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Misburg Stein für Stein wächst der Lego-Roboter
Hannover Aus den Stadtteilen Misburg Stein für Stein wächst der Lego-Roboter
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15:11 28.11.2015
Timm und Diar arbeiten an ihrem Roboter. Quelle: Benjamin Behrens
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Misburg

Die bunten Kunststoff-Steine des dänischen Spielzeugherstellers Lego dürften in kaum einem Kinderzimmer fehlen. Dass sie nicht nur Spielfreude, sondern auch Forscherdrang wecken, zeigt die Roboter-AG des Kurt-Schwitters-Gymnasiums in Misburg.

In drei Grüppchen aufgeteilt basteln und entwerfen die elf Schüler einen Roboter, der einen roten Schaumstoffball schießen soll. Wie, das ist ihrer Fantasie, den technischen Möglichkeiten und ihren Programmierkünsten überlassen. Timo Reichrath hat ihnen nur die Aufgabenstellung und ein paar Fotos von echten Katapulten und Schleudern als Anregung gegeben. Der Elektrotechnikstudent und Hansjörg Scheuermann, ein pensionierter Maschinenbauingenieur, leiten die AG gemeinsam.

Seit 2006 bot Scheuermann eine Technik- und Solar-AG für Schüler an - mit Erfolg. „AGler früherer Jahre studieren bereits eines der MINT-Fächer oder wollen Lehrer werden, mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt natürlich“, sagt der 70-Jährige erfreut. Einige Schüler der Technik-AG hatten an einem an der Schule angebotenen Programmierkurs Roboter am PC entworfen - das Interesse war geweckt.

Zusammen mit Reichrath hat Hansjörg Scheuermann nun das AG-Angebot ausgeweitet, damit die Schüler auch in der realen Welt Roboter entwerfen können. Möglich macht es die Baukasten-Reihe „Mindstorms“ und eine Spende des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). Ein Bausatz war bereits vorhanden, zwei weitere kamen vom Industrieverein. Knapp 400 Euro kostet ein einzelner Roboter. „Schön, dass der VDI uns sponsert“, sagt Scheuermann, selbst langjähriges Mitglied.

Das Herzstück der „Mindstorms“-Serie ist ein Computer-Bauteil, „Brick“ genannt. Um dieses herum lassen sich Motoren, Sensoren und vor allem Legosteine stecken. Batterien versorgen alles mit Strom, die elektronischen Bauteile werden über Kabel mit dem Brick verbunden. Programmiert wird per Spezialsoftware am PC, die Befehle per Kabel auf dem Roboter speichert. Auch das funktioniert nach dem Lego-Prinzip. Einzelne Programmbausteine werden kombiniert, sodass sie komplexe Befehlsketten bilden.

Der Hersteller verspricht, die Oberfläche sei intuitiv bedienbar. Aber: „Einfach mal drauflosbauen funktioniert nicht“, sagt AG-Leiter Timo Reichrath. Das Wichtigste sei die Konzeptphase am Anfang, irgendwann gehe dann alles recht flott. „Übung macht den Meister.“

An den Gruppentischen sind drei völlig unterschiedliche Entwürfe entstanden. Inga, Shirley, Jacqueline und Ansgar haben sich bei ihrem Entwurf für ein Katapult entschieden. Zwei Motoren beschleunigen zwei lange Arme, daran angebrachte Gummibänder geben zusätzlich Schwung. „Man kann genau einstellen, wie viele Grad er sich bewegen soll“, sagt Ansgar stolz. Das Prinzip ist einfach, aber es funktioniert hervorragend: Sicher landet der rote Ball im Ziel.

Bei Leo, Lars und Jonathan läuft es noch nicht ganz rund. Ihr Roboter soll den Ball zwischen zwei sich schnell drehenden Rädern hindurchschieben um ihn so abzuschießen. „Wir wollten etwas Eigenes erfinden“, sagt Lars. Besonders stolz sind sie auf ihre Steuerung. „Der rechte Knopf startet die Beschleunigung, der linke stoppt die Räder.“ Noch ist die Konstruktion etwas instabil, die Räder bekommen den Ball nicht immer richtig zu fassen. „Die Komponenten funktionieren, wir kriegen sie nur nicht gut zusammen“, ärgert sich Lars. Aber das werde schon noch, da ist sich der 13-Jährige sicher. Am Nachbartisch stecken Timm, Diar, Timon und Peter mitten in ihrem zweiten Anlauf. „Erst hatten wir uns eine Schleuder ausgedacht, das hat aber nicht funktioniert“, sagt Peter. Also wird etwas Neues probiert. „Das Bauen macht am meisten Spaß“, findet Timm. Ob das funktioniert, wird sich in der nächsten AG-Sitzung zeigen.

Von Benjamin Behrens

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