Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Bezirksrat streitet um Neubau des Misburger Bads

Misburg Bezirksrat streitet um Neubau des Misburger Bads

Gleich zweimal sind Mehrheits- und Minderheitsfraktionen im Stadtbezirksrat Misburg-Anderten bei der jüngsten Sitzung in Sachen Misburger Bad aneinandergeraten. Zum einen ging es darum, wer sich an den Planungen beteiligen darf, zum anderen um die Forderung, eine Physiotherapie und ein Fitnessstudio im neuen Bad unterzubringen.

Voriger Artikel
Misburg bekommt eine neue Feuerwache
Nächster Artikel
So war die Kindheit im kriegszerstörten Misburg

Das Misburger Bad ist zurzeit gesperrt.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Die CDU hatte beantragt, „alle Beteiligten und Akteure, die bisher das Misburger Bad benutzt haben, intensiv in die Vorplanungen einzubeziehen.“ Dies sei, so sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Tegeder, ein Placebo-Antrag. „Erstens hat die Stadt ohnehin eine Beteiligung etwa der Vereine angekündigt. Zweitens wollen wir nicht, dass sich die Planungen verzögern“, sagte Tegeder. Daraufhin warf Mike Weidemann den Mehrheitsfraktionen aus SPD, Grünen, Linken und Piraten „Herumeierei statt Transparenz“ vor.

Die Stadtverwaltung will die Drucksache zum Misburger Bad am 10. Mai im Bezirksrat präsentieren. Sie plant zum Nettopreis von knapp 16 Millionen Euro ein selbst betriebenes Bad mit 25-Meter-Becken, Lehrschwimmbecken und Planschbecken. Dazu kommen eine Sauna und die Sanierung des Außenbeckens. Eröffnung soll im Jahr 2021 sein.

Nicht enthalten in den städtischen Planungen sind Fitnessstudio und Physiotherapie. Beide Einrichtungen gab es im alten, nach Bau­pfusch abrissreifen Bad. Daran entzündete sich ein weiterer Aufreger im Bezirksrat. Die SPD hatte einen Antrag gestellt, im Bad wieder eine Physiotherapie unterzubringen. Dieses Angebot und Schwimmen ergänzten sich hervorragend in Sachen Gesundheitsförderung, meinen die Sozialdemokraten. Gleiches gilt nach Ansicht der CDU auch für das Fitnessangebot. Die Christdemokraten wollten den Antrag um diesen Punkt erweitern, was aber von der Mehrheit abgelehnt wurde.

Am Ende entwickelte sich kommunalpolitische Formalienarbeit mit Detailfreude. Die SPD zog beide Anträge in die Fraktionen zurück, was gemäß den Spielregeln die Abstimmung vertagt. Die CDU versuchte das mit einem Dringlichkeitsantrag zu verhindern, bekam dafür aber nicht die Mehrheit.

Der Stand der Dinge ist jetzt dieser: Beide Anträge kommen - möglicherweise in abgeänderter Form - am 10. Mai wieder aufs Tapet. Dann soll aber auch die Drucksache mit Planungsdetails beraten werden. Es sei denn natürlich, jemand möchte sie lieber in die Fraktionen ziehen. Die Sitzung könnte kompliziert werden.

Showtime im Bezirksrat

In Deutschland geht keine Planung mehr ohne Beteiligung, mal im großen, mal in kleinerem Rahmen. Wer als Politiker Beteiligung verhindert oder nur den Anschein erweckt, dies tun zu wollen, kann sich warm anziehen.

Showtime im Bezirksrat. Die CDU fordert eine Beteiligung von „Vereinen, Schulen etc.“ an den Vorplanungen für das Misburger Bad. Die Mehrheit lehnt das ab mit dem Hinweis, so etwas sei von der Verwaltung ohnehin geplant, mithin der Antrag überflüssig. Es folgen beiderseits Aufregung, Empörung, Sitzungsunterbrechungen, Dringlichkeitsanträge, Verfahrenstricks.

Beim genaueren Hinsehen ergibt sich, dass der CDU-Antrag nicht nur überflüssig war, sondern gefährlich. Wenn mit „et cetera“ jeder gemeint ist, der das alte Misburger Bad einmal von innen gesehen hat, entstünde eine Riesenrunde. „Vorplanungen“ hieße eine Beteiligung vom Start weg. Setzte man das bei den vielen unterschiedlichen Interessenslagen um, würde der Spatenstich zum Baubeginn ungefähr so gut planbar wie die Eröffnung des Berliner Flughafens. Die Stadt muss Rahmen und Konzept vorgeben. Das hat sie zum Glück bereits getan.

Ein Kommentar von Bernd Haase

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Misburg
Kindheit in Hannover
Misburg in Zahlen
  • Stadtbezirk : Misburg-Anderten, 5. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 32.300
  • Einwohner je Stadtteil: Anderten (ca. 7.600 Ew.), Misburg-Nord (ca. 21.900 Ew.) und Misburg-Süd (ca. 2.600)
  • Postleitzahl : 30559, 30627, 30629, 30655
  • Geschichte: Misburg wurde 1974 im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform nach Hannover eingemeindet.
Stadtansichten und Architektur

Hannover hat viele beeindruckende Gebäude und Stadtansichten zu bieten. Einige davon haben wir für unserer neue Folge historischer Bilder von Wilhelm Hauschild aus dem Archiv geholt.

Augenblicke: Die Bilder des Tages

Klicken Sie sich durch spektakuläre Fotos – ausgewählt von der HAZ-Redaktion.