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Knut Fuljahn tritt gegen seine alte Partei an

Konkurrenz für die SPD Knut Fuljahn tritt gegen seine alte Partei an

Zehn Jahre lang war Knut Fuljahn Bezirksbürgermeister in Misburg-Anderten, insgesamt 15 Jahre im Bezirksrat gewesen, bis er 2011 ausschied. Jetzt will der Kommunalpolitikprofi noch einmal antreten - aber trotz Parteibuch nicht mehr für die SPD, sondern für eine Wählergemeinschaft und damit in Konkurrenz zur SPD.

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Von links: Ute Bobe, Heiko Weichert, Elke Baumann, Hans Lauterwald und Knut Fuljahn.

Quelle: Walter

Misburg-Anderten. Er ist schon vor Jahren ins Umland umgezogen und inzwischen in mehreren Punkten unzufrieden mit der Politik seiner alten Partei. Schlimmstenfalls könnte ihm ein Parteiausschlussverfahren drohen - doch sein SPD-Ortsvorstand will jetzt das Gespräch mit ihm suchen.

Zehn Jahre lang hat er Hannovers östlichsten Stadtbezirk repräsentiert, an Volkstrauertagen Kränze niedergelegt und Partnerstadtaustausche organisiert, Bezirksratssitzungen geleitet und Denkmalschutz für das Misburger Rathaus gefordert. Immer war er auch als SPD-Mitglied aktiv - doch inzwischen ist er unzufrieden mit der Partei, in der er insgesamt 25 Jahre Mitglied war. Die Einstellung seiner Partei zu Vorratsdatenspeicherung und dem Transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP seien für ihn die Knackpunkte gewesen, sagte er jüngst bei der Vorstellung der neuen, überparteilichen Wählergemeinschaft Bürgerstimme Isernhagen, die zur Kommunalwahl im September 2016 die Wähler überzeugen will. Ob die SPD nach 25 Jahren Mitgliedschaft jetzt sein Parteibuch wiederhaben wollen werde? „Das bleibt abzuwarten“, sagte er keck. Auch Fuljahns Lebensgefährtin Elke Baumann ist Gründungsmitglied der Bürgerstimme.

In der Partei hat man die öffentliche Ankündigung eines langjährigen SPD-Funktionsträgers mit Erstaunen zur Kenntnis genommen. „Gleichzeitige Mitgliedschaften in konkurrierenden Parteien sind mit einer SPD-Mitgliedschaft unvereinbar“, sagt Uta Biermann in der Geschäftsstelle des Unterbezirks. Wie man sich bei Wählergemeinschaften verhalte, das hänge vom Einzelfall ab. Doch zunächst wolle man das Gespräch mit Fuljahn suchen, so hat es der geschäftsführende SPD-Vorstand in Hannover besprochen.

In Isernhagen ist der örtliche SPD-Chef Herbert Löffler, auch er wie Fuljahn ein Zugezogener. „Ich habe in meine Mitgliederliste geschaut - da ist Herr Fuljahn gar nicht vermerkt“, sagt er. Und so hat er das getan, was man als Parteivorsitzender eben so tut: Er hat zum Hörer gegriffen und seinen Parteikollegen angerufen. „Es sind ja offenkundig sehr überregionale Themen, die Herrn Fuljahn in der Partei ärgern, und keine Themen vor Ort“, sagt Löffler. Darüber wolle er gerne mit dem langjährigen Funktionsträger reden. Ob er ihn überzeugen will, in der SPD aktiv mitzumachen? „Er ist ein erwachsener Mann, er wird sich das überlegt haben - aber mir ist das Gespräch wichtig“, sagt Löffler, dessen erklärtes Ziel es ist, „die SPD im September zur stärksten Fraktion zu machen“. Natürlich sagt er das mit einem Augenzwinkern, in Isernhagen.

Stimmen abjagen will auch die Wählergemeinschaft, in der auch Parteimitglieder von Linken und Piraten mitarbeiten. Eine gerechtere Sozialpolitik, mehr Transparenz im Verwaltungshandeln und mehr Bürgerbeteiligung - für diese Leitlinien wolle die Initiative wahrgenommen werden. Mit drei Sitzen im Rat der Gemeinde rechnet die Wählergemeinschaft. Da gibt es durchaus eine Konkurrenzsituation zur SPD.

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Misburg in Zahlen
  • Stadtbezirk : Misburg-Anderten, 5. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 32.300
  • Einwohner je Stadtteil: Anderten (ca. 7.600 Ew.), Misburg-Nord (ca. 21.900 Ew.) und Misburg-Süd (ca. 2.600)
  • Postleitzahl : 30559, 30627, 30629, 30655
  • Geschichte: Misburg wurde 1974 im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform nach Hannover eingemeindet.
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