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Mitte Hannovers Wirte sollen für Trinker Toiletten bereitstellen
Hannover Aus den Stadtteilen Mitte Hannovers Wirte sollen für Trinker Toiletten bereitstellen
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17:10 16.02.2011
Von Andreas Schinkel
Auf dem Gartenfriedhof in Hannover treffen sich Trinker. Quelle: Ralf Decker

In der Debatte um Zechgelage auf dem Gartenfriedhof und die Beschmutzung von Grabstätten hat der Bezirksrat Mitte am Montagabend einen neuen Vorschlag unterbreitet. Auf Antrag der Grünen soll die Stadt prüfen, ob das Programm „nette Toilette“ auch auf den Bereich Gartenfriedhof anwendbar ist. Die Initiative, die bereits in anderen Städten von Erfolg gekrönt wurde, sieht vor, dass Wirte ihre WCs öffentlich zur Verfügung stellen und dafür von der Stadtverwaltung einen monatlichen Betrag kassieren. Damit soll verhindert werden, so die Idee der Grünen, dass sich die Trinker zwischen den historischen Grabsteinen erleichtern. Nicht durchsetzen konnte sich die CDU mit ihrer Forderung, die Friedhofssatzung auch auf ehemalige Ruhestätten wie den Gartenfriedhof auszudehnen, um auf diese Weise das Urinieren zu unterbinden.

„Der Antrag der CDU gießt Öl ins Feuer“, meinte SPD-Vertreter Michael Sandow. Man dürfe nicht „mit der Keule kommen“, sondern müsse sich bemühen, die Konflikte auf dem Friedhof behutsam zu lösen. Bereits seit Monaten beschweren sich Anwohner über die lautstarken Gelage von bis zu 20 Trinkern auf dem historischen Friedhof, der so berühmte Grabstätten wie die von Charlotte Kestner beherbergt. Vertreter der grünen Ratsfraktion hatten im November ein Alkoholverbot auf dem Friedhof ins Gespräch gebracht, was nicht nur von der Stadt, sondern auch von ihren Kollegen im Bezirksrat abgelehnt wird. Stattdessen nun die „nette Toilette“.

Die CDU bleibt skeptisch. Ob man schon mit den Gastronomen vor Ort gesprochen habe, wollte CDU-Mann Joachim Albrecht wissen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die ,Hurra‘ schreien“, meinte Albrecht. Schließlich handele es sich um eine schwierige Klientel, der man die freie Benutzung der WCs erlauben wolle. Stadtbezirksmanagerin Claudia Göttler deutete an, dass bereits ein Bistrobetreiber sein Interesse bekundet habe. „In Verden hat die Verwaltung gute Erfahrungen mit dem Programm gemacht“, sagte Göttler.

In der Tat ist die „nette Toilette“ in der Allerstadt ein Erfolgsmodell. „Das läuft hier wie verrückt“, sagt Astrid Schirwing von der Tourismusinformation. 14 Betriebe in der Altstadt, gekennzeichnet durch entsprechende Aufkleber, stellen ihre Sanitäranlagen auch Nicht-Gästen zur Verfügung und bekommen dafür 80 Euro pro Monat von der Stadt. Selbst das Rathaus macht mit und öffnet seine WCs. Zwei der beteiligten Restaurants befinden sich in der Nähe einer Essenausgabe für Obdachlose. „Bisher gab es keine Beschwerden, dass Toiletten beschmutzt oder Gäste belästigt werden“, sagt Schirwing.

In Hannover will Bezirksmanagerin Göttler jetzt Gespräche mit den Wirten rund um den Gartenfriedhof führen. Vielleicht überzeugt sie ja auch die Beratungsstelle des Landeskriminalamtes gleich gegenüber vom Gartenfriedhof.

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