. Ob und wann dieser Fall eintritt, entscheiden die Leitungen von Pflicht- und Wunschschulen gemeinsam. „Wenn auch nur einer nicht zustimmt, geht der Vorgang an die Landesschulbehörde, die dann eine Entscheidung trifft“, betont Kathmann. Was seine Schule betreffe, halte er sich an die Vorgabe der Landesschulbehörde und damit an das Gesetz. „Alles unter zwei Kilometern ist machbar.“ Mit Ausnahmen von dieser Regelung ist er vorsichtig geworden. „Man schafft leicht Präzedenzfälle, was dazu führt, dass viele Eltern Sonderregelungen beanspruchen.“

Auch die kommissarische Leiterin der Comeniusschule entscheidet nach der Rechtslage. „Es ist nun einmal so, dass den Kindern ein Weg bis zu zwei Kilometern zugemutet wird“, sagt Birgit Furtner. Die Hürde, von der Landesschulbehörde eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten, sei sehr hoch. „Für die Familien ist der Wunsch nach Hortbetreuung in Schulnähe sehr gut nachzuvollziehen, aber formal ist in diesen Fällen eine Ablehnung korrekt.“ Grundsätzlich ist jede Grundschule froh über möglichst viele Kinder. Wird ein entsprechender Wechselantrag von den Schulleitern abgelehnt, wandert der Vorgang automatisch an die Behörde. „Dort wird über eine eventuelle unzumutbare Härte entschieden“, so Furtner.

Anja Schumacher, die den Hort am Mengendamm leitet, hat die Erfahrung gemacht, dass das nur selten klappt. „In der Regel werden solche Anträge abgelehnt.“ Schumacher weist darauf hin, dass sich an den städtisch geförderten Horten Schüler aus dem gesamten Stadtgebiet anmelden können. „Das würde ich zwar nicht empfehlen, aber es ist der Grund dafür, dass unseren Hort nicht nur Kinder aus der benachbarten Grundschule besuchen.“ Ein Wechsel auf eine Ganztagsschule würde im Übrigen immer genehmigt. „Aber von einer auf die andere Grundschule, da tun sich die Beteiligten oft schwer“, meint Schumacher.

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