Und statt den Tresor zu öffnen, löste der 58-Jährige die Alarmanlage aus. Gestern stand er wegen versuchten Einbruchdiebstahls vor dem Amtsgericht. Die Sache war dem ergrauten Einzelhandelsverkäufer sichtlich peinlich.
Er hatte auf einen Anwalt verzichtet und räumte die Tat ohne Zögern ein. Auf Nachfrage der Richterin erklärte er, dass eine Schuldenlast von gut 100.000 Euro ihn und seine Frau drückt. Das Ehepaar betreibt in Langenhagen ein kleines Geschäft, und als er die Buchführung kontrolliert habe, hätten weitere Tausend Euro für die Bezahlung von Lieferantenrechnungen gefehlt. “Da habe ich Panik bekommen“, sagt der Angeklagte, der bisher unbescholten durchs Leben ging.
Er habe gewusst, dass es in dem Bekleidungsgeschäft nebenan einen Tresor gebe und eine elektrische Eingangstür, die mit ein bisschen Biegen und Drücken zu öffnen sei. “Dort ist schon mehrfach eingebrochen worden.“ Er fasste den Entschluss, diesmal selbst einzusteigen. Der gelernte Maler zog sich Motorradhandschuhe an und packte die beiden Werkzeuge ein, die er sonst zum Heimwerken benutzt.
Der Tresor, den er dann in dem Geschäft fand, war jedoch viel größer als vermutet: “Ich war erschrocken, dass das so ein Kaventsmann ist.“ Er habe gleich bemerkt, dass sich mit dem Werkzeug nicht viel ausrichten ließ, und das Kabel des Trennschleifers nicht an die Steckdose reichte, erklärt er. Er sei im Begriff gewesen zu gehen, als ein Bewegungsmelder die Alarmanlage auslöste. Die Polizei kam und fand den Einbrecher hinter einem Kleiderständer.
Amtsrichterin Anja Bange sah von einer Freiheitsstrafe ab und verhängte eine Geldstrafe von 600 Euro, die der Einbrecher abstottern darf. Er habe die Tat zwar nicht ganz freiwillig abgebrochen, aber sie sehe in ihm keine kriminelle Täterpersönlichkeit. “Ich gehe davon aus, dass es sich um eine einmalige Verzweiflungstat handelte und dass Sie daraus gelernt haben“, mahnte die Richterin. Bei den Geschäftsnachbarn hatte sich der 58-Jährige schon entschuldigt.
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