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Mühlenberg Das sind die Pläne für das neue Mühlenberg
Hannover Aus den Stadtteilen Mühlenberg Das sind die Pläne für das neue Mühlenberg
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02:15 30.08.2017
Der Spiel- und Bolzplatz am Schollweg in Mühlenberg ist durch Mittel aus dem Sanierungsprogramm "Soziale Stadt" komplett neu gestaltet worden. Und erstmals seit Jahren wieder richtig gut besucht. Quelle: Tomma Petersen
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Hannover

Mehr Sicherheit, weniger Müll, besseres Spielen, mehr Licht und neue Einkaufs- und Wohnmöglichkeiten – das Gesicht Mühlenbergs soll durch das Umbauprogramm "Soziale Stadt Mühlenberg" nach 50 Jahren neue Züge bekommen. Freundlichere, sofern die Ideen von Bürgern, Planungsbüros und Verwaltung aufgehen. Das sogenannte Freiraumentwicklungskonzept (FREK) soll bis Jahresende stehen.

  • Die Ausgangslage: Bis 2025 wird das Sanierungsprogramm voraussichtlich andauern; rund 12 Millionen Euro an Fördergeld können vermutlich insgesamt investiert werden. Das reicht nicht, um sanierungsbedürftige Wohnungen zu modernisieren; diesen Part sollen die Eigentümer möglichst selbst übernehmen. Auch der Neubau von Stadtteilzentrum und der Leonore-Goldschmidt-Schule sowie das geplante neue Familienzentrum an der Beckstraße sind nicht Teil des Sanierungsprogramms. Sie spielen aber in der Gesamtplanung eine wichtige Rolle. Das Programm fördert vor allem Investitionen in soziale Projekte und den öffentlichen Raum. Für das FREK hat die Stadt mehrere Büros mit der Planung beauftragt und Hunderte Bürger bei Foren diskutieren lassen. Das vorerst letzte Bürgerforum fand vergangene Woche im Stadtteilzentrum statt.
  • Die Projekte: Das Lindener Büro für Freiraumplanung von Christine Früh koordiniert die verschiedenen Planer und will Stadt sowie Politik mehrere Vorschläge unterbreiten. So soll unter anderem die Bornumer Straße weniger Verkehr aufnehmen müssen und Mühlenberg nicht mehr so brachial wie bisher in zwei Teile spalten. Die vierspurige Straße könnte schmaler werden, was mehr Platz für neue Bushaltestellen, Radfahrer und Fußgänger mit sich brächte. Der Durchgangsverkehr soll möglichst auf die Hamelner Chaussee und andere Routen umgelenkt werden. Die Fahlbuschbrücke – bislang einzige Querungsmöglichkeit für Fußgänger – soll aufgewertet werden; für Passanten könnte es mehr Möglichkeiten geben, die Straße zu überqueren. Das angrenzende Viertel am Canarisweg soll mehr Aufenthaltsqualität bekommen – etwa durch neue Spielflächen. „Die Straße könnte zu einem starken Markenzeichen für den Stadtteil werden“, sagte Früh.
    Mehrere Neubauprojekte sollen den Wohnungsmarkt für Familien und Senioren beleben. Raum dafür gäbe es unter anderem am Stauffenbergplatz. Dort könnte ein Haus mit altersgerechten Wohnungen sowie Café und Pflegeeinrichtungen im Erdgeschoss entstehen. Für die ehemalige Post gibt es ebenfalls Pläne. Die Stadt bereitet eine Drucksache vor, die für das leer stehende Gebäude eine Nutzung durch städtische Beratungsstellen vorsieht. Auch der Stauffenbergplatz selbst soll freundlicher gestaltet werden. Gleiches ist für die angrenzende Umsteigeanlage vorgesehen. An der Leuschnerstraße werden die Planungsbüros einen radikalen Wandel für das in die Jahre gekommene kleine Gewerbezentrum vorschlagen. Die Eigentümer könnten den Bestand entweder aufwerten und umbauen. „Oder abreißen und durch einen Neubau, zum Beispiel ein Wohnhaus, ersetzen“, sagte Früh. Der jetzt vorhandene Kiosk solle aber erhalten bleiben.
    Neue Lichtanlagen, Spielgeräte, Sitzbänke oder andere Möglichkeiten für die Aufwertung eines Standorts sollen auch an Beckstraße, Anne-Frank-Weg, rund um das Regenrückhaltebecken, am Kurt-Willkomm-Weg sowie am Marktplatz und der Fußgängerzone im Stadtteilzentrum installiert werden. Auch an die Erneuerung des kaputten Kreuzes vor dem ökumenischen Kirchenzentrum wird gedacht.
  • Was passiert als Nächstes? Die Ergebnisse werden bis zum Herbst zusammengefasst; bis Jahresende, spätestens Anfang 2018 kommt der neue Rahmenplan in die politischen Gremien der Stadt. Nach deren Votum geht es Schritt für Schritt mit der Umsetzung der einzelnen Vorhaben los. Mit kleineren Projekten, die keine langen Genehmigungsverfahren brauchen, soll es schon wesentlich schneller losgehen. Im Herbst dieses Jahres will das Quartiersmanagement Mühlenberg Bürger zu Pflanzaktionen einladen. Auch eine Lauf- und Walking-Strecke soll zwischen Mühlenberg und Empelde installiert werden.

