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Ende eines Kultgeschäfts

Hot Shot Records schließt Ende eines Kultgeschäfts

Wenige Monaten nach dem Umzug in die Herschelstraße muss das Plattengeschäft Hot Shot Records schließen. Mit Hot Shot Records verliert die Stadt einen ihrer letzten reinen Plattenläden.

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Gibt auf: Christoph Speidel von Hot Shot Records.

Quelle: NICO HERZOG

Hannover. Erst im Mai 2013 war das Plattengeschäft Hot Shot Records von der Nordmannpassage in die Herschelstraße umgezogen - Betreiber Christoph Speidel hatte die Hoffnung, das Geschäft am neuen Standort wieder beleben zu können. Doch jetzt muss Speidel aufgeben. Mit Hot Shot Records verliert die Stadt einen ihrer letzten reinen Plattenläden.

Am 1. September starten Speidel und sein dreiköpfiges Team den Ausverkauf. Rund 25 000 Vinylplatten und CDs umfasst das Sortiment - vor allem aus den Bereichen Rock und Heavy Metal. Am 13. September schließt der Laden. „Wir können gegen die Konkurrenz im Internet nicht länger bestehen“, sagt Speidel. US-amerikanische Onlineanbieter würden 24 Stunden am Tag CDs und Vinylplatten zu Preisen anbieten, die unterhalb des Einkaufspreises der Plattenläden liegen, sagt Speidel.

Dennoch haben Musikgeschäfte weiter ihre Existenzberechtigung, sagt er. „Eine gute Beratung, der Austausch mit anderen Musikliebhabern, ist unerlässlich“, sagt er. „Neulich sagte mir ein Kunde, dass 85 Prozent seines CD-Bestandes aus Musik besteht, die wir ihm empfohlen haben.“ Umso weniger versteht er, wieso ein großer Teil der Stammkundschaft dem Laden nach dem Umzug nicht die Treue gehalten hat. „Durch die Neueröffnung haben wir 35 Prozent unserer Kunden verloren.“

Das regionale Musikmagazin Rockszene.de widmete der Geschäftsaufgabe einen langen Artikel, in dem Hot Shot Records als „wichtiger Bestandteil der hannoverschen Musikszene“ gewürdigt wird: „Inhaber und Team sind nicht nur ihrem Job nachgegangen, sondern haben mit sehr viel Begeisterung, Engagement und Herzblut beraten, verkauft und Gigs im Plattenladen organisiert. Sie haben Musik und damit ihre Tätigkeit förmlich gelebt.“

Wie es für Seidel und sein Team beruflich weitergeht, ist noch unklar. In Hannover gibt es noch vier weitere Plattengeschäfte: 25 Music in der Lister Meile, Ohrwurm in der Deisterstraße, Rockers an der Ecke Kötnerholzweg/Weckenstraße und den kleinen Laden Monster Records in der Calenberger Neustadt.

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