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Die Fischertechniker

Marienwerder Die Fischertechniker

Beim Bastler- und Tüftler-Stammtisch im Waldkauz zeigen Hobby-Erfinder ihre neuesten Konstruktionen. Jetzt waren sie zu Besuch in der Fischertechnik AG der Grundschule Marienwerder.

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Antonio-Dennis Schulze (9) zeigt sein selbst gebautes, programmierbares Riesenrad.Fotos: Moers (4)

Marienwerder. Auf seine Auswahl an unterschiedlich langen Miniatur-Kolben ist Uwe Schmidt besonders stolz. Die gibt es so nämlich nicht im reichhaltigen Fischertechnik-Sortiment. „Wir haben sie selbst entworfen und mit dem 3-D-Drucker hergestellt“, erklärt der Stammgast beim Fischertechnik-Stammtisch im Waldkauz stolz. Mit den Kolben, die mehr Luft fassen als die handelsüblichen, ließe sich etwa der Pneumatikbagger noch effektiver konstruieren, den der zehnjährige Thomas mitgebracht hat. Am Wochenende besuchte die Fischertechnik AG der Grundschule Marienwerder den Erfinder-Stammtisch, der seit zwei Jahren Fans der bunten Bausteine sogar aus dem Umland anlockt.

„Als Kind war ich stets der Einzige, der sich mit Fischertechnik beschäftigt hat“, erinnert sich Softwareentwickler Ralf Geerken an seine Sozialisation in den Sechzigerjahren. Aus der damaligen Isolation heraus entstand später der Wunsch, sich auch über das Internet hinaus persönlich über sein Hobby auszutauschen. Vor zwei Jahren gründete Geerken den Stammtisch im Ausflugslokal Waldkauz gegenüber den Hinüberschen Gärten. Dabei war das Technikbaukastensystem, dass der deutsche Erfinder Artur Fischer 1964 entwickelt hatte, früher viel populärer als heute. Trotzdem blieb die clevere Lego-Alternative stets ein Spielzeug für diejenigen Kinder und Jugendlichen, die man heute mit dem englischen Begriff „Nerds“ bezeichnen würde. Technikbegeisterung und ein ausgeprägter Spieltrieb sind eine Gemeinsamkeit, die wohl die meisten Besucher am Stammtisch teilen.

Als Highlight für die Grundschüler hat Geerken heute eine große Eigenkonstruktion mitgebracht. Jung und Alt versammeln sich um die graue Abfahrtspiste, auf deren Spitze zwei Rennautos platziert wurden. Alles gebaut aus Fischertechnik, selbstverständlich. Am unteren Ende, im Ziel, hat Geerken zwei Metal-Klangstäbe angebracht. Ein bisschen wie im Physik-Unterricht, nur mit deutlich mehr Engagement als die meisten Lehrer, erklärt er den umstehenden Fischertechnikern und Zaungästen den Versuchsaufbau. „Welches Auto kommt schneller unten an? Denkt daran, beide sind gleich schwer“, fragt er anschließend in die Runde. Mit spitzbübischer Freude wartet er auf die Antworten. Der Versuch soll die physikalische Regel der Äquivalenz von träger und schwerer Masse anschaulich verdeutlichen, ein Grundprinzip der Gravitation. Fischertechniker haben Spaß daran, sich die Physik für ihre eigenen Konstruktionen gefügig zu machen.

Eine ganz praktische Absicht verfolgt dagegen Ingwer Carstens mit seiner neuesten Maschine. Der aus Wennigsen stammende Bastler baut aktuell an einer Art manuellen Braillezeile, also einem Gerät, über das sein Gegenüber das, was er tippt, in Blindenschrift erfühlen kann. Noch hat er Probleme, die Eingabe über die sechs Tasten und ein System von Umlenkrollen lesbar zu machen. „Hier kann man gemeinsam nach einer Lösung suchen“, schätzt Carstens die Treffen, zu denen jedes Mal gut ein Dutzend Teilnehmer und einige interessierte Besucher kommen. „Die Szene tauscht sich heute besonders im Netz aus, aber so ein Stammtisch ist doch noch etwas Besonderes“, findet Geerken.

Den Termin für den kommenden Stammtisch und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es per E-Mail an ralfgeerken@yahoo.de. Von Mario Moers

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Marienwerder in Zahlen
  • Stadtbezirk : Herrenhausen-Stöcken, 12. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Burg, Herrenhausen, Ledeburg, Leinhausen, Marienwerder, Nordhafen und Stöcken
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 34.664 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Burg (3.725), Herrenhausen (7.660), Ledeburg (5.797), Leinhausen (2.918), Marienwerder (2.461), Nordhafen (128) und Stöcken (11.975)
  • Bevölkerungsdichte : 1.641 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30419
  • Besonderheit: Traurige Berühmtheit erlangte der Stadtteil für das Konzentrationslager beim Akkumulatorenwerk, einem Außenlager des KZ Neuengamme. Rund 1800 ausländische Zwangsarbeiter mussten dort unter unmenschlichen Bedingungen leben und arbeiten. Zur Erinnerung stehen seit 1989 nahe dem Lager ein Mahnmal und Gedenktafeln.