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Mitte, Hannover Wohnheim feiert 40. Geburtstag
Hannover Aus den Stadtteilen Mitte, Hannover Wohnheim feiert 40. Geburtstag
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00:15 11.09.2016
Heimärztin Sabine Kirschnick-Tänzer (v.l.), AWO-Geschäftsführer Burkhard Teuber, Heimleiter Marco Schomakers, AWO-Vorsitzende Silke Lesemann, stellvertretende Regionspräsidentin Angelika Walther und AWO-Fachbereichsleiterin Antje Hennecke. Quelle: Stein
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Hannover

Seit vier Monaten lebt Carsten Krause im Wohnheim für Menschen mit seelischer Behinderung an der Nordfelder Reihe. In dieser Zeit hat er das erfahren, was schon Hunderte Bewohner vor ihm - in mittlerweile 40 Jahren Wohnheimgeschichte - erlebten: „Hier werde ich aufgefangen, unterstützt und integriert“, sagt Krause.

Vergangene Woche feierten die Heimbewohner mit rund 100 Gästen eine Jubiläumsfeier. Nach Grußworten von Bürgermeister Thomas Hermann, der stellvertretenden Regionspräsidentin Angelika Walther, der AWO-Vorsitzenden Silke Lesemann, Heimleiter Marco Schomakers und Heimärztin Sabine Kirschnick-Tänzer konnten sich die Besucher die Einrichtung bei einer Führung genauer ansehen.

"Das Wohneim ist eine kleine Oase"

„Das Wohnheim ist eine kleine Oase der Sozialpsychiatrie“, sagte Kirschnick-Tänzer, die seit 20 Jahren als Heimärztin in der Einrichtung arbeitet. Dem kann sich Krause nur anschließen. Nachdem der Suchtkranke sieben Jahre im Maßregelvollzug in einer psychiatrischen Anstalt verbracht hat, ist er dankbar für sein neues Leben im Wohnheim. „Die Mitarbeiter sind sehr fürsorglich und man wird für voll genommen - das Leben hier ist hervorragend“, sagt der 38-Jährige. Im Wohnheim Nordfelder Reihe werden Menschen betreut, deren psychische Erkrankung so stark ist, dass sie als seelische Behinderung gilt. Menschen, die ihren Alltag nicht mehr alleine bewältigen können.

Die Gesellschaft für psychosoziale Hilfen Hannover gründete das Wohnheim vor 40 Jahren - damals noch mit 15 Plätzen. Im Jahr 2000 übernahm die AWO Region Hannover die Trägerschaft, vier Jahre später folgte die große Sanierung, bei der auch neue Außenstellen mit weiterem Wohnraum angeschlossen werden konnten. Heute bietet das Wohnheim, verteilt auf drei Standorte, für 29 Bewohner einen Platz zum Wohnen sowie sozialpädagogische Betreuung.

Bewohner sorgen für sich selbst

Die Bewohner leben in Einzelzimmern und teilen sich - wie in einer Wohngemeinschaft - Küche und Bad. Sie werden nicht mit Essen versorgt, sondern kaufen selbst ein und kochen. Auch für die Sauberkeit sind die Bewohner selbst verantwortlich. Zum Wohnheim gehört eine ergotherapeutische Werkstatt. „Ziel ist die Vorbereitung der Bewohner auf ein selbstbestimmtes und eigenständiges Leben“, sagt Schomakers. Das hat sich auch Krause zum Ziel gesetzt: „Ich möchte eine eigene Wohnung haben“, sagt der 38-Jährige, „in Hannover.“

Von Johanna Stein

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