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Mitte Üstra will Friedrich-Lehner-Weg umbenennen
Hannover Aus den Stadtteilen Mitte Üstra will Friedrich-Lehner-Weg umbenennen
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20:53 28.12.2011
Namenszweifel: Friedrich-Lehner-Weg. Quelle: Surrey
Calenberger Neustadt

Der Grund: Der 1979 gestorbene Lehner hat einem Gutachten zufolge während des Dritten Reiches in Leipzig eine unrühmliche Rolle gespielt. Er war demnach aktives Parteimitglied der NSDAP und antisemitisch eingestellt.

Wenn das von den Leipziger Verkehrsbetrieben bei einem Historiker in Auftrag gegebene Gutachten zutrifft, fällt auf einen der renommiertesten deutschen Verkehrswissenschaftler ein anderes Licht als bisher. Lehner wirkte nach dem Krieg zunächst in Köln, dann zwischen 1954 und 1965 als Vorstandsmitglied der Üstra. Er bekleidete diverse Ehrenämter, wurde 1969 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und gründete eine Stiftung. Die Leibniz-Uni verleiht aus deren Mitteln im Zwei-Jahres-Turnus den Friedrich-Lehner-Preis an Verkehrswissenschaftler.

Die andere Seite: Während der Nazizeit war Lehner, seit 1933 Parteimitglied, Chef der Leipziger Verkehrsbetriebe. 1941 übernahm er laut Gutachten den Posten eines Blockwartes. Diese Funktionsträger hatten unter anderem zu überwachen, ob die Vorschriften der Rassengesetze eingehalten wurden; außerdem kassierten sie Parteibeiträge ein. Lehner soll entgegen Anweisungen der Parteiführung durchgesetzt haben, dass Juden in Leipzig nicht mehr in Bussen und Bahnen mitfahren durften.

Für die Üstra, mit ihrem Betriebshof Glocksee einziger Anlieger des Friedrich-Lehner-Weges, war dies Grund, an die Stadt heranzutreten. „Wir werden den Fall prüfen“, sagt Stadtsprecher Andreas Möser. In den Richtlinien zu Straßennamen heißt es, dass „die aktive Mitwirkung des Namensgebers in einem Unrechtssystem zur Umbenennung führen kann.“ Eine Entscheidung müssten die Ratsgremien treffen.

Weitere Fälle sind noch nicht gelöst. Die Stadt will die Lettow-Vorbeck-Allee, die nach einem Afrika-Feldherrn benannt ist, zur Namibia-Allee machen. Dagegen wehren sich Anwohner, der Fall liegt vor Gericht. Erst nach Ende des Verfahrens will sich die Stadt der Elkartallee annehmen. Auch deren Namenspatron ist wegen seiner Rolle in der Nazizeit nicht mehr gelitten.

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