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Misburg BMX-Fans dürfen nicht mehr fahren
Hannover Aus den Stadtteilen Misburg BMX-Fans dürfen nicht mehr fahren
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02:15 19.02.2016
Von Andreas Schinkel
Die BMX-Bahn beim Misburger Bad ist seit zwei Wochen gesperrt. Quelle: Katrin Kutter
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Misburg

Adolphs kümmert sich zusammen mit einigen BMX-Fans seit 2006 um die Strecke in Misburg. Regelmäßig werde der Boden geglättet, die Bahn von Steinen und Unkraut befreit, sagt Adolphs. Auch im Bezirksrat wundert man sich, dass die Stadt das Gelände umzäunt hat. „Viele Kinder und Jugendliche aus den umliegenden Stadtteilen treffen sich auf der BMX-Bahn“, sagt die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Uta Engelhardt (Grüne). SPD und Grüne im Rat haben 30 000 Euro in den Haushalt gestellt, um die Strecke attraktiver zu machen. Stattdessen darf die BMX-Bahn jetzt gar nicht mehr befahren werden.

Der Grund für die Sperrung bleibt unklar. Nach Informationen des Stadt-Anzeigers will die Stadt prüfen lassen, ob eine Unfallgefahr besteht. Dazu sei ein Gutachten in Auftrag gegeben worden, heißt es. Bis der Sicherheitsbericht fertig ist, bleibe die Anlage geschlossen. Offiziell sagt die Stadtverwaltung auf Anfrage allerdings nur, dass die Planungen erst am Anfang stünden. In einigen Wochen gebe es Konkretes zu vermelden. So lange scheint die Bahn gesperrt zu bleiben.

Nach Informationen des Stadt-Anzeigers liegt die Ursache auch in einem Kompetenzgerangel zwischen Abteilungen der Stadtverwaltung. Welcher Fachbereich soll für die BMX-Bahn zuständig sein? Das Liegenschaftsamt, das Grünflächenamt oder doch die Sportverwaltung? Auch will man rechtlich sicherstellen, dass sich jemand um die Pflege und Instandhaltung der Bahn kümmert.

Das haben bisher Adolph und seine BMX-Fans übernommen, jedoch nicht als eingetragener Verein, sondern als loser Zusammenschluss von Sportlern. Offenbar scheint das der Stadt nicht mehr zu genügen. Dabei hatte die Verwaltung Adolph und seinen Sportsfreunden noch vor drei Jahren Arbeitsgeräte spendiert, damit sie das Gelände instand halten können. „Im Jugendzentrum Misburg hat uns die Stadt eine Unterstellmöglichkeit für die Geräte angeboten“, sagt Adolph. Zuletzt habe er im März 2015 mit Schaufel und Hacke die Bahnen hergerichtet. Abgesehen von ein paar losen Pflastersteinen am Starthügel sei die Strecke in Ordnung. „Um dort Wettkämpfe austragen zu können, müsste allerdings mehr getan werden. Man müsste etwa die Kurven asphaltieren“, erklärt der 40-Jährige.

Rund 20 Jahre ist es her, dass auf der Misburger Bahn Wettkämpfe veranstaltet wurden. Damals fand dort sogar eine Deutsche Meisterschaft im BMX-Rennen statt. BMX-Rennen unterscheiden sich von BMX-Freestyle-Wettkämpfen. Letztere bieten eine Plattform für spektakuläre Sprünge und akrobatische Bewegungen. Am Jugendzentrum Glocksee in der Calenberger Neustadt können sich Freestyler auf einer angelegten Strecke austoben. Auf der Misburger Bahn rasen die Fahrer mit ihren wendigen Rädern zwar auch über kleine Hügel, aber dabei geht es um hohes Tempo, nicht um die Art der Sprünge.

Die Debatte um die BMX-Bahn beschäftigt auch die Ratspolitik. Grünen-Sportpolitiker Mark Bindert empfiehlt, ein Schild aufzustellen mit der Aufschrift: „Benutzung auf eigene Gefahr“. „Das funktioniert auch beim Mountainbike-Parcours in der Eilenriede“, sagt Bindert. Den Bau der Geländerad-Strecke am Rodelberg in Waldhausen hat die Stadt finanziert. Um Pflege und Instandhaltung kümmert sich auch kein Verein, sondern eine lose Gruppe von Mountainbikern - bisher ohne Einwände der Stadt.

von Andreas Schinkel

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