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Misburg Schimmelnde Orgel kostet Kolumbarium 35.000 Euro
Hannover Aus den Stadtteilen Misburg Schimmelnde Orgel kostet Kolumbarium 35.000 Euro
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00:15 22.03.2017
Der Verkauf dieser Druckgrafik soll helfen, die Kosten für die Sanierung zu tragen. Quelle: Mario Moers
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Hannover

„Wir sind glimpflich davongekommen“, ist Helge Stelzer, Vorsitzender des Kolumbariumausschusses, froh über den Beginn der Schimmelbekämpfung. Nachdem ein langjähriger Organist die weiße, staubähnliche Schicht vor einem Jahr bemerkte, herrschte große Sorge in der katholischen St.-Martin-Gemeinde. Schnell war klar, dass nur eine aufwendige und teure Sanierung das Instrument retten konnte. „Wir befürchteten, dass auch der Innenraum befallen war“, so Stelzer. Auch dort fand man deutliche Anzeichen für einen Befall. „Zum Glück stellte sich heraus, dass im Inneren lediglich der Dreck schimmelte, nicht das Holz selber“, erklärt Stelzer.

Dennoch stand die Gemeinde nun vor der Aufgabe, 25.000 Euro für die Sanierung des Instruments zu organisieren. Weitere 10.000 Euro kostete ein automatisierter Fensteröffner. Die Ursache für das weitverbreitete Schimmelproblem in Kirchen ist meist die schlechte Belüftung. Weil die Zahl der Gottesdienste und Kirchgänger kontinuierlich zurückgeht, leiden die Innenräume unter demselben Problem wie viele Keller und Waschräume. Wo immer seltener ein Küster die Fenster und Türen öffnet, macht sich der Schimmel breit. Aufgrund der hohen Zahl der Fälle, auch im Bereich des Bistums Hildesheim, konnte die Misburger Gemeinde mit keiner finanziellen Unterstützung rechnen. Ein Spendenausschuss gründete sich, um in Kooperation mit dem Kolumbarium das nötige Geld zu sammeln. Das Kolumbarium in der Herz-Jesu-Kirche wirtschaftet als eigenständiger Betrieb unabhängig von der Gemeinde. Der erwirtschaftete Überschuss soll eigentlich in die Erhaltung des denkmalgeschützten Gemäuers fließen. „Weil die Orgel für einen vernünftigen Trauergottesdienst unabdingbar ist, hat das Kolumbarium die Rettung zu einem großen Teil mitfinanziert“, erklärt die Spendenbeauftragte Judith Nieschelsky.

Kunst-Aktion entwickelt

„Als ich einen Artikel über die schimmelnde Orgel in der Zeitung gelesen habe, dachte ich, da muss man unterstützen“, erinnert sich die Malerin Rosemary Remstedt an den Moment, in dem sie die Idee für eine Kunst-Aktion entwickelte. Die Künstlerin aus Anderten, die ihr Atelier in den renommierten Badenstedter Fuchswerken hat, entwarf daraufhin eine farbreiche Druckgrafik als plakative Hommage an die Herz-Jesu-Orgel.

Info

Die limitierte Druckgrafik von Rosemary Remstedt (A3, 50 Euro), ein Vierer-Postkartenset (20 Euro) und eine Einzelkarte (5 Euro) sind ab sofort in der Buchhandlung Wegeners, Buchholzer Straße 4, und im Pfarrbüro St. Martin, Nußriede 21, erhältlich.

„Es war mir wichtig, ein Motiv zu finden, dass auf keinen Fall altbacken wirkt“, sagt sie. Der gemeinsame Wunsch der Künstlerin und der Gemeinde ist nun, dass ihr Motiv möglichst viele Menschen anspricht. „Die Spendenbereitschaft ist erfreulich hoch“, konstatiert Nieschelsky.

Das Bonifatiuswerk hat bereits angekündigt, die Sanierung mit 8000 Euro zu unterstützen. Ganz besonders freut man sich über eine großzügige Spende des im letzten Jahr verstorbenen Regionalkantors Lothar Rückert. Der bekannte Kirchorganist veranlasste, dass die Kondolenzspende (6000 Euro) anlässlich seines in Misburg abgehaltenen Requiems der Orgel zugutekommt.

Von Mario Moers

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