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Ist dieser Friedhofsparkplatz illegal?

Marienwerder Ist dieser Friedhofsparkplatz illegal?

So hatten sich das die Abgeordneten sicher nicht vorgestellt. Da sorgt sich die CDU-Fraktion um die Verkehrssicherheit in ihrem Quartier und stößt damit versehentlich eine Untersuchung an, die in der Stilllegung des Parkplatzes der Friedhofskapelle Marienwerder enden könnte.

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Die Verwaltung prüft, ob die Parkfläche an der Friedhofskapelle stillgelegt werden muss.

Hannover. Eigentlich wollte man doch bloß die Ausfahrt von dem kleinen Schotterparkplatz zwischen der Gaststätte Waldkauz und der Kapelle sicherer gestalten. Ein Verkehrsspiegel wurde beantragt, der abbiegenden Autofahrern einen besseren Blick um die Friedhofshecke ermöglichen soll. Der Haken: Auf beiden Seiten der Friedhofskapelle befinden sich Parkplätze. Als man in der Verwaltung die Spiegel-Forderung prüfte, fiel auf, dass der Größere von beiden vermeintlich niemals amtlich als Parkfläche ausgewiesen wurde. Er wäre demnach illegal. Besonders kurios, der Verkehrsspiegel war eigentlich für den Kleineren vorgesehen, der Größere geriet also versehentlich in das Visier der Verwaltung.

„Es muss jetzt weiter geprüft werden, ob der Parkplatz möglicherweise stillgelegt wird“, kommentiert Bezirksmanagerin Rita Heitsch die unerwartete Entdeckung.

Den eigentlichen Anlass der Prüfung hält die Stadt dagegen für rechtlich nicht machbar. Verkehrsspiegel seien grundsätzlich nicht „rechtswirksam“ und würden deshalb in der Landeshauptstadt nicht aufgestellt. Der CDU-Antrag scheiterte nach dieser Einschätzung auch in der anschließenden Abstimmung im Bezirksrat und ist damit vom Tisch. Was bleibt, ist die Frage, ob Trauergäste in Marienwerder künftig einen längeren Fußmarsch einplanen müssen. „Die Verwaltung hat das alles völlig durcheinandergebracht“, konstatiert CDU-Fraktionschef Wolfgang Neubauer verärgert. Sein Parteikollege Norbert Dragon kündigt bereits Protest an, sollte die Verwaltung tatsächlich eine Stilllegung in Erwägung ziehen.„Den Parkplatz zu streichen wird in Marienwerder auf entschiedenen Widerstand stoßen“, so Dragon.

Einen interessanten Beitrag zur fehlentwickelten Spiegel-Debatte lieferte ein Anwohner in der Bürgersprechstunde des Bezirksrats. „Vor langer Zeit hing dort sogar ein Spiegel. Der wurde irgendwann abgebaut“, erklärte er.

Von Mario Moers

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Marienwerder in Zahlen
  • Stadtbezirk : Herrenhausen-Stöcken, 12. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Burg, Herrenhausen, Ledeburg, Leinhausen, Marienwerder, Nordhafen und Stöcken
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 34.664 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Burg (3.725), Herrenhausen (7.660), Ledeburg (5.797), Leinhausen (2.918), Marienwerder (2.461), Nordhafen (128) und Stöcken (11.975)
  • Bevölkerungsdichte : 1.641 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30419
  • Besonderheit: Traurige Berühmtheit erlangte der Stadtteil für das Konzentrationslager beim Akkumulatorenwerk, einem Außenlager des KZ Neuengamme. Rund 1800 ausländische Zwangsarbeiter mussten dort unter unmenschlichen Bedingungen leben und arbeiten. Zur Erinnerung stehen seit 1989 nahe dem Lager ein Mahnmal und Gedenktafeln.