Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Rat plant neue Ampel – 65 Meter neben der anderen

Verbesserter Radverkehr Rat plant neue Ampel – 65 Meter neben der anderen

Wer glaubt, dass Hannover schon genug Ampeln an den Straßen hat, der irrt. Der Bezirksrat Mitte hat jetzt einen Ort gefunden, wo Platz ist für eine zusätzliche Ampel – 65 Meter neben einer bestehenden Anlage.

Voriger Artikel
Zwei Frauen bei Brand in Bordell verletzt
Nächster Artikel
Tablet-Dieb kurz nach Einbruch festgenommen

Auf der Berliner Allee (Fahrtrichtung von Marienstraße Richtung Schiffgraben) soll 65 Meter hinter der Ampel Lavesstraße eine weitere Ampel installiert werden (beide Fahrtrichtungen), weil dort eine Fahrradfurt für querende Radfahrer von Kestnerstraße zum Gutenberghof gebaut werden soll.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Im Rat steht Rot-Grün hinter dem Plan, weil mit der zusätzlichen Ampel eine Verbesserung für den Radverkehr erreicht werden soll. Die CDU ist verärgert und protestiert gegen das Projekt.

Es geht um die Berliner Allee im Abschnitt zwischen den Ampelkreuzungen Schiffgraben und Lavesstraße. Der Abstand beträgt 350 Meter. Am Ende geht es um die Frage, wem man Erleichterung verschaffen will: den Fahrrad- oder den Autofahrern?

Aus Autofahrersicht muss auf diesen 350 Metern keine zusätzliche Ampelanlage installiert werden. Aus Radfahrersicht liegen die bisherigen Übergänge unglücklich. Denn wer aus Richtung Kleefeld/östliche Südstadt in die Innenstadt will, der kommt vom Braunschweiger Platz, biegt auf der Marienstraße nach rechts in die Kestnerstraße ab und landet schließlich an der Barriere der Berliner Allee. Dort ist Ende, es gibt keinen Überweg. Gegenüber könnte der Radweg bequem durch den frisch ausgebauten Gutenberghof (für Autofahrer eine Sackgasse) und dann weiter über die Lavesstraße in Richtung Hauptbahnhof führen - wenn der Cityring eine sichere Querung an dieser Stelle böte. Weil sie aber fehlt, müssen Radfahrer einen Umweg am Cityring ein Stück zurückfahren, bis sie zur Ampelkreuzung Lavesstraße kommen - und zwar genau 50 Meter. Diese Wegeslänge ließe sich mit einer Fahrradfurt sparen - und die Fahrradroute deutlich begradigen. „Die Strecke über die Kestnerstraße ist Teil des Radwegenetzes Hannover“, sagt Grünen-Ratsfraktionsvize Michael Dette. Er ist sicher: „Die zusätzliche Ampelquerung lässt sich so an die Ampel Lavesstraße anbinden, dass Autofahrer keinen Zeitverlust haben.“ Die zusätzliche Ampel müsse mit einigen Sekunden Zeitversatz geschaltet werden. So würden die Autofahrer auf der Berliner Allee keine Zeitverluste erdulden müssen. „Diese Taktung muss heutzutage so funktionieren, dass es keine Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit gibt.“

CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk hält das gesamte Thema für „einen Griff in die ideologische Mottenkiste“. Es gehe Rot-Grün mal wieder einzig darum, den Autoverkehr zu bremsen. „Wir können gerne die Situation für Radfahrer verbessern, aber doch bitte an der ohnehin schon bestehenden Querung Lavesstraße.“

SPD-Ratsherr Ewald Nagel wiederum hält den Mottenkisten-Vorwurf für einen Griff in ebendiese Mottenkiste: „Wir sind doch alle Auto- und Radfahrer. Es geht hier um die Radfernverbindung nach Lehrte.“ CDU-Mann Blaschzyk findet, wer von Lehrte nach Hannover mit dem Rad fährt, den stören einige Meter Umweg nicht. Linken-Politiker Oliver Förste argumentiert, dass die Verbesserung des Radnetzes den Autofahrern nütze: „Jeder, der aufs Rad umsteigt, sorgt für mehr Platz auf der Straße.“ Auch FDP-Politiker Wilfried Engelke spricht sich für die Radfurt aus.

Der Bauausschuss hat das Thema gegen die Stimmen der CDU beschlossen. Die Verwaltung hat jetzt vier Monate Zeit, auf den Antrag zu reagieren.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Mitte, Hannover
So schön ist Hannover-Mitte
Unveröffentlichte Bilder von Wilhelm Hauschild