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Zwölf Minuten für die Klassenehre

List Zwölf Minuten für die Klassenehre

In der Pausenliga an der Leibnizschule treten Klassen zwischen den Stunden im Fußball gegeneinander an.

Ein Projekt mit Potenzial. Eingeführt hat es Sportreferendar Daniel Hintzke.

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Sieg für das Team „NoScope“ um Philipp (rotes Trikot): Sportreferendar Daniel Hintzke verkündet das Endergebnis. Fotos: Kutter

Quelle: (Foto: Katrin Kutter)

List. List. Wenn Philipp den Ball jetzt ins Netz schießt, kann er den Vorsprung für sein Team „NoScope“ so weit ausbauen, dass ihnen der Sieg sicher ist. Aber auch Greta macht sich bereit. Sie steht für die Mannschaft „Creme fresher than U“ im Tor - und muss halten, wenn das Team den Rückstand noch aufholen will. Gekonnt nimmt Philipp einen Pass an, läuft an seinen Gegnern vorbei und tritt den Fußball mit aller Kraft in Richtung Tor. Erst sieht es so aus, als könnte Greta den Ball aufhalten - doch in letzter Sekunde rutscht er an ihren Fingern vorbei und landet im Netz. Kurz darauf pfeift Daniel Hintzke ab, das Team „NoScope“ gewinnt das Halbfinale der Pausenliga mit 4:0. Die Fans der Klasse 7b feiern ihre Mannschaft, doch traurig verlassen auch die Verlierer die Sporthalle der Leibnizschule nicht. Dafür war der Spaß am Spiel viel zu groß.

Die Pausenliga ist ein Projekt von Daniel Hintzke. Der 28-Jährige ist seit einem Jahr Referendar für die Fächer Mathe und Sport am Gymnasium in der List. Die Schule organisiert seit Langem zahlreiche Sportangebote für die Schüler. Dennoch war Hintzke fasziniert, wie selbstverständlich die Kinder in ihrer großen Pause auf dem Schulhof Fußballturniere austrugen. Zudem hatte er gehört, dass es an anderen niedersächsischen Schulen bereits Pausenligen gibt. Die Idee, ein richtiges Turnier für die Hobbykicker in der großen Pause zu organisieren, ließ ihn daraufhin nicht mehr los.

Zuerst bat er bloß die Sechstklässler in der dritten großen Pause in die Sporthalle. Jede der vier Klassen sollte ein Team aufstellen, ihm einen kreativen Namen geben und in zwei Halbfinalspielen, einem Finale und einem Spiel um Platz drei ermitteln, wer die besten Fußballer hat. Mittlerweile läuft schon die zweite Jahrgangsstufe einmal in der Woche zum zwölfminütigen Fußballduell auf. Eine Partie gibt es pro Woche, nach vier Wochen steht der Sieger fest.

Über die Erfahrungen mit der Pausenliga schreibt Hintzke nun seine Abschlussarbeit. „Ich finde gerade das Miteinander toll, das diese Turniere fördern“, sagt er. Sein Blick fällt auf zwei „Creme fresher than U“-Fans, die auf der abgegriffenen Turnbank stehen, ein Plakat mit dem Namen ihrer Mannschaft schwenken und so laut schreien, dass die Mädchen am Abend wohl heiser sein werden.

Referendar Stefan Engel denkt schon weiter. „Wir wollen eine Kooperation mit Hannover 96 anregen und stehen schon in Kontakt mit dem Niedersächsischen Fußballverband“, erzählt er. Mit etwas Glück finden dann nicht nur Nachwuchskicker ihre Bühne, sondern auch potenzielle Schiedsrichter und sogar Trainer können sich von Profis ausbilden lassen. „Die Pausenliga ist eine schöne Ergänzung zu unserem erlebnispädagogischen Konzept“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Monika Rosner. „Denn Sozialverhalten lernen Schüler auch durch gemeinsamen Sport.“

Wie gut das klappt, zeigt ein Blick aufs Spielfeld nach dem Abpfiff. „Gut gespielt“ bekommen sowohl Philipp wie auch Greta zu hören. Greta freut sich, denn sie interessiert sich eigentlich nicht groß für Fußball. „Aber das hat schon echt Spaß gemacht.“ Und Philipp, der in der Jugendmannschaft von Hannover 96 das Tor hütet, genießt die Abwechslung in der Pausenliga. „Hier kann ich auch mal als Verteidiger auf dem Platz stehen.“

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