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Grundschüler nehmen Song mit Rapper Spax auf

Grundschule Beuthener Straße Grundschüler nehmen Song mit Rapper Spax auf

Wo sonst Rapper Spax der Herr über seine Aufnahmekabine und Studio-Computer ist, geben an diesem Tag 16 kleine Nachwuchsrapper den Ton an. Eine Gruppe des dritten und vierten Jahrgangs der Grundschule Beuthener Straße aus Mittelfeld hat mit dem Musiker einen Song aufgenommen.

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Konzentriert: Schülerin Emily und Rapper Spax.

Quelle: Benjamin Behrens

Hannover. Die Schüler haben sich auf den Weg gemacht, um in den heiligen Hallen des Musikers endlich das aufzunehmen, was sie vor den Herbstferien im vergangenen Jahr mit etwas Starthilfe vom Vollblut-Hip-Hopper erarbeitet haben: einen Schulregel-Rap.

Dabei passen doch Regeln einhalten und sich benehmen so gar nicht zum schnodderigen Rap-Gesang, der sich doch vermeintlich an keine Regeln hält, außer den eigenen? Ganz im Gegenteil sagt Spax. „Es gibt ja auch im Hip-Hop Regeln.“ Sich bei einem Rap-Battle gegenseitig zu beleidigen gehört auch dazu. Nur bleibt es dann bei dem verbalen Schlagabtausch. „Das gehört jetzt hier auf die Bühne, ob es andere gut finden, egal. Die Schulordnung ist nichts anderes.“

Schüler sollen sich mit Texten identifizieren

Und so hat Spax, der eigentlich Rafael Szulc-Vollmann heißt, mit den Kindern einen Song getextet. Um Fairness geht es, respektvollen Umgang miteinander, zuhören, andere ausreden lassen, niemandem etwas wegnehmen. Alles Dinge, die sich auch in der Schulordnung wiederfinden. Nur will Spax eben weg von der „Befehlsempfängermasche“, wie er sagt, hin dazu, dass die Schüler sich selbst damit identifizieren. Gerade auch, weil es eben ihr eigener Text ist. Natürlich hat der Musiker an den zwei Tagen, an denen in der Schule daran geschrieben wurde, etwas geholfen und Anregungen gegeben, aber letztendlich ist es das Werk der Schüler.

Emily steht in der kleinen Aufnahmekabine, den Studiokopfhörer auf den Ohren. „Andere behandeln, wie ich selbst behandelt werden will und wenn man redet, dann bin ich still“, rappt sie ins Mikro. Fast richtig, „jemand“, nicht „man“ heißt es im Text, außerdem sind einige Passagen undeutlich. Also noch mal, bis die Aufnahme passt. „Ich probiere, sie ernst zu nehmen, in allen Belangen. Auch Blödsinn machen, aber auch an Grenzen führen“, sagt Spax. Nach einigen Versuchen sitzt die Passage, Emily wird gelobt und kommt glücklich lächelnd aus der Tonkabine.

"Er hat einen sehr hohen Anspruch"

„Er hat schon einen sehr hohen Anspruch und fordert sie“, lobt Lehrerin Susanne Marwede. „Er hat da noch andere Möglichkeiten als ich“, sagt die 48-Jährige. Wo es nötig ist, hilft der Musiker sofort und mit Geduld.

Schließlich sind alle Strophen im Kasten, viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt. „Das hat Spaß gemacht,“ freut sich Max. Finanziert hat die Aufnahme-Session die PSD Bank. Das Kreditinstitut hilft bei seinem Schulprojekt Schulen dabei, ihre kreativen Ideen zu verwirklichen. 1000 Euro gab es für den 6. Platz, genug für die Grundschule, um ihren Song professionell zu schreiben und aufzunehmen. Eine erste Rohfassung können sich die Kinder gleich begeistert anhören. Und sie werden sich an all das halten, was im Lied vorkommt - das versprechen sie.

Von Benjamin Behrens

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Mittelfeld in Zahlen
  • Stadtbezirk : Döhren-Wülfel, 8. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 33.593
  • Einwohner je Stadtteil: Döhren (13.277 Einwohner), Mittelfeld (8.166 Einwohner), Seelhorst (3.844 Einwohner), Waldhausen (2.136 Einwohner), Waldheim (1.815 Einwohner) und Wülfel (4.355 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.035 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahl : 30519
  • Markantes aus der Geschichte : Der Stadtteil entstand in den fünfziger Jahren als Siedlung für Vertriebene. Mittlerweile gehören das über 130 Hektar große Messe-Gelände und das Expo-Areal mit der TUI-Arena ebenfalls zum Stadtteil.
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