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Förderschule führt Inklusion ein

Mittelfeld Förderschule führt Inklusion ein

Inklusive Beschulung mal anders herum: Die Mira-Lobe-Oberschule öffnet sich für Kinder ohne Behinderung. Die Eltern sind von dem neuen Konzept überzeugt.

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Die Mira-Lobe-Oberschule arbeitet jetzt inklusiv auch mit nicht behinderten Kindern – wie Hermine und ihre Schwester Matilda.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. „Wir haben so extrem gute Erfahrungen mit unserer Grundschule gemacht“, sagt Bettina Groh, Schulleiterin der ehemaligen Werner-Dicke-Förderschule. „Da haben sich sowohl Eltern als auch Lehrer gewünscht, dass die Inklusion nicht mit der Grundschule endet, sondern danach fortgesetzt wird.“ Daher hat die Werner-Dicke-Schule seit dem 1. Februar einen neuen Namen und ein neues Konzept, das sie am vergangenen Freitag bei einem Tag der offenen Tür vorgestellt hat. Wie der seit vier Jahren bestehende inklusive Grundschulzweig heißt jetzt auch die Förderschule Mira-Lobe-Schule und bietet ab dem kommenden Schuljahr eine inklusive Klasse an. In dieser lernen dann sechs Kinder mit unterschiedlichem Unterstützungsbedarf gemeinsam mit zwölf Schülern ohne Handicap.

Eine Schülerin mit Behinderung ist die neunjährige Louisa. Sie geht derzeit in die dritte Klasse der Mira-Lobe-Grundschule. Ihre Mutter Jana Thümmler erzählt von Louisas Handicap: „Sie hat psychomotorische Störungen, Probleme mit Sprache und Bewegung und eine leichte geistige Minderung.“ Dennoch sei sie in ihrer Klasse sehr gut integriert. Thümmler findet, dass alle Kinder voneinander lernen können und nicht nur die Schüler mit Handicap von inklusiven Klassen profitieren. Deshalb hofft sie, dass ihre Tochter in zwei Jahren einen Platz in der inklusiven Oberschulklasse bekommt. „Das wäre wirklich optimal, wenn es so weitergeht“, sagt sie.

Thümmler ist überzeugt von dem neuen Konzept und findet die geplante Klassengröße von höchstens 18 Kindern angemessen. „Auch dass immer zwei Lehrer da sind, ist super“, sagt die Mutter. „Das ermöglicht uns unsere gute personelle Ausstattung“, sagt Schulleiterin Groh. „So können wir auch nach Schulschluss um 15 Uhr noch eine Betreuung bis 17 Uhr anbieten.“

Dass aber auch Eltern von Kindern ohne Handicap Interesse an der inklusiven Klasse haben, beweist Ursula Bausmann. Ihre Tochter Matilda besucht die zweite Klasse der inklusiven Grundschule. „Matilda war zuerst an einer normalen Schule, aber seit dem Wechsel fühlt sie sich viel wohler“, erzählt Bausmann. „Hier hat sie viele Freunde, und es ist einfach ein ganz anderes Lernen.“ Der Siebenjährigen gefällt besonders die Zirkus-AG, in der sie einmal pro Woche Einradfahren und Jonglieren üben kann. Physiotherapeutin Sigrun Rambach hat die AG ins Leben gerufen. Kinder aller Jahrgangsstufen können daran teilnehmen und präsentieren am 23. April als Abschluss einer Projektwoche und am 8. Juni beim Theaterfestival Klatschmohn ihr Programm.

Auch beim Tag der offenen Tür am Freitag ist die Zirkus-AG vertreten und Matilda zeigt ihrer Familie sofort, wie gut sie einen Teller auf einem Stab balancieren kann. Ihre kleine Schwester Hermine ist begeistert. Die Eltern der beiden hoffen, dass auch die Vierjährige einen Platz an der Grundschule bekommt. „Es gibt viele Anmeldungen, die Schule ist sehr beliebt“, sagt Bausmann. „Aber bei Geschwisterkindern hat man ja gute Chancen.“

Auch für die inklusive fünfte Klasse, die im August starten soll, gibt es schon einige interessierte Eltern, bestätigt Schulleiterin Groh. „Anfang Mai geben wir dann die Zu- und Absagen“, sagt sie. „Die inklusive Oberschule läuft dann parallel zu unserer normalen Förderschule“, sagt Groh. Die Klassen der verschiedenen Schulformen sollen aber engen Kontakt haben, beispielsweise bei gemeinsamen Ausflügen und Klassenfahrten. „Wir lernen auch für die Förderschule aus dem Konzept“, sagt Groh.

Von Johanna Stein

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Mittelfeld in Zahlen
  • Stadtbezirk : Döhren-Wülfel, 8. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 33.593
  • Einwohner je Stadtteil: Döhren (13.277 Einwohner), Mittelfeld (8.166 Einwohner), Seelhorst (3.844 Einwohner), Waldhausen (2.136 Einwohner), Waldheim (1.815 Einwohner) und Wülfel (4.355 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.035 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahl : 30519
  • Markantes aus der Geschichte : Der Stadtteil entstand in den fünfziger Jahren als Siedlung für Vertriebene. Mittlerweile gehören das über 130 Hektar große Messe-Gelände und das Expo-Areal mit der TUI-Arena ebenfalls zum Stadtteil.
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