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Mittelfeld Grundschüler entdecken ihre Liebe zum Huhn
Hannover Aus den Stadtteilen Mittelfeld Grundschüler entdecken ihre Liebe zum Huhn
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00:15 07.09.2017
Das Frühstück ist gesichert: Louisa klaubt die frisch gelegten Eier aus der Kiste des Hühnermobils. Quelle: Behrens
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Hannover

Sobald man den Schulhof betritt, hört man sie schon. Ihr Gegacker, vermischt mit gelegentlichen Flügelschlägen. Hühner – mitten in Mittelfeld. „Die Tiere sind klasse. Nur den Hahn haben wir in Kur geschickt“, sagt Lehrerin Susanne Marwede. Dem von den Kindern wegen seines schimmernden Gefieders liebevoll „Goldie“ getauften Hühner-Chef war die große Aufmerksamkeit doch zu stressig.

Marwede ist die Koordinatorin des Projekts an der Grundschule. Und sie hat noch eine weitere Aufgabe: „Ich bin die Hüterin der Eier“, sagt die Lehrerin. Die Ausbeute ist groß, manche der Hennen legen sogar mehrere am Tag, genug für ein gemeinsames Frühstück. Marie Hemme und Moritz Tepelmann vom Biohof Rotermund-Hemme haben den Kindern eine Einführung gegeben, dann waren sie an der Reihe.

Jede Klasse des zweiten Jahrgangs hat die Tiere seit dem 4.  August eine Woche lang betreut, ihren auf einem Autoanhänger aufgebauten Stall gereinigt und sie mit Futter und Wasser versorgt. Dass dabei gerade Stadtkinder den Tieren oft zum ersten Mal ganz nahe kommen, ist die Projektidee.

Dem Federvieh geht es sichtlich gut im Schulhof, die Hennen genießen den Auslauf auf dem grünen Boden. Seitdem der Hahn weg ist, hat „Frechie“ den Trupp übernommen. Den Namen hat sich die Anführerin verdient, als sie gleich am ersten Tag ausbüxte und eingefangen werden musste. Jetzt pickt sie Nela leicht in den Schuh. „Au, das hab ich gemerkt“, sagt die Achtjährige. „Ich habe viel gelernt über Hühner“, fügt Nela hinzu. „Es ist einfach ein schönes Gefühl, mit Hühnern zusammen zu sein, die sind so weich.“

Mit ein bisschen Gefühl und Vorsicht, kann man die geduldigen Vögel sogar auf den Arm nehmen, wie Lehrerin Marwede gleich beweist. „Meine Lieblingshühner sind ,Wölkchen‘ und ,Frechie‘“, sagt Käthe. Alle mögen die Tiere, aber ganz besonders ins Herz geschlossen hat sie Lauko. Im Unterricht ist der Siebenjährige nicht so ruhig wie im Umgang mit den Tieren. „Ich hab ihnen Futter und Wasser gegeben“, berichtet er stolz.

Dann herrscht plötzlich große Aufregung, liegt etwa gleich wieder ein neues Ei in der Kiste am Stall? Lehrerin Marwede mahnt ihre Schüler. „Stellt euch mal vor, ihr seid gerade auf Toilette und jemand guckt von unten in die Schüssel.“

Von Benjamin Behrens

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