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Historiker kritisieren Gebäudeabriss

Osterstraße Historiker kritisieren Gebäudeabriss

Der einstige Verwaltungssitz der Gaswerke in der Osterstraße wird abgerissen – obwohl Bauhistoriker das für einen Frevel halten. An seiner Stelle wird ein Neubau für die Nord/LB-Tochter Deutsche Hypo errichtet.

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Der ehemalige Verwaltungssitz der Gaswerke in der Osterstraße muss einem Neubau weichen.

Quelle: Surrey

Mitte. Eins der wenigen erhaltenen Vorkriegsgebäude in der östlichen Altstadt wird in den nächsten Tagen verschwinden. Das repräsentative ehemalige Verwaltungsgebäude der Gaswerke in der Osterstraße wird abgerissen. Am Nachbarbauwerk, einem städtischen Verwaltungsbau der Nachkriegszeit an der Ecke Röselerstraße, hat die Vorbereitung für den Abriss schon begonnen. Der hannoversche Projektentwickler Peter Bertram erstellt dort für rund 55 Millionen Euro einen Neubau, Hauptmieter wird die Nord/LB-Tochter Deutsche Hypo.

Die städtischen Verwaltungsmitarbeiter haben ihre Büros in den vergangenen Wochen geräumt. Auch die Geschäfte im Erdgeschoss sind weitgehend leer, nur beim Herren-Maßkonfektionierer Kuhn brennt noch Licht. Bis einschließlich Sonnabend wird noch verkauft, Mitte nächster Woche aber dann der Strom für den gesamten Gebäudekomplex abgestellt. Die Kuhn-Filiale öffnet deshalb bereits am Dienstag nach Ostern etwa 200 Meter weiter südlich in der Osterstraße 51.

Dass das Gebäude abgerissen wird, gilt unter Bauhistorikern als Frevel. Die Altstadt ist in diesem Bereich als solche ohnehin kaum noch zu erkennen, aus der Vorkriegszeit sind nur noch wenige Gebäude vorhanden, die eine derart schöne Fassade aufweisen können. Zudem stammt der Bau aus der Feder des hannoverschen Architekten Wilhelm Mackensen (1869–1955), Fürstlich Lippischer Hofbaurat und Mitbegründer des Bundes Deutscher Architekten (BDA). Der emeritierte Architekturprofessor Günther Kokkelink hatte den Abriss genauso angeprangert wie Bauhistoriker Sid Auffarth – doch der städtische Denkmalschutz hatte keine Einwände gegen den Abbruch. Die Stadt ist Eigentümerin des Gebäudeareals und braucht die Millionen aus dem Verkaufserlös.

Der Entwurf für den Neubau stammt vom Berliner Architekturbüro Kleihues + Kleihues, das auch die Gestaltung des neuen Kröpcke-Centers verantwortet. Im Herbst 2013 soll das geschwungene Gebäude mit rund 11.000 Quadratmetern Nutzfläche fertig sein. Die auf mehrere Standorte verteilte Deutsche Hypo zieht in die oberen Geschosse ein. Unten wird es wieder Geschäfte geben, auch Kuhn zieht zurück.

l Abriss auch am Aegi: Wenige Hundert Meter weiter am Aegi wird der Abriss des großen Versicherungsgebäudes links vom Theater am Aegi vorbereitet. Eigentümerin ist die Hamburger Fondsgesellschaft Quantum, an der die VGH Anteile hält. Der Bau war einst vom Architekten Dieter Oesterlen für die Hannoversche Leben errichtet worden, zuletzt war dort die VGH-Regionaldirektion ansässig. Im Juni startet der Abriss, der rund zwei Monate dauern soll. Man werde insbesondere darauf achten, den Spielbetrieb des Theaters am Aegi nicht zu sehr zu stören, hieß es gestern bei Quantum. Der dort geplante Neubau entsteht nach Entwürfen des hannoverschen Architekturbüros BKSP, Hauptmieter wird die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte.

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