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Kinderbetreuung auf dem Waterlooplatz

Mitte Kinderbetreuung auf dem Waterlooplatz

Die Stadt baut eine provisorische Kita im Norden des Waterlooplatzes auf - dafür sollen die Container beim KWRG verschwinden. An anderer Stelle ist auf dem Platz auch eine Flüchtlingsunterkunft geplant.

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Module, die derzeit auf dem Sportplatz des Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasiums (KWRG) stehen und bereits als vorübergehende Kita dienen, sollen auf den Waterlooplatz umziehen.

Quelle: Kutter

Hannover. Auf dem Waterlooplatz, einem der markantesten Cityplätze Hannovers, soll im kommenden Jahr eine provisorische Kita entstehen. Die Stadt will 55 Wohncontainer im Norden des Platzes nahe der U-Bahn-Station aufstellen. Dabei handelt es sich um jene Module, die derzeit auf dem Sportplatz des Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasiums (KWRG) stehen und bereits als vorübergehende Kita dienen. Sobald die Kinder vom KWRG-Gelände Anfang August 2016 in einen Neubau in die Südstädter Birkenstraße ziehen, werden die Container vom Schulsportplatz entfernt und auf dem Waterlooplatz installiert. Dort entsteht dann Raum für 70 Kinder aus den umliegenden Stadtteilen, vor allem der Calenberger Neustadt. „Im Stadtbezirk Mitte besteht ein hoher Bedarf an Krippen- und Kindergartenplätzen, der in den bestehenden Einrichtungen nicht aufgefangen werden kann“, heißt es seitens der Stadt. Wie lange die Behelfskita auf dem Platz bleibt, ist unklar. Im Bezirksrat Mitte, der dem Vorhaben kürzlich zugestimmt hat, rechnet man mit zwei bis drei Jahren.

Damit ist für den weitläufigen Waterlooplatz bereits das zweite Containerdorf in Planung. An anderer Stelle, nahe den Ministerien, will die Stadt im nächsten Jahr Wohnmodule für Flüchtlinge aufstellen.

Die Flüchtlingsunterkunft war in der Ratspolitik lange umstritten. CDU-Politiker meinten, dass die Menschen auf dem von Verkehr umtosten Platz wie auf dem Präsentierteller leben. Zudem sei die Sicherheit gefährdet. Die Flüchtlinge könnten bei Fußballspielen im nahe gelegenen Stadion von gewaltbereiten Fans angegangen werden, befürchteten Christdemokraten. Auch in den Reihen der SPD gab es Stimmen, die den historischen Waterlooplatz nicht auf die Liste der Unterkünfte für Flüchtlinge setzen wollten. Am Ende fehlte es wohl an Alternativen im Stadtbezirk Mitte. Der Waterlooplatz steht nun doch auf der vom Verwaltungsausschuss beschlossenen Standortliste.

Völlig unumstritten sind auch die Kita-Container auf dem Waterlooplatz nicht. „Der Platz ist fußläufig nicht gut angebunden“, sagt der Grünen-Fraktionschef im Bezirksrat, Martin Nebendahl. Wenn Eltern mit Kinderkarren aus der Calenberger Neustadt die sechsspurige Lavesallee überqueren möchten, müssten sie mit einer Unterführung vorlieb nehmen. „Die Rampen sind dort sehr steil“, sagt Nebendahl. Daher müsse man im Bezirksrat darüber nachdenken, andere Querungen zu ermöglichen. „Der Fußgängertunnel macht zudem einen äußerst schmuddeligen Eindruck“, moniert FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Er befürchtet zugleich, dass die Provisorien den Startschuss für eine dauerhafte Bebauung des Waterlooplatzes geben. „So weit sollte es nicht kommen“, sagt er.

Eine Million Euro kostet der Aufbau der Kita-Container auf dem Waterlooplatz. Die jährlichen Mietkosten für die Module betragen 140 000 Euro. Das ist ein günstiger Preis angesichts eines äußerst angespannten Marktes. Wohncontainer werden derzeit von etlichen Städten geordert, um Flüchtlinge unterbringen zu können. Seit 2013 mietet die Stadt die Kita-Container, die jetzt noch auf dem Sportplatz des KWRG stehen. Ab dem dritten Mietjahr, also ab 2016, bekommt die Stadt die günstigen Konditionen. „Außerdem können auch die vorhandenen Küchenmöbel, Wickeltische, Garderoben und Außenspielgeräte unverändert weiter Verwendung finden“, heißt es bei der Stadt.

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