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Sanierung von St. Johannis wird teurer

Konstruktionsfehler Sanierung von St. Johannis wird teurer

Was 2008 mit der Entdeckung einiger feiner Risse begonnen hat, entwickelte sich für die St.-Johannis-Kirche zu einem Langzeitprojekt. Konstruktionsfehler sorgten für Risse im Mauerwerk, die Kirche musste umfassend saniert werden. Jetzt zeigt sich: Die Sanierung wird teurer und zeitaufwendiger als gedacht.

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„Die Kirche war richtig gespalten“: Architekt Constantin Anastasiou (links) und Kirchenvorstand Hans-Jürgen Limberg begutachten die Baustelle.

Quelle: Benjamin Behrens

Hannover. Noch im September vergangenen Jahres war das mit der Sanierung beauftrage Ingenieur-Büro von einem einzigen Riss ausgegangen. Die Sanierungskosten waren mit 1,1 Millionen Euro veranschlagt worden, im Dezember 2016 sollten die Arbeiten abgeschlossen sein. „ Wir sprachen immer von einer Stelle, von einem Riss“, sagt Architekt Constatin Anastasiou. Ein verrosteter Stahlträger war 2008 der Anlass, die Bausubstanz der Kirche genau zu untersuchen. Schnell zeigte, dass die Schäden weitaus größer waren, als mit bloßem Auge zu erkennen ist.

Was 2008 mit der Entdeckung einiger feiner Risse begonnen hat, entwickelte sich für die St.-Johannis-Kirche zu einem Langzeitprojekt. Jetzt zeigt sich: Die Sanierung wird teurer und zeitaufwendiger als gedacht.

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„Wir haben die Risse, die sich angedeutet haben freigelegt, um sie neu zu verputzen“, sagt Anastasiou. Unter dem alten Putz wartete eine böse Überraschung. „Die Kirche war nicht gerissen, sondern richtig gespalten“, sagt der Ingenieur.

"Die ganze Kirche ist nicht stabil"

Bei früheren Sanierungen sind Risse, die sich durch das ganze Mauerwerk ziehen, notdürftig verputzt worden. „Das ist ein älteres Problem, das schon in früheren Jahrzehnten bestand“, ergänzt Jürgen Steindorf, Architekt vom Amt für Bau- und Kunstpflege. Notdürftige Flickarbeiten hätten die Risse nur verschleiert. „Die ganze Kirche ist nicht stabil, dem Turm haben wir da zu viel Bedeutung beigemessen, die Ursache ist die Kirche selbst“, sagt Constantin Anastasiou. Die Decke ist neu konstruiert worden, außerdem wurde die Dachstuhlkonstruktion verstärkt und erweitert, um die Kirche auch dort zu stabilisieren.

 1,1 Millionen Euro muss die Kirche investieren, um die St. Johannis Kirche in Misburg zu retten – Baufehler, die mehr als 100 Jahre zurückliegen, sind zutage getreten.

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Die Bauzeit verlängert sich dadurch. „Wir planen jetzt, dass es bis Ostern dauert“, sagt Kirchenvorstand Hans-Jürgen Limberg. Auch die Baukosten werden sich auf rund 1,4 Millionen Euro erhöhen, sagt Jürgen Steindorf. „Wenn man so etwas entdeckt, kann man nicht die Augen zumachen“, ergänzt der Architekt vom Amt für Bau- und Kunstpflege. Im Zuge der Sanierung wird auch ein lange gehegter Wunsch der St.-Johannis-Gemeinde erfüllt: Anfang September wurden die Bronzeglocken gegossen, die die Stahlglocken der Kirche ersetzen werden.

Von Benjamin Behrens

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