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Mühlenberg Bürger reden bei Sanierung mit
Hannover Aus den Stadtteilen Mühlenberg Bürger reden bei Sanierung mit
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02:15 05.05.2016
Koordinator Gereon Visse führt in das Sanierungsprogramm ein.
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Mühlenberg

Es ist Mittwochabend, die Mitglieder der Sanierungskommission Mühlenberg haben sich zu ihrer ersten Sitzung eingefunden. Auch Kai Hänsel hat seinen Platz eingenommen im Saal des ökumenischen Kirchenzentrums. Sein Blick geht hinaus auf das Mühlenbergzentrum. Die Einkaufsstraße steht auf der Tagesordnung. Dort gibt es ein länger leer stehendes Schuhgeschäft, Wettanbieter wollen dort Kunden anlocken, die Geld auf den Ausgang von Sportevents setzen. Das will die Stadt nicht, die Kommission auch nicht. Hänsel, als Ortsbrandmeister Bornums auch für den Mühlenberg zuständig, soll gleich als Bürgervertreter zum ersten stellvertretenden Vorsitzenden der Sanierungskommission gewählt werden. Auch Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok ist vor Ort: Er geht um den Tisch und gibt jedem Bürgervertreter in dem noch jungen Gremium die Hand - als Verpflichtung und Begrüßung.

18 Menschen entscheiden ab sofort mit darüber, wie es weitergeht mit dem millionenschweren Sanierungsprogramm für einen Stadtteil, der manchmal hart an seinem Ruf arbeitet. Neun Bürger sitzen in der Runde, hinzu kommen neun Politiker aus dem Rat der Stadt und aus dem Bezirksrat. Vorerst bleiben sie bis zur nächsten Kommunalwahl im Herbst zusammen. Die Leitung übernimmt die SPD-Ratsfrau Désirée Barnert. Sie ist die einzige Kandidatin und wird einstimmig gewählt - von den eigenen Parteigenossen, den Grünen, der CDU, der Linken. Das lässt vermuten, dass der Kommission an Sacharbeit gelegen ist. „Es sollen Strategien entwickelt werden, auch mit den Bürgern zusammen“, sagt Schostok. Anwohner wie der Mühlenberger Hänsel sind darum in dem Gremium mit dabei. Bei den öffentlichen Sitzungen, das macht der städtische Koordinator Gereon Visse sogleich klar, haben auch die Besucher ein Rederecht.

Eine Weile hat es gedauert, bevor die Kommission ihre Arbeit aufnehmen konnte. Aber eine gewisse Vorlaufzeit haben alle anderen 14 Sanierungsgebiete, die Hannover seit den Siebzigerjahren hatte, auch gehabt. Mühlenberg ist bereits seit Dezember 2014 im Sanierungsprogramm „Soziale Stadt“. Darüber finanzieren Bund, Land und Kommune zu je einem Drittel alle Projekte mit. Gut 13 Millionen Euro sollen in den nächsten Jahren in den Stadtteil fließen. In neue Straßen, in neue Spielplätze - den Auftakt macht in diesem Jahr die Grundsanierung der Spielanlage Schollweg -, aber auch in Häusermodernisierungen, in Infrastruktur, soziale Projekte und Bildungsangebote.

Die Stadt finanziert zusätzlich gemeinnützige Vorhaben. Aus dem Sozial- und Sportdezernat fließen jedes Jahr 90 000 Euro nach Mühlenberg, hinzu kommt der Quartiersfonds, der mit weiteren 25 000 Euro ausgestattet ist. „Oder mit 20 000 Euro, falls es eine Haushaltsperre gibt“, sagt Visse. Dieses Budget steht jährlich bereit, um nachbarschaftliche Projekte zu unterstützen. Anträge sind bei der Kommission zu stellen, die die Kandidaten auswählt, oder beim Quartiersmanagement. Dieses wird als Schaltzentrale für Bürger, Kommission und Verwaltung während der Sanierungszeit fungieren. Drei Quartiersmanager stehen bereit - und suchen noch ein Büro, das sie vielleicht zum Jahresende im neuen Stadtteilzentrum neben der Integrierten Gesamtschule Mühlenberg eröffnen werden. Bis Dezember 2025 wird das Programm laufen.

Der erste Beschluss ist schnell gefällt. Die Stadt soll eine Sperrzone einrichten - das Mühlenbergzentrum und angrenzende Straßen gehören dazu. Keine Wettannahmestelle oder Spielhalle soll es dort geben. Die Wettanbieter, die den Schuhladen anmieten wollten, müssen anderswo auf Suche gehen. Andere Interessenten, räumt Visse ein, gebe es nicht. Ladenleerstände und die Suche nach Nutzern - das wird ein Thema während der Sanierung. Und auch dies: „Das Image könnte sich bessern. Mühlenberg ist gut für Familien“, findet Hänsel. Auch darum mache er bei der Kommission mit.

Infos und Termine zur Sanierung gibt es unter www.muehlenberg-info.de.

Von Marcel Schwarzenberger

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