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Drei Schülerinnen gewinnen beim Wettbewerb "Sprachgezwitscher"

Mitte Drei Schülerinnen gewinnen beim Wettbewerb "Sprachgezwitscher"

Ausgezeichneter Autorennachwuchs: Doroteya Kisyova, Egzona Ponik und Otilia Holban haben beim mehrsprachigen Schreibwettbewerb "Sprachgezwitscher" jeweils einen Preis gewonnen. Im Mosaiksaal des neuen Rathauses wurden die Schülerinnen jetzt geehrt.

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Die drei Preisträgerinnen Doroteya, Otilia und Egzona (von links) freuen sich zusammen mit den Finalisten Annahita, Viktoria, Franziska, Aykan, Daan und Romaric über eine erfolgreiche Premiere von „Sprachgezwitscher“ im Mosaiksaal im Neuen Rathaus. Foto: Link

Quelle: Christian Link

Mitte. Die dreiköpfige Jury hätte am liebsten noch mehr Gewinner gekürt. Am Ende mussten sich die Schriftsteller Deniz Selek („Zimtküsse“) und Ingo Siegner („Der kleine Drache Kokosnuss“) sowie Bürgermeisterin Regine Kramarek jedoch auf zwei Sieger für den mehrsprachigen Schreibwettbewerb „Sprachgezwitscher“ festlegen. Doroteya Kisyova (Schillerschule) und Egzona Ponik (IGS Büssingweg) konnten mit den kreativen Beschreibungen ihrer Lieblingsorte am meisten überzeugen. Für Otilia Holban (Lutherschule) und ihren Text gab es einen Sonderpreis. Aus insgesamt 37 Beiträgen hatte die Jury neun junge Autoren für die Finalrunde von „Sprachgezwitscher“ am vergangenen Sonntag ausgewählt. Im Mosaiksaal des Neuen Rathauses durften die Nachwuchsschriftsteller ihre Texte vor mehr als 100 Zuschauern vortragen und stellten sich dem Urteil der Juroren. Diese zeigten sich von der durchweg hohen Qualität der Beiträge beeindruckt. „Ich fühle mich von allen Texten unglaublich angesprochen“, lobte die Jugendbuchautorin Selek. Auch Kinderbuchautor Siegner achtete insbesondere auf die Wirkung der Geschichten. „Für mich ist ganz wichtig, was für Bilder in meinem Kopf entstehen, wenn ich das höre“, erklärte er sein wichtigstes Auswahlkriterium. Und Bürgermeisterin Kramarek würdigte vor allem die Aussage der Texte. „Alle wollten nicht nur eine schöne Geschichte schreiben, sondern uns auch eine Botschaft mitgeben“, sagte sie. Doroteya berichtete in ihrem Beitrag auf sehr nachvollziehbare Weise von der Geborgenheit, die sie beim Ballettunterricht verspürt. „Im Ballettstudio habe ich gelernt: Schritt für Schritt ist alles möglich, sei nur geduldig“, heißt es im Text der Zehntklässlerin, die erst seit einem halben Jahr in Deutschland lebt. Schriftsteller Siegner fühlte sich von dieser Passage der gebürtigen Bulgarin besonders angesprochen. „Das wusste ich in Doroteyas Alter noch nicht“, staunte er. Mittlerweile habe er aber festgestellt, dass diese Aussage stimmt. „Er berührt mich, und erinnert mich an meine eigene Lebensgeschichte“, lobte Selek den Text. Egzona, die in der jüngeren Altersstufe gewann, erzählte ebenfalls von ihrem Lieblingsort. Mit einfachen, aber eindrucksvollen Worten beschrieb sie die dörfliche Idylle im albanischen Prizren, der Heimat ihrer Familie. „Es scheint immer die Sonne, und es sieht sehr schön aus - so wie die Natur sein sollte“, berichtete die Sechstklässlerin. Von so viel Harmonie war auch Moderator und Poetry-Slamer Tobias Kunze beeindruckt. „Das war eine wunderschöne Beschreibung einer Idylle“, sagte er nach dem Vortrag und fragte Siegner, ob er schon einmal etwas Vergleichbares erlebt hätte. „Nein, ich bin ja in Großburgwedel aufgewachsen“, entgegnete dieser. Auch Lutherschülerin Otilia ist erst seit 17 Monaten in der Bundesrepublik. „Deutsch ist meine vierte Muttersprache geworden“, sagte die gebürtige Rumänin. Weil ihr Beitrag „Mein Kopf ist voller Sprache“ sich besonders mit dem Thema „Sprachgezwitscher“ auseinandersetzt, verlieh ihr die Jury einen Sonderpreis. „Es wimmelt, es fusselt, es blitzt. Es ist ein totales Sprachchaos, das ich trotzdem kontrollieren kann“, beschreibt Otilia ihre Mehrsprachigkeit.

Von Christian Link

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