Von Marcel Schwarzenberger

In Polygonien wird gespielt und gebolzt

Hunderte Kinder und ihre Eltern tummeln sich zum ersten Mal seit langer Zeit auf dem Spiel- und Bolzplatz am Schollweg in Mühlenberg. Der in die Jahre gekommene und kaum besuchte Spielplatz ist durch Städtebaufördermittel aus dem Sanierungsprogramm „Soziale Stadt“ komplett neu geplant und bebaut worden. „Die Neugestaltung ist ein gelungenes Starterprojekt für das Sanierungsprogramm“, sagt Oberbürgermeister Stefan Schostok, der den Platz einweiht. Das Besondere: 92 Kinder aus der Nachbarschaft durften bei der Planung und Entwicklung ihre eigenen Ideen einbringen. Entstanden ist ein großer, bunter Platz mit Kletterinseln, Wippen, Tellerschaukeln, Tunnelrutschen und Sandkisten. Dahinter schließt sich ein hoch umzäunter Bolzplatz mit neuem Belag an.

„Es ist so schön, dass der Spielplatz wieder offen ist. Früher kamen wir selten her, aber das wird sich jetzt ändern“, sagt Fahak Nory, die mit Söhnchen Mavian zur Eröffnung gekommen ist. Während der Dreijährige sich vor allem für die Sandkiste und die Seilwinde mit Eimern interessiert, klettert Gylan (4) lieber eine Holzwand empor. „Jeder, der den Spielplatz von früher kennt, wird nicht fassen können, was hier passiert ist“, sagt Oberbürgermeister Schostok. Gemeinsam mit Künstlern hätten die Kinder auch selbst einen Teil des Spielplatzes gestalten können. Ein sogenanntes Tangram, bestehend aus vielen kleinen Formen, ziert die Sitzbänke des Platzes. „Mühlenberg fügt sich aus einer Vielfalt verschiedener Kulturen und Geschichten zusammen. Die Kinder haben sich entschlossen, dass sie gerne ein eigenes, gemeinsames Land hätten“, sagt Schostok. Der Spielplatz heißt deshalb von nun an Polygonien. 650 000 Euro hat der neue Spielplatz gekostet. „Die Kinder sind das viele Geld wert, und der Stadtteil wird sich dadurch zum Guten wandeln“, so Schostok. Dass der Stadtteil schon jetzt voller Leben ist, weiß auch Bezirksbürgermeister Michael Dette. „Die Gemeinschaft und der Zusammenhalt werden jetzt durch den neuen Spiel- und Bolzplatz ergänzt“, so Dette.

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