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Bürger haben viele Ideen für Mühlenberg

Mühlenberg Bürger haben viele Ideen für Mühlenberg

Zur ersten Ideenwerkstatt für das Projekt „Soziale Stadt“ kamen mehr als 50 Interessierte. Die Sauberkeit und die Grünflächen des Stadtteils sollen verbessert werden.

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Quartiersmanagerin Kerstin Koller präsentiert die Workshop-Ergebnisse.

Quelle: Christian Link

Hannover. Die soziale Stadtsanierung in Mühlenberg steht in den Startlöchern. Mehr als 50 Bürger und Verwaltungsvertreter haben sich am vergangenen Donnerstag zu einer ersten Ideenwerkstatt getroffen. Bei dem Termin wurden erste Anregungen dafür gesammelt, in welche Projekte die Fördergelder in Höhe von 12 Millionen Euro fließen könnten. Wie in den anderen hannoverschen Sanierungsgebieten auch will die Stadt während der gesamten Sanierungsdauer von mindestens zehn Jahren eng mit den Anwohnern zusammenarbeiten. „Sie als Bürger sollen besonders ins Boot geholt werden, um ihren Stadtteil mitzugestalten und zu verändern“, sagte Bezirksbürgermeister Andreas Markurth.

Bei der Ideenwerkstatt teilten sich die Anwesenden in die drei Arbeitsgruppen auf. Unter den zahlreichen Themen, die von Bürgern angesprochen wurden, waren auch: Sauberkeit, Zustand der Grünflächen, Verkehrsberuhigung, Radwegeanbindungen, fehlende Veranstaltungsräume, Einkaufsmöglichkeiten sowie die Wohnbedingungen an Ossietzkyring, Canarisweg und Goerdelerstraße. Zu den einzelnen Bereichen sollen sich nach der Ideenwerkstatt themenbezogene Arbeitsgruppen gründen.

Die Stadtverwaltung war mit rund einem Dutzend Mitarbeiter vertreten und machte deutlich, dass sie die Sanierung nicht auf die leichte Schulter nimmt. „In Hannover hat der Mühlenberg nicht ganz den Klang und das Image, das er eigentlich verdient“, sagte Juliane Schonauer, Sachgebietsleiterin für die Stadterneuerung. Das Programm „Soziale Stadt“ soll diesen Eindruck und vor allem die Wohn- und Lebensumstände der Menschen im Quartier verbessern.

„Das erste Projekt, das wir hier in Mühlenberg anschieben werden, ist die Aufwertung des Spielplatzes am Schollweg“, sagte Schonauer. Damit bleibt die Stadt ihrem Erfolgsrezept aus anderen Sanierungsgebieten wie Hainholz, Stöcken oder Vahrenheide-Ost treu. Noch in diesem Jahr soll auch ein umfassendes Freiraumkonzept für Mühlenberg angeschoben werden, um das Quartier attraktiver zu machen. „Wir haben hier ein unglaubliches Freiraumpotenzial, der Mühlenberg ist ein sehr grüner Stadtteil, aber häufig sind die Flächen nicht so gepflegt und sehr dunkel“, sagte Schonauer.

Die größte Herausforderung werde jedoch die Aufwertung des Wohnungsbestandes. Anders als in anderen Stadtteilen habe die städtische Gesellschaft für Bauen und Wohnen (GBH) in Mühlenberg keine Bestände. „Bei der Verbesserung der Wohnsituation brauchen wir die privaten Wohnunternehmen als Partner - das ist ein dickes Brett“, sagte Schonauer. Wie schwierig es ist, bundesweit agierende Immobilienunternehmen für die Sanierung ihrer Bestände zu gewinnen, musste die Stadt schon in anderen Sanierungsgebieten erfahren. Im Sahlkamp dauerte es zuletzt fünf Jahre, bevor die Deutsche Wohnen als größter Privateigentümer endlich mit der Sanierung ihres ersten Hochhauses begann.

Dementsprechend stimmte Schonauer die Bürger auf einen gemächlichen Sanierungsstart ein. „Die ersten Jahre sind eine Art Durststrecke, in der man erst mal alles anschieben muss“, sagte die Stadtplanerin. Eigentlich soll die Sanierung, die offiziell schon 2014 begonnen hat, bis 2024 dauern. Aufgrund des vergleichsweise „sehr großen Sanierungsgebiets“ rechnet Schonauer jedoch mit einer Verlängerung der Projektdauer auf zwölf bis 15 Jahre.

Als erster Schritt stehe nun die Gründung einer Sanierungskommission mit 18 Mitgliedern an, die zu gleichen Teilen aus Bürgern und Bezirksratspolitikern bestehen soll. Die Kommission unterbreitet den Ratsgremien Empfehlungen und Beschlüsse zu allen relevanten Angelegenheiten der Sanierung. Sie entscheidet zudem über die Vergabe von Mitteln aus dem Quartiersfonds, der jährlich bis zu 20.000 Euro für gemeinnützige Projekte beinhalten soll. „Mit diesen Bürgerhaushalten hat Hannover sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagte Schonauer.

Drei Quartiersmanagerinnen und zwei Stadtplaner werden die Sanierung von Mühlenberg begleiten. „Wir sind personell schon vor Ort, aber wir haben noch keine Räumlichkeiten“, sagte Schonauer. Die Stadt sucht noch nach einem Büro, das vollkommen barrierefrei ist.

Das Stadtteilbüro Mühlenberg hat bereits eine Internetseite. Alle Informationen und Termine zur Sanierung werden online unter www.muehlenberg-info.de veröffentlicht.

Von Christian Link

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Mühlenberg in Zahlen
  • Stadtbezirk : Ricklingen, 9. Stadtbezirk von Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 43.422
  • Einwohner je Stadtteil: Bornum (1.363), Mühlenberg (6.582), Oberricklingen (10.327), Ricklingen (12.685) und Wettbergen (12.465)
  • Bevölkerungsdichte : 2.948 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30453, 30457, 30459
  • Markantes aus der Geschichte: Die Mühle, die dem Stadtteil seinen Namen gab, steht auf der Südseite des Hügels, gehört allerdings schon zu Wettbergen. 1945 errichteten die Nazis auf dem Mühlenberg ein KZ-Außenlager, das in der Nachkriegszeit zum Obdachlosenlager umfunktioniert wurde.
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