Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Mühlenberg So feiern die Mühlenberger ihre neue Schule
Hannover Aus den Stadtteilen Mühlenberg So feiern die Mühlenberger ihre neue Schule
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 14.01.2017
Von Gunnar Menkens
Neuer Name, bewährtes Konzept: Die IGS Mühlenberg heißt jetzt Leonore-Goldschmidt-Schule - und die Schüler feiern das mit einer Darbietung in der Aula.  Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Die Erinnerung an vergangene, eher dunklere Zeiten sind noch im Gedächtnis an der IGS Mühlenberg. An einer Schule, die auf eine frühere Schülerin wie ein „kolossales Gebäude“ mit ewig langen Gängen wirkte. Ein Haus ohne Wärmedämmung, mit hohen Energiekosten und „einer katastrophalen Akustik“, man hörte den Unterricht vom Nebenraum, woran Schulleiter Michael Bax erinnerte.

Festgehalten sind diese Rückblicke in einem Film, der an der IGS Mühlenberg entstanden ist. Er befasst sich mit der Schule, wie sie war, und wie sie nun, nach sechs Jahren Planung und mehr als vier Jahren Bauzeit, geworden ist. Entstanden ist ein Neubau an gleicher Stelle, im Vergleich ein reines Licht- und Luftbad. Leider sind Türklinken so tief angebracht, dass Bax auf Dauer Rückenschäden fürchtet.

Am Mittwoch wurde die neu erbaute Leonore-Goldschmidt-Schule eröffnet. 

Am Mittwoch kamen rund 250 Lehrer, Eltern, Schüler und Ratspolitiker in die Aula des neuen Gebäudes, um offiziell Eröffnung zu feiern. Zwar findet Unterricht in neuen Räumen seit Ostern 2015 statt, aber erst im vergangenen Herbst wurde eine zweite Sporthalle und das angebundene Stadtteilzentrum fertig. 63 Millionen Euro hat das gesamte Projekt gekostet.

„Diese Größenordnung ist nicht selbstverständlich, es war ein unglaublicher Kraftakt“, sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok in seiner Rede. Auch er kannte das frühere Gebäude und berichtete von „auf dem Beton liegenden Versorgungsrohren“. Solche Vergleiche lassen Gegenwart und Zukunft umso heller strahlen. Er verstehe die Investition in Mühlenberg in dieses „kommunal- und bildungsolitische Herz Mühlenbergs“ als Zeichen: „Wir werden gewaltigen Mengen an Geld in Sanierung und Neubau von Schulen und Kitas investieren.“ 520 Millionen Euro stehen für die nächsten Jahre bereit.

Leonore-Goldschmidt-Schule

Aus der ehemaligen IGS Mühlenberg ist die Leonore-Goldschmidt-Schule geworden. 30.000 Quadratmeter Geschossfläche mit verglaster Eingangshalle über zwei Ebenen, eine Aula mit Platz für 700 Menschen, keine dunklen Zonen im Innern, barrierefrei, „Lernlandschaften“ für Jahrgangsbereiche, Wärmedämmung, Dreifachverglasung, Wärmerückgewinnung, die jährliche Einsparung von Kohlendioxid soll bei 200 Tonnen liegen, zwei Dreifeld-Sporthallen, auch für Vereine zu mieten.

