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Asylheim soll auch Frauen beherbergen

Pläne stoßen auf Kritik Asylheim soll auch Frauen beherbergen

In der Nachbarschaft des neuen Flüchtlingswohnheims in der Karlsruher Straße gibt es Bedenken gegen die Pläne der Stadt, dort nur Männer unterzubringen. Bürger wenden sich gegen die Pläne – bislang ohne Erfolg.

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Platz für 120 Männer: Frauen und Kinder sind laut Stadt in der neuen Flüchtlingsunterkunft in Mittelfeld nicht vorgesehen.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Das wurde in der vergangenen Woche deutlich, als Nachbarn und Bürger des Stadtteils die Möglichkeit hatten, sich die bunte Containersiedlung anzuschauen.

In dem Gebäude sollen 126 Flüchtlinge untergebracht werden, alle von ihnen werden Männer sein, hatte die Stadt mitgeteilt. Zum einen verfolgt das Rathaus das Ziel, alle Sporthallen, die als Notunterkünfte dienen, wieder frei zu machen. Direkt im Anschluss an die Sommerferien sollen die Hallen wieder von den Schulen und Vereinen genutzt werden können. Die Bewohner der derzeit einzigen noch belegten Sporthalle sollen möglichst schnell in der Karlsruher Straße untergebracht werden. Die Stadt will auch in den Notunterkünften wie zum Beispiel dem Deutschen Pavillon die Plätze reduzieren. In den Turnhallen sind ausschließlich, in den Notunterkünften überwiegend Männer untergebracht.

Frauen schaffen "ein anderes Klima"

Bei der Besichtigung äußerte ein junger Mann aus dem Stadtteil lauthals die Befürchtung, dass eine große Ansammlung von Männern zu Konfrontationen führen könnte. Er sei nicht gegen die Unterkunft, betonte der junge Mann. „Aber wenn Frauen dabei sind, ist das für mich ein anderes Klima“, betonte er. Außerdem sei es „ein angenehmeres Gefühl, wenn hier Kinder spielen, als wenn hier 30 Männer zusammenstehen“, sagt er.

Ähnlich äußert sich auch eine ältere Bewohnerin des Stadtteils. Mittelfeld habe schon genug Probleme, meint sie. „Deshalb ist es besonders problematisch, wenn hier nur Männer wohnen sollen“, sagt sie.

Stadt verteidigt Pläne

Mitarbeiter der Stadt, die bei der Besichtigung mit Einrichtungsleiterin Debora Denecke für Gespräche zur Verfügung stehen, verteidigen die Pläne. Zum einen würden die Bewohner von Fachkräften betreut, sagt eine Verwaltungsmitarbeiterin. Außerdem sei an diesem Standort für die Unterbringung von Familien gar kein Platz gewesen, betont sie. Denn dann hätte man auf dem kleinen Grundstück noch Kinderspielgeräte und eine Sandkiste unterbringen müssen.

Bei der Besichtigung gibt es aber auch viel Lob für das neue Flüchtlingsheim. „Die Anlage ist schön, das ist alles sehr gut gelungen“, sagt eine Frau aus der Nachbarschaft.

In den vergangenen Monaten ist zwischen zwei Supermärkten eine sogenannte Modulbauanlage entstanden. Zusammengesetzt aus rot, orange und gelb lackierten Containern hat die Stadt dort eine Unterkunft für rund 120 Flüchtlinge gebaut. Die Flüchtlinge wohnen jeweils in kleinen, sehr schlicht ausgestatteten Doppelzimmern mit Stahlbetten und Stahlschränken. Zwei Doppelzimmer gehören zu einem Appartement, darin befinden sich dann auch ein Aufenthaltsraum mit einem Herd sowie ein einfaches Badezimmer. Dort gibt es zum Beispiel keine Duschkabine, sondern nur einen Wasserablauf im Boden und einen Duschvorhang. Im Innenhof befinden sich Sitzgelegenheiten und eine Tischtennisplatte.

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Mittelfeld in Zahlen
  • Stadtbezirk : Döhren-Wülfel, 8. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 33.593
  • Einwohner je Stadtteil: Döhren (13.277 Einwohner), Mittelfeld (8.166 Einwohner), Seelhorst (3.844 Einwohner), Waldhausen (2.136 Einwohner), Waldheim (1.815 Einwohner) und Wülfel (4.355 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.035 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahl : 30519
  • Markantes aus der Geschichte : Der Stadtteil entstand in den fünfziger Jahren als Siedlung für Vertriebene. Mittlerweile gehören das über 130 Hektar große Messe-Gelände und das Expo-Areal mit der TUI-Arena ebenfalls zum Stadtteil.
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