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Zweite Klasse kämpft um Klassenlehrerin

Comeniusschule Zweite Klasse kämpft um Klassenlehrerin

Schlechte Nachrichten kurz vor den Sommerferien: Zwei Wochen bevor die schulfreie Zeit beginnt, haben die Mädchen und Jungen der 2b an der Comeniusschule in der List eine traurige Neuigkeit erhalten. Zum neuen Schuljahr verlieren sie gleich beide Klassenlehrerinnen.

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Bildung durch Bindung: Zweitklässler protestieren vor der Landesschulbehörde gegen die Versetzung ihrer Lehrerin.

Quelle: Alexander Körner

Hannover. Die eine geht in den Ruhestand, die andere ist abgeordnet zur Rosa-Parks-Schule. Die Parallelklasse muss ebenfalls auf beide Lehrerinnen verzichten, sie unterrichten dort umgekehrt als Leitung und Vertreterin. Der Hintergrund für die Abordnung ist ein Überhang von rund 80 Lehrerstunden an der Comeniusschule. Dort werden zu den Sommerferien zwar noch fünf Klassen verabschiedet, in den unteren Jahrgängen ist die Schule aber nur noch zwei- bis dreizügig. Daher hat die Landesschulbehörde angeordnet, Lehrer an die stark nachgefragte Ganztagsschule Rosa Parks, die in Vahrenwald an der Isernhagener Straße liegt, abzugeben - zunächst für ein Jahr.

Entsprechende Kolleginnen sind auch gefunden worden - wenngleich eigentlich keine wechseln möchte. Die Elternvertreter der betroffenen zweiten Klassen stört zum einen, erst so spät über den Wechsel informiert worden zu sein, zudem kritisieren sie die Auswahl ausgerechnet ihrer Klassenlehrerin. „Die Zweitklässler müssen nun mit einem Lehrerwechsel klar kommen, der immer schwer ist für Kinder“, betont eine Mutter. Die nun ausgeliehene Lehrkraft soll an der Isernhagener Straße eine erste Klasse übernehmen, „und auch diese nach einem Jahr wieder abgeben, wenn sie wie geplant zurück an die Comeniusschule kommt“, betont die Mutter. Auch das sei nicht optimal für die Erstklässler dort, die sich dann im zweiten Schuljahr ebenfalls wieder an eine neue Lehrerin gewöhnen müssen.

Eltern beschweren sich über Auswahl

Die Eltern der Zweitklässler fragen sich, warum keine Lehrkraft wechselt, die zum Sommer eine der vierten Klassen abgibt. „Da ist ein Abschied ja ohnehin vollzogen“, argumentieren die Eltern. Laut Landesschulbehörde ist zwar die Abgabe von überschüssigen Lehrerstunden an eine andere Schule Pflicht, wer aber gehen soll, liegt in der Entscheidungsmacht der Schulleitung. „Wir haben uns sowohl bei der Schulleitung als auch bei der Landesschulbehörde über diese fehlerhafte Auswahlentscheidung beschwert. Die Landesschulbehörde zieht sich darauf zurück, dass sie keinen Einfluss auf die Entscheidung der Schulleitung habe“, sagten die Elternvertreter der 2b. Der zuständige Dezernent Martin Deiwick hatte den Elternvertretern den Sachverhalt zur notwendigen Abordnung in einem Telefonat erläutert. „An diesem Sachverhalt hat sich nichts geändert“, betont Deiwick in einem kurzen Schreiben. Auch in einem kurzfristig anberaumten Gespräch mit der Schulleitung wollte diese keine konkreten Angaben zur Auswahl und Bereitschaft der vom Wechsel betroffenen Lehrkräfte geben. „Es musste eine Lösung gefunden werden“, sagt Schulleiterin Birgit Furtner. Darüber hinaus sei sie angehalten, sich zu dem Vorgang nicht zu äußern.

"Planungen sind verfehlt"

Und so ist eine Abordnung von Eltern und Schülern am Montagmittag vor die Behörde am Waterlooplatz gezogen, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. „Uns geht es nicht allein um die Tatsache, dass eine beliebte Lehrerin gehen soll, sondern auch um die schwer nachvollziehbare Neuordnung der Schulbezirke im Stadtgebiet“, betonen die Elternvertreter. Durch die Neuordnung verliert vor allem die Comeniusschule Kinder während die anderen Einrichtungen überlaufen. Neben der Tatsache, dass Eltern und Schüler die vertraute Lehrerin nicht gerne abgeben möchten, kommen auch organisatorische Gesichtspunkte. Die neue Lehrerin etwa möchte die für das dritte Schuljahr geplante Klassenfahrt mit der ihr noch unbekannten Klasse nicht antreten. „Das verstehen wir auch, aber dazu hätte es nicht kommen müssen“, sagen die Elternvertreter.

Sie sehen auch die Schwierigkeiten der Schulleitung, eine Entscheidung zu treffen. „Offenbar sind die Planungen der Landesschulbehörde in Sachen Schulbezirksgrenzen verfehlt, wenn es zu so großen Unterschieden bei der Klassenstärke der Grundschulen kommt“, sagt die Elternvertreterin. Allerdings sei diese Tatsache wiederum bereits seit einem Jahr absehbar. „Wenn wir uns früh genug mit Leitung, Behörde und Lehrern zusammengesetzt hätten, hätte es eine andere Lösung gegeben.“

Ganztag ist gefragt

Neue Wege für Grundschüler: Die wiederholte Änderung der Schulbezirksgrenzen ruft seit Monaten viele Eltern auf den Plan, da viele Kinder künftig längere Schulwege in Kauf nehmen müssen. Die Schulen mit Ganztagsangebot werden vermehrt nachgefragt und sind so gut wie ausgelastet, während die Einrichtungen ohne Nachmittagsangebote noch zum Teil reichlich freie Kapazitäten haben. Für das kommende Schuljahr 2016/2017 starten die Brüder-Grimm-Schule, die Grundschule Mengendamm und Rosa Parks vierzügig, an den Grundschulen Comenius, Welfenplatz, Glücksburger Weg und Alemannstraße gehen drei erste Klassen an den Start.

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