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Mittelfeld Stadt baut trotz Anwohnerprotest in Washingtonstraße
Hannover Aus den Stadtteilen Mittelfeld Stadt baut trotz Anwohnerprotest in Washingtonstraße
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00:15 09.04.2017
Von Michael Zgoll
Auf der Brachfläche am Washingtonweg soll ein neues Wohnhaus entstehen. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Es sei ein „Missverständnis“, schreiben die Stadtplaner in der Verwaltungsvorlage, dass in dem geplanten dreigeschossigen Bau mit voraussichtlich neun Wohnungen Kriegsflüchtlinge einquartiert werden sollen.

Die Nachbarn und ihre Anwälte hatten darauf hingewiesen, dass der Anteil der Haushalte im Quartier, in denen Menschen mit Migrationshintergrund leben, bei rund 40 Prozent liege. Doch eine weitere „Gettoisierung“, so die Stadt, werde es durch den Bau eines Hauses mit neun Wohneinheiten sicher nicht geben. Abgesehen davon sei stadtweit eine „deutliche Intensivierung des Wohnungsneubaus“ erforderlich, um die ständig steigende Nachfrage befriedigen zu können - auch durch eine „Nachverdichtung“ wie im Amerikaviertel.

Der Bebauungsplan für das 2100 Quadratmeter große Grundstück, das den Washingtonweg 3 und die nördlich angrenzende Freifläche Richtung Hooverweg umfasst, sieht die Errichtung eines dreigeschossigen Gebäudes mit Satteldach vor, optisch angepasst an die umliegenden Häuser. Der Heiz- und Warmwasserbedarf wird mit einer Holz-Hackschnitzelanlage und einem Gasbrenner für Spitzenlastzeiten gedeckt. Erschlossen werden soll der Neubau über den Washingtonweg. Bauherr wird die Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover (GBH) sein, die seit vergangenem Dezember gemeinsam mit der Union Boden GmbH und anderen Tochtergesellschaften unter dem Namen „Hanova“ firmiert.

Auf dem Areal des Washingtonwegs 3 war früher eine Nachbarschaftswäscherei untergebracht; da die weitaus meisten Haushalte in der Umgebung inzwischen mit Waschmaschinen ausgerüstet sind und die Anlieger das Waschhaus kaum noch nutzten, wurde es schließlich abgerissen. Skeptische Nachbarn hatten angeregt, den neuen Baukörper nicht in Nord-Süd-, sondern in Ost-West-Richtung anzulegen. Ansonsten würden die ohnehin sehr kleinen Gärten der angrenzenden Reihenhäuser komplett verschattet. Doch diese Gefahr sieht die Verwaltung nicht. Zudem würde das Modell der Kritiker wesentlich längere Zuwegungen und eine höhere Versiegelung des Bodens nach sich ziehen - zulasten von Grün- und Spielflächen.

Wenig begeistert sind einige Anwohner, dass die Freifläche überhaupt bebaut wird. Sie gehöre zur „Grünen Lunge“ des in den Fünfzigerjahren entstandenen Amerikaviertels, die Bäume auf dem Baugrundstück würden den Reihenhausbewohnern auch als Sichtschutz zu den sechsgeschossigen Häusern am Washingtonweg dienen. Tatsächlich müssen für den Neubau 20 Bäume gefällt werden, darunter eine alte Birke und eine betagte Weide. Allerdings werden, so die Stadt, rund um den Neubau 14 junge Bäume gepflanzt. Als Ersatz für die restlichen sechs Bäume soll die GBH 108 Heckenpflanzen setzen. Und schließlich, so heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung, würden die Bäume, die als Sichtschutz zwischen den hohen Mehrfamilienhäusern und den Reihenhäusern dienen, „nahezu vollständig“ erhalten bleiben.

320 neue Wohnungen und 30 Häuser: Die Brache auf dem Grundstück vom Annastift e.V. wird zum Vitalquartier an der Seelhorst. Bis zu 1.000 Menschen könnte das neue Quartier beherbergen - es wäre das größte inklusive Wohnquartier in Deutschland. Bereits im Sommer soll die Erschließung der Baufläche beginnen.

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