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Polizei stellt Kokain und Schusswaffe am Steintor sicher

Erfolg bei Großrazzia Polizei stellt Kokain und Schusswaffe am Steintor sicher

Bei einer Razzia mit 80 Beamten hat die Polizei in Hannover am Freitagabend am Steintor Drogen und eine Waffe sichergestellt. Zunächst wurde die Reitwallstraße für zwei Stunden gesperrt, später wurden die Kontrollen mit nur noch 30 Polizisten in der Innenstadt fortgesetzt.

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Die Beamten sperrten die Straße an beiden Enden mit Polizeiwagen ab.

Quelle: Christian Elsner

Mit 80 Beamten hat die Polizei am Freitagabend die Schläger- und Drogenszene am Steintor unter Druck gesetzt. Bei der Razzia, die größte der vergangenen Jahre, wurden fünf Lokale – zwei Spielhallen und drei türkische Klubs – durchsucht. Die Bordelle in der Reitwallstraße waren von der Polizeiaktion nicht betroffen.

Mit 80 Beamten hat die Polizei Hannover am Freitagabend am Steintor eine Razzia durchgeführt. Zunächst wurde die Reitwallstraße für zwei Stunden gesperrt, später wurden die Kontrollen mit nur noch 30 Polizisten in der Innenstadt fortgesetzt.

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Gegen 22 Uhr sperrten die Beamten die Zufahrten der Reitwallstraße mit Polizeifahrzeugen. Personen, die dazwischen eingeschlossen waren, mussten ausharren bis die Aktion beendet war. „So viel Polizei habe ich in der Stadt lange nicht gesehen", schrieb ein Nutzer um 22.07 Uhr beim sozialen Netzwerk Twitter. Um 23.45 Uhr gab die Polizei den Bereich wieder frei.

Nach Angaben der Polizei wurden in einer Spielhalle Kokain in gebrauchsfertigen Kleinstmengen, in einem der türkischen Klubs eine scharfe Handfeuerwaffe und in einem weiteren Objekt zwölf Tabletten der synthetischen Droge Ecstasy gefunden.

Allein in der Reitwallstraße wurden im vergangenen und in diesem Jahr etwa 300 Straftaten registriert. Die Straße sei ein Rückzugsgebiet für Schläger und Drogendealer geworden, sagte ein Polizeisprecher am Freitagabend. „Gegen diesen Trend gehen wir mit der Großrazzia vor.“

Gegen Mitternacht weitete die Polizei ihre Kontrollen wie geplant vom Steintorbereich auf die gesamte City aus. Dabei hatten die Beamten aggressives Verhalten genauso im Blickpunkt wie alkoholisierte Jugendliche oder auch öffentliches Urinieren. Gesamtbilanz des Einsatzes, der bis zum frühen Morgen dauerte: 350 Identitätsfeststellungen, 46 Platzverweise, sechs Inobhutnahmen alkoholisierter Jugendlicher, sechs Barverwarnungen wegen öffentlichen Urinierens. Festgestellt wurden 17 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, zwei Verstöße gegen das Waffengesetz, fünf Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz sowie drei Fälle von Körperverletzung.

Seit Ende September zeigt die Polizei in Hannover verstärkt Präsenz und hat dort in den vergangenen Wochen mehrere Polizeikontrollen - auch in den Bordellen - durchgeführt. Die Polizeidirektion Mitte hat nun eine vorläufige Bilanz ihrer Präsenzverstärkung in den Wochenenden gezogen.

Nach einer ersten Auswertung zeichnet sich durch diese polizeiliche Maßnahme für das Viertel ein positiver Trend in der Kriminalitätsentwicklung ab. So sank die Zahl der registrierten Straftaten im Vergleich der Monate Oktober 2009 und Oktober 2010 von 164 auf 150. Dieser Rückgang ist umso bemerkenswerter, als die Zahl der festgestellten Drogendelikte im Steintorbereich durch die erhöhte Polizeipräsenz erwartungsgemäß deutlich angestiegen ist: von 21 auf 41 in den Vergleichsmonaten. Bekannten Stichworte lauten hier „Holkriminalität“ bzw. „Aufhellung des Dunkelfeldes“. Demgegenüber ist die Zahl der Körperverletzungsdelikte, die der Polizei besondere Sorge bereiten, leicht gesunken (von 32 auf 29 im Vergleich Oktober 2009 und 2010.) Für den Vergleich November 2009 und 2010 scheint sich dieser Trend zu verstärken: ein weiteres Absinken der Gesamtstraftaten, bei einem deutlichen Anstieg der Drogendelikte und einem jetzt auch verstärkten Rückgang bei den Körperverletzungsdelikten.

Unverändert werden rund die Hälfte aller registrierten Straftaten im Steintorbereich in den Wochenendnächten verübt, auf die die Polizeidirektion Mitte ihre Präsenzeinsätze konzentriert. Der Leiter der Polizeiinspektion Mitte, Olaf Gösmann, lobt das Vorgehen der eingesetzten Beamten im Steintor: „Die Kolleginnen und Kollegen gehen gezielt auf aggressive Personen zu und versuchen immer wieder mit Erfolg, angespannte Situationen und sich anbahnende Schlägereien schon im Ansatz zu entschärfen.“

Gösmann betont, dass die bislang gewonnenen Erkenntnisse noch keine endgültigen Rückschlüsse zulassen. Die Entwicklung müsse über einen langen Zeitraum beobachtet und analysiert werden. „Klar ist aber, dass wir die Polizeipräsenz am Steintor bis auf weiteres aufrecht erhalten werden.“

Tobias Morchner, Felix Klabe und Manuel Becker

Der Artikel wurde aktualisiert.

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