18°/ 8° Gewitter

Navigation:
Hinweis nicht mehr anzeigen
SPD und Grüne stehen zu Opern-Toilette
Mehr aus Mitte

Klo-Streit SPD und Grüne stehen zu Opern-Toilette

Die rot-grüne Ratsmehrheit will von einem Toilettenhäuschen auf dem Opernplatz nicht lassen - trotz massiver Einwände des Denkmalschutzes. Die CDU wirft Rot-Grün derweil falsch verstandene Rücksichtnahme vor.

Voriger Artikel
Polizei nimmt rechtsradikale Schläger fest
Nächster Artikel
27-Jähriger wird nach Party überfallen

Platz für „menschliche Bedürfnisse“? Auf dem Opernplatz soll eine Toilette aufgestellt werden.

Quelle: Surrey

Hannover. „Der Platz ist ein öffentlicher Raum, der von vielen Menschen genutzt wird. Um wildes Urinieren zu verhindern, braucht man dort eben eine Toilette“, sagt SPD-Ratsherr Jürgen Mineur. Der Meinung schließt sich auch sein Kollege von den Grünen, Michael Dette, an. CDU und FDP dagegen halten von den Plänen gar nichts. „Nur weil eine kleine Gruppe sich nicht benehmen kann, läuft Rot-Grün los und stellt denen ein Klo hin. Das ist falsch verstandene Rücksichtnahme“, sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel.

„Der Denkmalschutz kann sich nicht darüber hinwegsetzen, dass es menschliche Bedürfnisse gibt“, sagt Dette. Die Denkmalschutzbehörde des Landes fertigte im Auftrag der Oper ein Gutachten an mit dem Ergebnis, dass ein Lokus auf dem gesamten Opernplatz ein Fremdkörper wäre und entweder in die Seitenstraßen gerückt oder kaschiert werden müsste. Zudem werde der Blick auf das Operngebäude mit seinen Schmuckfassaden verstellt.

Die Stadt hatte nach langem Ringen entschieden, das Klohäuschen, das bereits für 90000 Euro gekauft wurde, vor die Südfassade der Oper zu stellen - inmitten eines Heckenbeetes, das der Gartenkünstler Kamel Louafi angelegt hatte. Eine Baugenehmigung wurde erteilt, doch die Oper stellte sich quer, sammelte Unterschriften und beruft sich nun auf den Denkmalschutz.

Bei SPD und Grünen lösen die Argumente der Denkmalschützer Kopfschütteln aus. „Früher haben sich die Menschen auf der Straße erleichtert, heute hat man Toiletten, die nur aufgestellt werden müssen“, meint Grünen-Politiker Dette. Der Denkmalschutz dürfe sich einer pragmatischen Lösung für die Probleme rund um den Opernplatz nicht verschließen. Keinen Sinn mache es, sagt SPD-Mann Mineur, ein Klohäuschen in einer Seitenstraße zu verstecken. „Wenn das WC nicht in unmittelbarer Nähe zu den Platznutzern steht, wird es auch nicht angenommen“, sagt er. Keinesfalls wolle man die Jugendlichen, Punks und Trinkergruppen, die sich auf dem Areal erleichtern, vertreiben.

Christdemokrat Seidel hält das für den falschen Weg. „Die Leute sollen sich dort aufhalten dürfen, aber sie sollen sich benehmen“, erklärt er und plädiert für erzieherische Maßnahmen gegenüber denjenigen, die Regeln verletzen. „Urinieren in der Öffentlichkeit ist eine Ordnungswidrigkeit. Die Stadt sollte also mehr kontrollieren und Bußen verhängen“, sagt er. Städtebaulich sei die Klo-Lösung an der Oper sowieso fatal.

Die FDP teilt die Bedenken des Denkmalschutzes. „Ein Klo würde den gesamten Opernplatz verschandeln“, sagt Fraktionschef Wilfried Engelke. Zudem gebe es bereits Toiletten in der U-Bahnstation Kröpcke. „Man könnte jetzt bei den Bezirksräten fragen, ob in einem Stadtteil noch eine Toilette gebraucht wird“, schlägt er vor. Schließlich müsse das bereits erworbene WC irgendwo untergebracht werden.

Voriger Artikel Voriger Artikel
Nächster Artikel Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Einigung in Sicht
Foto: Im Streit um den Standort für ein Toilettenhaus auf dem Opernplatz rückt eine Einigung näher.

Im Streit um den Standort für ein Toilettenhaus auf dem Opernplatz rückt eine Einigung näher. Auf Nachfrage der SPD im Umweltausschuss teilte Fachbereichsleiterin Karin van Schwartzenberg am Monatg mit, dass „die Toilette noch in diesem Jahr kommt“.

mehr
Anzeige

Zeitreise durch Hannover

Streifzug durch Mitte

Einkaufsmeile, belebtes Zentrum, Partyzone: In Mitte trifft sich ganz Hannover – und Besucher staunen über die Altstadt, das Rathaus und andere Sehenswürdigkeiten.mehr