Mancher Schulleiter wünscht sich wohl, was in Mühlenberg entstanden ist. Und doch reicht es nicht, fragt man Michael Bax. Alles ist neu und großzügig und mit Blick auf den Deister, sagte er voll des Lobes und mahnte doch: „Die Hütte ist rappelvoll“, der Platz sei viel zu gering für die Vielzahl pädagogischer Aufgaben. Bax hat seine neue Schule bekommen, aber weil er zu den engagierten Schulleitern zählt, die immer noch die nächste Lücke beseitigen wollen, sieht er eben auch an feierlichen Tagen nicht weg. Dafür klatschten etliche der Zuhörer Beifall. De Schulleiter nutzte die Gelegenheit, um das Konzept seiner Schule knapp zu erläutern. Das Zusammenleben aller mit anderen solle gelebt werden und weiter: „Wir werden individuelle Stärken wahrnehmen und weiter stärken, und Schwächen mindern, ohne Sanktionen.“ So soll es weitergehen an der Leonore-Goldschmidt-Schule in Mühlenberg, einem Stadtteil mit oft vielfältigen sozialen Problemen. Seit gestern hat er offiziell ein neu eröffnetes Zentrum, weil die Stadt 63 Millionen Euro investiert hat. Doch wie immer die Schule auch heißen mag, ein Gast der Feier sagte am Mittwoch, sie werde „immer die IGS Mühlenberg bleiben“.

1874 Schüler aus 40 Nationen

Die Leonore-Goldschmidt-Schule zählt zu den größten Gesamtschulen in Niedersachsen, sie ist die größte Schule in Hannover.

Das 63 Millionen Euro teure Projekt aus Neubau von Schule und Stadtteilzentrum (zu dem auch der Abriss des alten Schulgebäudes von 1974 gehörte) ist im kommunalen Zusammenspiel entstanden. Die Baugesellschaft GBH (heute Hanova) finanzierte den Bau vor, die Stadt wird das Gebäude in den nächsten 30 Jahren zurückmieten. Der Mietpreis soll bei 4,7 Millionen Euro im Jahr liegen.

Ihren Namen erhielt die als IGS Mühlenberg bekannt gewordene Gesamtschule von der Berliner Pädagogin Leonore Goldschmidt. Sie gründete dort eine Schule für jüdische Kinder und musste 1939 aus dem nationalsozialistischem Deutschland fliehen. 1983 starb sie in London, ohne jemals zurück gekehrt zu sein.

180 Beschäftigte kümmern sich um 1874 Schüler der Leonore-Goldschmidt-Schule, die aus mehr als 40 Nationen stammen. In der Sekundarstufe gibt es acht Klassen pro Jahrgang. Die Ganztagsschule bietet Mittagessen, kostenloses Frühstück und ein Bistro. Für Flüchtlingskinder gibt es Sprachlernklassen, Schüler mit Schwächen in Rechtschreibung und Mathematik kommen in Förderprogrammen unter, während der Ferien wird eine Sommerschule angeboten.

Mit dem Neubau gibt es nun schalldichte Kabinen für den Musikunterricht und höhenverstellbare Tische und Stühle in den fünften und sechsten Klassen. Im Chemieunterricht ist eine gläserne Säule nützlich, aufgestellt in der Mitte des Klassenraumes, damit alle Schüler gute Sicht auf das Geschehen haben. Im Stadtteilzentrum sind Stadt- und Schulbibliothek untergebracht, dazu Jugendzentrum, kommunaler Seniorenservice und der Sozialdienst wie eine Familien- und Jugendberatung. 

Ein Mann hat am Mittwochabend eine 76-Jährige im Stadtteil Mühlenberg mit einem Fahrrad angefahren und dann ihre Handtasche gestohlen. Bei dem Überfall wurde die Seniorin schwer verletzt. Nun fahndet die Polizei nach dem Täter.

05.01.2017

Nach einem Straßenraub im Stadtteil Mühlenberg sucht die Polizei dringend nach Zeugen. Ein 56 Jahre alter Mann war am Sonnabend auf einer Wache erschienen und hatte erklärt, er sei in der Nacht im Ossietzkyring von zwei Männern überfallen und ausgeraubt worden. 

Tobias Morchner 04.12.2016

Für die Bücherfreunde in Mühlenberg ist am Montag eine neue Ära angebrochen: Die Stadt- und Schulbibliothek hat endlich den Betrieb im Neubau am Mühlenberger Markt 1 aufgenommen. Und auch für das Stadtteilzentrum Weiße Rose ist die Interimsphase am Stauffenbergplatz seit Montag zu Ende.

25.11.2016